Sir Sly – Miracle

Wirklich viel können Sir Sly aus Los Angeles noch nicht vorweisen – gerade einmal fünf Tracks haben sie veröffentlicht. Das Trio, das ihren leicht an Alt-J erinnernden, sphärischen Sound passend als Sly-Fi bezeichnet, gibt es zu ihrer Verteidigung aber auch nicht so lange. Und dennoch können sie bereits auf eine beachtliche Fanbase zählen und auf ein erfolgreiches Debüt zurückblicken. Sogar eine Daytrotter-Session haben sie aufgenommen, die ihre EP Gold akustisch umsetzt – meiner Meinung nach eine der besten Sessions seit Langem. Nicht auf Gold zu finden ist der starke Track Miracle, den sie separat auf Soundcloud veröffentlicht haben, und den man für lau runterladen kann. Sollte man.

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Warum ich mir eine Daytrotter-Mitgliedschaft geholt habe.

Daytrotter

Damals als ich Daytrotter entdeckt habe, glaubte ich meinen Augen kaum: Exklusive ungeschliffene Musik-Sessions toller und mal mehr, mal weniger bekannter Musiker gratis zum Download. Einfach so. Es gab keinen Haken. Und das in unserer Zeit, wo es nichts für lau gibt. Ich lebte von diesen Sessions, lud mir immer wieder eine herunter und entdeckte Bands und Künstler, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Von denen vermutlich überhaupt niemand etwas gehört hatte. Das Ganze kam ausserdem mit interessanten Band-Porträts und schicken Album-Covern von Johnnie Cluney daher. Daytrotter war das Beste, was das Internet für einen Indie- und allgemeinen Musikliebhaber wie mich zu bieten hatte.

Irgendwann zeigte sich dann aber, dass eben nicht alles so lässig war, wie ich mir das vorstellte. Daytrotter wurde kostenpflichtig. Ein Skandal. Doch es war eigentlich abzusehen, denn so eine Sache lässt sich unmöglich ohne finanziellen Aufwand produzieren. Für 2 Dollar im Monat konnte man künftig auf das Angebot zugreifen, was ja eigentlich mehr als fair ist, alle anderen durften immerhin noch streamen. Doch mit Streamen ist es meiner Meinung nach wie mit Pornos: Ganz nett, aber auf die Dauer ungenügend – man steht schliesslich mit leeren Händen da. Und dass mir jetzt bitte keiner diesen Vergleich vertiefe. Also liess ich es, als Schüler und nicht-arbeitstätiges Wesen, das jeden Franken zweimal umdrehen musste, bleiben und verzichtete schweren Herzens auf die gute Musik. Ich verzichtete dabei, ganz unbewusst, auf viel mehr. Aber das war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

Mittlerweile verdiene ich und habe keine finanziellen Sorgen, wegen denen ich an allen Ecken und Enden sparen müsste. Und so beschloss ich, mir eine Daytrotter-Mitgliedschaft zu holen. Daytrotter war ein fester Bestandteil meines iPhones in den vergangenen Jahren, begleitete mich durch fröhliche Phasen, war aber auch in traurigen Momenten immer an meiner Seite und half mir, manches gebrochenes Herz zu vergessen. Für jeden Moment gab es die passende Session. Das mag jetzt kitschig oder übertrieben klingen, ist aber pure Wahrheit. Wenn ich musikalisch profitiert habe, dann durch Daytrotter. Verdammt, ich lernte da Dark Dark Dark kennen. Und wieviele Mixtapes wurden bereichert durch den ein oder anderen Track aus diesen Sessions. Ganz zu schweigen von den stundenlangen Diskussionen mit musikinteressierten Freunden über Bands und ihre Sessions.

Warum zur Hölle sollte ich so etwas nicht unterstützen, vorallem, wenn es noch einen zusätzlichen Nutzen hat? Ich kann wöchentlich aus 17 Sessions runterladen, was ich will. Nach Adam Riese sind das 867 kürzere Alben im Jahr. Was wiederum einer lächerlichen Ziffer von 24 Dollar gegenübersteht. Das ist ein mehr als fairer Deal. Und ein Deal, der jedem, der musikalisch interessiert ist, zu empfehlen ist. Auch, weil man damit ein Projekt unterstützt, das im Zeitalter von Spotify, iTunes und den zahlreichen illegalen Downloadmöglichkeiten beachtenswert und vorallem unterstützenswert ist.

The Uncluded – Delicate Cycle

Aesop Rock ist ein vielbeschäftigter Mann: Vergangenes Jahr erschien sein sechstes Album Skelethon, das ziemlich erfolgreich war und auf dem auch Kimya Dawson zu hören war. Mit ihr zusammen arbeitet Aesop Rock auch schon seit ein paar Jahren an einem Album als Rap-Folk-Duo The Uncluded. Diese Zusammenarbeit entstand vor etwa zwei Jahren, als die beiden für Daytrotter eine Session aufnahmen. Offenbar war nicht nur ich begeistert, sondern eben auch die beiden, weshalb jetzt (in einem Monat) ein Album mit dem Titel Hokey Fright folgt, zu dem bereits zwei Tracks veröffentlicht wurden: Earthquake und jetzt Delicate Cycle. Beide gibt es auch in der Daytrotter-Session, weshalb Leute wie ich eigentlich noch auf neues Material warten. Aber auch so bin ich überzeugt, dass ich das Album lieben werde, denn man merkt, dass in den zwei Jahren seit der Daytrotter-Session einiges ging.

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Daytrotter-Highlights

daytrotter

Ich bin ein ziemlicher Hardcore-Daytrotter. Trotterer. Trottel. Wie auch immer. Jedenfalls finden sich momentan auf meinem OwleyPhone an die 40 Daytrotter-Sessions, und nicht alle sind verständlicherweise gleich gut. Nichtsdestotrotz zählen diese meist zwischen 3 und 5 Tracks enthaltenden, kostenlosen Portfolios kleiner Bands und Sänger der Indie-Szene zum tollsten, was sich auf meinem Mobilofon befindet (abgesehen von einigen netten SMS, aber die kann man nicht anhören und dazu tanzen auch nicht). Und nicht selten habe ich Bands (neu) kennengelernt, die mein Herz noch heute hüpfen lassen. Eine Auswahl der imho fünf besten Sessions im Folgenden:

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Pilterpost XXXVI – Selbstporträt I

owley

Wen dieses Bild an die Cover von Daytrotter erinnert, der liegt nicht falsch. Tatsächlich habe ich mich in der Art ein bisschen von Johnny Clunie inspirieren lassen mit meinem reduzierten Selbstporträt. In einem ersten Versuch (nach dem Klick) hatte ich ziemlich krakelige Outlines mit möglichst eckigen und stellenweise beabsichtigt überlappenden Flächen unterlegt. Dabei waren mir eben diese möglichst simplen Flächen wichtig, letztlich störten mich die zittrigen Linien aber zu sehr, sodass ich mich an einen zweiten Versuch wagte, bei dem ich die Linien unterschiedlich dick und kaum krakelig zog. Die Flächen setzte ich genauer und abgerundeter und um den Kopf setzte ich drei möglichst bunte Umrandungen. Mit diesem Porträt bin ich schon sehr zufrieden, auch wenn mich einzelne Dinge noch etwas stören. Aber ich könnte mir vorstellen eine Serie in dieser Art zu machen – also: Falls wer Modell stehen möchte, ein gutes & grosse Porträtfoto bitte an mich 🙂

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