Madagascar 3: Europe’s Most Wanted (2012)

„What are you doing? Zebras can’t drive, only penguins and people can drive!“

Während Madagascar 2 mit viel Goodwill seinem Titel noch gerecht wurde, weil die Story ja vor der Haustüre Madagaskars spielte, auf dem afrikanischen Festland, hat Madagascar 3: Europe’s Most Wanted mit Madagaskar soviel am Hut, wie King Julien mit Bescheidenheit. Und leider ist sowas immer auch ein bisschen ein Indiz, dass den Machern langsam die Ideen ausgehen, und sie in einem Akt der Verzweiflung etwas völlig Neues bringen wollen – ein gutgemeinter Plan, der leider nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Wie im Falle dieses Filmes.

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Gaddafi vs. Fukushima

Im Moment dominieren zwei Themen die Medien: Bis letzten Freitag war dies der Bürgerkrieg in Libyen, bei dem Muammar Gaddafi ordentlich eins auf die Rübe kriegte. Dann kam der Tsunami in Japan und damit auch die ganze Fukushima-Sache, wodurch Herrn Gaddafi nur noch Randnews zugeordnet wurden. Und plötzlich war dieser wieder am Drücker, zwar nicht medial, aber kriegstechnisch – die Rebellen wurden zurückgedrängt und die Weltöffentlichkeit war gefordert: Sollte man einschreiten oder nicht? Mit dem Entscheid, ein Flugverbot zu verhängen, sowie den europäischen Sanktionen, die folgen und folgen werden steht nun wieder Libyen im Brennpunkt.

Als Schweizer freut es mich natürlich ein bisschen, dass jetzt Gaddafi auch sein Fett wegbekommt, schliesslich hielt der Kerl während gut zwei Jahren die Schweiz zum Narren. Damals nahm er, nachdem sein Sohn wegen Schlägereien verhaftet wurde, kurzerhand zwei Schweizer Geiseln, und gab die nicht mehr frei. Ein Politiker nach dem andern kroch ihm in den Arsch. Die eine davon, Micheline Calmy-Rey, unsere Aussenministerin, gab auch in der aktuellen Krise fragliche Aussagen von sich. Da wollte die Dame doch tatsächlich Gaddafi anzeigen.

Die Franzosen gehen da weit härter vor. Heute Nachmittag gab es erste Luftangriffe auf Gaddafis Miliz und ein Teil der Flotte steht bereits im Mittelmeerraum bereit. Auch David Cameron sicherte seine Teilnahme an der Grossoffensive zu, Barack Obama zögerte zwar ein bisschen, aber auch die USA wird, wenn nötig einschreiten. Weitere Staaten wie Katar oder Russland tolerieren das Verhalten des Wüstendiktatoren und selbsternannten Königs von Afrika ebenfalls nicht mehr und unterstützen die Sanktionen gegen Gaddafi.

Darf sich der Westen also in diesen Bürgerkrieg einmischen? Oder umgekehrt – warum müssen Söhne eines unbeteiligten Landes ihr Leben in diesem Krieg riskieren? Ich finde, dass es durchaus angebracht ist. Hatten die  europäischen Staaten Gaddafi in den letzten Jahren noch mit Samthandschuhen angefasst, so können sie nun ein Zeichen setzen und den mordenden Diktatoren in seine Schranken weisen und damit auch zeigen, dass sein Verhalten nicht toleriert wird. Es sind zwar nicht wir, also der Westen, der diese Rebellen umbringt wie Spielzeugsoldaten, aber es sind wir, die im schlimmsten Falle tatenlos zusehen und nicht mit der Wimper zucken.

Bilderquelle: 20min.ch

Aschewolke über Europa

Ja, wir wissen es alle, der Eierbechervollfüll ist in Island ausgebrochen, und die Medien haben ein Thema zum draufrumkauen, und eins, das ihr Wissen beweist, dazu. Nix mit Boulevardschlagzeilen zum Golf-Tiger, nein, jetzt kommen wissenschaftliche Themen zu Vulkanerektionen Vulkaneruptionen in die Bild und den Blick :mrgreen:

Das ist mir eigentlich ziemlich egal, viel interessanter und spannender finde ich die Tatsache, dass wir nun mit einer neuen Situation fertigkommen müssen. Flüge werden gestrichen, dafür fahren nun Züge ins Ausland, und verantwortlich machen können die Fluggesellschaften auch keinen, also müssen sie die Unkosten selbst berappen – Ein Hoch auf die höhere Gewalt! 🙂 Und ganz schlecht für den Menschen sei diese Asche ja auch, heisst es. Viel schlimmer als die Abgase und all der Kram, nehme ich an. Naja, mir solls Recht sein, spassig ist der gesamte Rummel um den Eierbecher alleweil.

Mein Dad hat irgendson Kübel rausgestellt, mit dem er Eierbechervollfüll-Asche aufsammeln will. Das finde ich lustig, dann hat man irgendwann Asche, die wenige Tage vorher noch in Island rumlag. o.O

Bilderquelle: Mashable.com

Das wandelnde Schloss (2004)

Heute Abend habe ich mir auf DVD Das wandelnde Schloss angesehen, einen weiteren Film von Hayao Miyazaki, von dem ich bereits Reviews zu Prinzessin Mononoke und Nausicaä aus dem Tal der Winde geschrieben habe.

Dieser Film ist bisher der schlechteste, den ich von Miyazaki gesehen habe, er hat zwar einige gute Ansätze und Ideen, doch letztlich vermag der Funke nicht ganz rüberspringen. Ich habe auch das Gefühl, dass der „Meister“ ein wenig seinen Biss verloren hat, was sich mir durch die Kritiken zu seinen neuesten Filmen (Das wandelnde Schloss und Ponyo, das verzauberte Goldfischmädchen) bestätigt.

Story

Die junge Hutmacherin Sophie trifft zufällig den Zauberer Hauro, der ihr aus einer misslichen Situation hilft und in den sie sich verliebt. Aus Eifersucht belegt sie die alte Hexe aus dem Niemandsland mit einem Fluch, der sie altern lässt, und von dem sie niemandem erzählen kann. Beschämt begibt sie sich von der Stadt weg und gelangt zum Wandelnden Schloss, das Hauro gehört und arbeitet dort als Putzhilfe. Bald wird Hauro vom König aufgefordert seine Dienste dem Land bereitzustellen, als ein Krieg ausbricht. Pazifist Hauro will sich weigern, doch die Zauberin Suliman, seine alte Meisterin, die für den König arbeitet, ist im auf der Spur, und letztlich liegt es in Sophies Händen, Hauro zu retten und ihren Fluch zu brechen…

Ziemlich verwirrende Story, das. Ich musste offen gesagt für die Kurzfassung selbst nachschlagen, einfach weil der Film unglaublich verworren ist, dies aber bereits auf eine Art, dass man oft stockt, und sich fragt, wo man ist. Überhaupt kriegt man als Zuschauer das Gefühl, in eine Welt gefallen zu sein, in der alle anderen mehr wissen als man selbst. Man glaubt, der Geschichte hintennachzuhinken, ähnlich wie die alte Sophie, und glaubt, dass man immer wieder etwas verpasst hat. Die aufgeworfenen Fragen werden, wie das bereits in Chihiro der Fall war, nicht beantwortet. Das ist zeitweilen ziemlich ätzend und schadet dem Film als Gesamtes sehr.

Artwork

Dieser Film war zwar ein Anime, aber kein typischer Miyazaki-Film. Zeitweilen schien er wie ein Tim und Struppi-Film, der auf diesem Comic mit den syldvanischen Soldaten basiert. Zwar hat Miyazaki seine Inspiration aus dem Elsass und sicherlich versuchte er, diesen Stil in den Film einfliessen zu lassen, doch ich glaube, dadurch hat er seinen eigenen Stil verlassen.

Das Feeling, das einem überkommt, wenn man einen Miyazaki-Film schaut, wenn man denkt: „Hey, das schaut genau aus wie in diesem Film, das ist jetzt typisch Miyazaki!“ kommt kaum, oder wenn, nur beim wandelnden Schloss und vielleicht noch dem ein oder anderen Kampfschiff auf, das ist aber auch schon alles. Auch die Beschriftung der Schilde und Tafeln auf englisch nimmt dem Film das letzte bisschen Anime-Flair. Da kann man noch so Manga-Figuren zeichnen, ein richtiger Miyazaki lebt von der richtigen Dosierung der richtigen Zutaten.

Synchronisation

Ich schaue Filme lieber im O-Ton, aber da ich bei den Anime vom Japanischen eh nix hab und das nur ablenkt, und weil die Filme auf Arte eh auch nur auf deutsch laufen, sehe ich diese Anime ausnahmsweise in der deutschen Synchronisation. Die bisherigen Filme waren alle in Ordnung, ich mochte vorallem Nina Hagen als böse Hexe in Chihiro, ansonsten gab es nichts speziell zu erwähnen noch zu bemängeln. Hier gibt es gerade beides. So finde ich die Stimme des Dämonen Calcifer lobenswert, das gibt dem Film diesen komischen Effekt. Dafür störte mich schon bald die Synchronisation der Sophie, die auch als junge Frau wie ein ältere Dame klingt, sehr. Es war einfach unglaubwürdig. Da hätte man ruhig eine Sprecherin suchen können, die eine junge und eine alte Stimme beherrscht, oder dann gerade zwei verschiedene.

Soundtrack

Der Soundtrack ist unscheinbar, ich kann mich gerade noch knapp an das Stück im Abspann erinnern, ansonsten glaube ich nicht, dass ich noch eine Melodie erkennen könnte. Zwar ist mir aufgefallen, dass Komponist Joe Hisaishi oft auf französische, elsässische Harmonika- und Geigen-Klänge zurückgriff, doch dies nur vereinzelt und kaum merklich. Nach einigem Hören auf YouTube muss ich sagen, dass die Musik sehr gut ist, trotzdem vermag sie mich in Kombination mit dem Bild nicht zu überzeugen, wenn ich mich kaum an sie erinnern mag.

YouTube Preview Image

Das wandelnde Schloss verfügt über gute Ideen, grossartige Ansätze und eine Story, die gut ausgebaut werden könnte. Doch das wurde nicht getan, und die Ansätze wurden in meinen Augen an den falschen Enden aufgegriffen, und zu einem undurchschaubaren Wirrwarr zusammengesponnen. Leider nix gewesen…

Bilderquelle: Filmposter-Archiv.de