Meckern hilft im Leben weiter.

Offenbar vertreten manche Schüler diese Meinung. Ich meckere ja ungern über Mitschüler/-innen, da komm ich mir immer vor, als würde ich über ihnen stehen, was ich nicht tu. Ich bin gleich scheisse, gleich unorganisiert und gleich angekotzt vom momentanen Schulstress. Umso mehr verwundert es mich, dass ich merke, dass Leute aus der Klasse einfach mal die Fresse halten und sich hinsetzen sollten.

Morgen steht eine Englisch-Vokabelprüfung an. Und schon geht das Gemeckere los. Die Gruppe der Hardcore-Hasser/-innen sieht natürlich einen Grund, dem Lehrer eine reinzuhauen und sagt, was für ein fertiges Arschloch er sei. Man geht noch weiter und schreibt ihm (in amüsantem Englisch) am Vorabend der Prüfung eine Mail, wie doof das Vokabular doch sei. Worauf der Lehrer freundlich sagt, dass das nun definitiv zu spät zum Diskutieren sei und dass er ihnen ohnehin entgegenkommen habe wollen. Und sowieso hätten andere Lehrer mehr Vokabular in ihren Voci-Prüfungen.

Scheissegal, doofer Lehrer, sagen die Hardcore-Antis und ziehen erneut auf Facebook über den Lehrer her. Schon seit es mit dem Meckern begonnen hat, war ich versucht, was zu sagen, doch ich habe mich immer zurückgehalten. Das letzte Mal, als ich mich für den Lehrer aussprach, wurde ich als Teachers Pet bezeichnet. Umgangssprachlich, versteht sich. :/ Gute Argumentation sucht man bei gewissen Leuten lange. Da hilft es auch nicht, wenn man feststellt, dass die Franz-Lehrerin mit ihren wöchentlichen Voci-Prüfungen jeweils mehr Wörter bearbeitet. Klar, dass dort keiner meckert. Ich glaube einfach, ich sehe die Dinge etwas nüchterner und unvoreingenommen als andere, die dem Lehrer sogar ein Burnout wünschen (vor einem Jahr pausierte er mit knapp 30 wegen einem Burnout). Aber ich will ja auch nicht meckern. Ich setze mich jetzt mal hin und lerne.

Vorbei // Hurra

Das, um meinen Stand punkto Schule nochmals in Ärzte-Titeln auszudrücken. 🙂 Ich bin nicht so der Naturwissenschaftentyp. Ich bin eher sprachlich „begabt“, wenn das denn auch zutrifft. So spreche ich nebst deutsch zu Hause französisch, wodurch mir – mündlich – Franz nicht schwer fällt. Meine Mom hat mir zudem als Englischlehrerin auch mit Englisch geholfen. Und in Deutsch bin ich sprachlich auch nicht übel, ein „Naturtalent“, wie es der gute Herr V. jede zweite Stunde zu erwähnen pflegt. Die Übung durch das Bloggen hat mir ausserdem zu einer 5.37 in einem Deutsch-Aufsatz verholfen. Dabei hatte ich das Gefühl – um nochmals Herrn V. zu zitieren – dass ich „literarischen Durchfall“ abgelassen hätte.

Worauf ich hinauswill: War anzunehmen, dass ich die guten Noten in letzter Zeit – ja es gab glücklicherweise welche – in diesen Fächern gemacht hab. So hab ich das Klischee, des Schülers, der eine Sprache gut sprechen kann, dafür von Grammatik null Ahnung hat, in Franz, wiedereinmal bestätigt, mit einer 3.3 in der Prüfung und einer 6 im Vorlesen. Englisch wiederum zog es wohl vor, dies umzukehren und bescherte mir eine 5.7 in der schriftlichen Prüfung. Diejenige, für die ich letztens so viel gelernt hab, und die ich nach 20 Minuten mit super Gefühl abgab. So ein gutes Gefühl, dass ich in Teil 1 9 von 8 Punkten holte 😉 Dafür hab ich dann die Mündlichprüfung verkackt. Ich bin echt enttäuscht gewesen. Wir mussten einen Film (in meinem Fall „The Big Lebowski“) schauen und nachher darüber plaudern. Und das ging so richtig schief, als ich nur Blödsinn zusammenbrabbelte und die ganze Zeit nach Worten suchte. Hmm.

Damit hatte ich – more or less – mein erstes Ziel erreicht: Die Sprachen hochzuziehen oder zumindest oben zu halten. Ziel zwei war Physik oben zu halten (erreicht) und Mathe hochzuziehen. Und das habe ich trotzdem versaut. Denn, um noch mitspielen zu können, brauchte ich ne 5 in Mathe heute. Ich hab die Prüfung mit knapp 2 von 6 gelösten Aufgaben abgegeben. So war ich heute den ganzen Tag scheisse drauf, weil ich natürlich verzweifelt war. Was kommt jetzt? Wie lautet der Titel vom nächsten Kapitel? Ich konnte erstmal ein paar meiner Berufswünsche abstreichen. Und dann der Hammer. Als ich so durch meine Agenda, bzw. den Notenteil darin, blätterte, und so meine Noten anschaute, erkannte ich, dass ich lediglich Geografie in der Plakatpräsentation von ner 3 auf ne 3.5 und Englisch auf die 5.5 hochheben musste (momentan 5.2). Also möglich. Und damit war mein Tag gerettet.

Wenn ich das hier heil überstanden habe, verspreche ich euch, dass ich solche Posts reduziere 🙂