Du Ausländer, hier in Schweiz nit stellen Velo einfach ab, hueregopfertammisiech!

Ich war heute an der Pressevisionierung von Ice Age 4 mit Patricia Boser. Alleine die beiden Dinge bieten reichlich Stoff für einen Blogbeitrag und Ersteres wird zu seiner Zeit auch einen Beitrag bekommen, Frau Boser leider nicht. Sorry, gell. Vor dem Kino war ich noch rasch im Coop, weil ich noch nichts gegessen hatte. Dieser ist unterirdisch mit einer Rolltreppe erreichbar. Ich weiss also auch nicht, was diesen Typen dazu geritten hat, sein Velo die Rolltreppe hinunterzuschleppen, um es dort zu parkieren. Wirklich nicht. Jedenfalls gabs Diskussionen mit so einem Verkäufer. „Nimmsches wieder ufe? Das chasch da imfall nöd parkiere!“ Und dann der Typ, so Hobo-Stil, aber vermutlich kein solcher, sondern nur mit entsprechendem Outfit und gebrochenem Akzent: „Nein weischdu ich niehme es nachhier wieder. Nur hier parquiere.“ Und dann er so, und dann der andere so. Und so.

Es war lustig zum Zuschauen, und letztlich konnte dann Herr Hobo seinen Grind durchstieren und liess das Velo da. Heisst konkret, der Verkäufer holte wohl einfach die Security. In der Zwischenzeit betraten diverse Leute den Laden, und wollten Einkaufswagen holen, schafften das aber nicht, weil da jetzt eben ein Velo davorstand. Und wie alle Schweizer rufen sie erst einmal aus, und verfluchen alle Welt, bevor sie das Velo zur Seite schieben. Dauerte natürlich nicht lange, bis sich Herr Hobo wehrte und mit einem wohl eher rechtsgesinnten Helveten diskutierte. „Ja weisch, das gaht doch nöd hueregopfertammisiech. Chasch doch nöd dis scheiss Velo da abe hole hueregopfertammisiech.“ Herr Hobo warf dem Mann daraufhin im Fünfsekundentakt vor, dass er ein bisschen „profession“ habe. Warum auch immer. Der Schweizer hörte da raus, dass er „Probleme“ hätte und fluchte nur noch lauter. „Hueregopfertammisiech, du häsch Problem!“

Herr Hobo liess das natürlich nicht auf sich sitzen und konterte bravourös mit „Nit verstahn. Nit verstahn. Bin Slowakia!“ Der Schweizer sah das seinerseits wohl als Anlass, sich sprachlich auf das Niveau von Herrn Hobo zu begeben, oder hoffte vielleicht, dadurch mehr Verständnis zu bekommen. Was er im Übrigen nicht tat. „Jaa hueregopfertammisiech du Slowakia. Du Ausländer, hier in Schweiz nit stellen Velo einfach ab, hueregopfertammisiech!“ Es war wirklich lustig. Wir haben alle gekichert. „Ey du ein bietz ruhig, du hasch aine bitzieli profession!“ Damit lockte er den Schweizer aus der Reserve, der rot anlief und mit den Fäusten wedelte. „WAS ICH RUHIG? DU RUHIG! DU AUSLÄNDER MIT DINE SCHEISS VELO HUEREGOPFERTAMMISIECH!“

Und dann kam die Security und wies Herrn Hobo zurecht. Schade.

 

#1 – Der Motzbrocken

Eine neue sieben- bzw. aus naheliegenden Gründen nur sechsteilige Reihe über die Fiesheit der Verkäufer im Coop. Das ist, für die dies nicht wissen, eine schweizerische Supermarktkette ähnlich Aldi und Lidl, in der ich seit nunmehr drei Jahren tagein, tagaus zu Mittag esse. Man lernt so die Verkäufer und Angestellten „kennen“ und merkt, das sind auch keine Menschen. 😛 Sind zwar nicht alle der sieben Verkäufer böse, aber ihr wisst schon, der Titel. Jedenfalls möchte ich euch den ersten Verkäufer vorstellen, und der ist auch wirklich ganz fies.

Der Motzbrocken ist ein kahlköpfiger, junger Verkäufer, obwohl letzteres relativ ist, seit wir wissen, dass in dieser Branche die Zeit stillsteht. Er könnte also genausogut 40 sein und sieht einfach deswegen nur wie 25 aus. Sein Job ist es, den Leuten beim „Warmen Essen“ eine Pampe aus verkochten Teigwaren oder ebensolchem Reis mit Sosse anzubieten. Oder Fleisch. Oder beides. Zur Arbeit erscheint er nie gutgelaunt und schimpft seine Kunden sehr gerne an, weshalb konnte bisher niemand in Erfahrung bringen, da jeder Kunde meist an einer Wand aus Beleidigungen abblockte. Der Motzbrocken mag keine Schüler, Vegetarier oder Schwule, und macht dies ihnen meist auch deutlich. Den Vegetarier, der wissen wollte ob es in der Sosse Fleisch hätte, fragte er, was sein Problem sei, oder warum er es sonst nicht sehen würde, dass dort Fleisch drin schwimmt. Und den Schülern kündigte er mehrmals an, dass er künftig nicht mehr zu dieser Zeit arbeiten würde, zu der sie im Laden wären. Wenn er jemanden nicht mag, dann wirft er ihm Schimpfe an den Kopf und bezeichnet ihn als „Spasten“ oder „geistig zurückgebliebenen“. Und wenn das nicht ausreicht, dann macht er aus den „Teigwaren für 5 Franken“ gerne mal „Teigwaren für 12 Franken“.

Und er lässt sich natürlich leicht provozieren, versteht sich von selbst. 😉

Schoko-Baileys-Mousse mit Zimt

Ich bin kein guter Koch. Schon gar keiner, der oft kocht. Ich hab eine Krankheit, die sich „Grosser-Bruder-ist-Koch“ nennt. Doch letztens sprang mir im Coop ein tolles Rezept in die Augen, das einfach versucht werden muss. „Schoko-Baileys-Mousse mit Zimt“ steht in dicken Lettern auf dem Monatsrezept, das gratis aufliegt. Hmm – Schoko. Hmm – Zimt. Hmm – Baileys. Leckere Kombination. Irgendwo steht auch noch ein Baileys rum, der seiner ursprünglichen Bestimmung als Geburtstagsgeschenk nun wohl doch nicht nachkommen kann. Sei’s drum.

Wer nun an dieser Stelle das Rezept erwartet hat, den muss ich enttäuschen: Ich hab es nicht mehr. Da es aber ein Gratisrezept ist, werd ich es morn nochmal mitnehmen. Und dann werdet ihr auch in den Genuss kommen!

EDIT: Hier also das versprochene Rezept, 1:1 übertragen:

Man nehme für 2 Personen:

60g dunkle Schokolade
1 EL Zucker
1/2 TL Zimt
1/2 dl heissen Espresso
2 EL Baileys
3/4 dl kalten Vollrahm

2 EL sauren Halbrahm
1/2 EL Zucker
2 Prisen Zimt

Die Schokolade klein hacken und mit Zucker und Zimt in eine dünnwandige Schüssel geben. Den heissen Espresso dazugeben und die Schokolade schmelzen. Das Ganze glatt rühren, den Baileys untermischen und eine Stunde lang kühlstellen.

Den Rahm mit dem Handrührgerät in die Schokomasse einrühren bis sie luftig und fest ist. Die Mousse in Gläser verteilen.

Den sauren Halbrahm mit Zucker und Zimt verrühren, auf die Mousse verteilen und mit Zimt bestäuben.

Fertig! Guten Appetit!