Graval liest: J.K. Rowling – Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Gestern war Welttag des Buches, der Grund, warum ich jetzt jeden Tag dieser Woche ein Buch vorgestellt hab. Und dann das – Graval verpasst, ein Buch vorzustellen. Doch gestern ging ich spontan noch mit ein paar Kollegen raus. Und um 2 Uhr mag man dann echt keine Bucheviews mehr schreiben 😉 Da ich Harry Potter sehr gut mochte und mag, möchte ich ein Buch der Reihe vorstellen. Meine Favoriten sind die Bände 4, 6 und 7, die letzteren habe ich auch bei mir, Band 6 sogar in einer Special Edition 🙂

J.K. Rowling – Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Der letzte Band der Reihe beantwortet alle offenen Fragen. Offenbar war es einer der ersten, den J.K. Rowling verfasst hat, wodurch es ihr möglich war, die Spannung in den vorherigen Bänden richtig zu timen. Und mit der ein oder anderen Antwort auf diese Fragen hätte wohl keiner gerechnet. Etwas schade ist aber trotzdem, dass Rowling sich nun nicht gewehrt hat, als die Macher der Filme das Buch auf zwei Teile aufspalteten.

Story

Während seines Umzugs aus dem Haus der Dursleys ins Haus der Weasleys muss sich Harry gemeinsam mit einigen Mitgliedern des Ordens des Phönix einigen Todessern und Voldemort stellen, die seinen Tod wollen. Ihnen gelingt die Flucht, doch sie müssen das ein oder andere Opfer hinnehmen. Um sich Voldemort stellen zu können, sucht Harry nun mit Hermine und Ron nach den verbliebenen Horkruxen. Voldemort, der in jedem Horkrux einen Teil seiner Seele versteckt hat, versucht diese zu schützen und sieht Hogwarts als den sichersten Aufbewahrungsort für die Horkruxe an. In einer erbitterten Schlacht in und um Hogwarts fällt die Entscheidung über Leben und Tod der beiden Magier.

Graval findet

Jeder mag Harry Potter – oder die meisten. Egal ob Mainstream oder nicht, die Buchreihe muss man gelesen haben und sie ist auch tatsächlich sehr gut und durchdacht, wie ich finde. Die letzten Bücher werden von mal zu mal düsterer, was auch dazu führte, dass es wilde Diskussionen um das Ende des 7. Bandes gab. Denn, wie man Rowling kannte, war es genauso gut möglich, dass sie Harry sterben liess, wie dass sie ihn am Leben hielt. Ein solches Spannungs- bzw. Überraschungsmoment gab es zuletzt 1980 mit „Ich bin dein Vater!“ 😉 Rowling beschreibt in diesen Büchern auch sehr gelungen die Entwicklung von Harry vom Menschenkind zum Zauberer, was in den Büchern weit besser ausfällt als in den Filmen. Aber die sind hier ja nicht das Thema 😉 Ein kleiner Kritikpunkt ist wahrscheinlich die nachträgliche Benennung der Kinder von Harry und Co. nach allen möglichen Zauberern und Freunden, aber wer weiss, wie Magier ticken 😛

Eins der besten und düstersten Harry Potter-Bücher, gespickt mit viel Tod und Überraschung. Der Beweis, dass Harry Potter nicht nur Kinder- / Jugendliteratur ist.

Das letzte Wort

„Albus Severus“, sagte Harry leise, so dass niemand ausser Ginny es hören konnte, die taktvollerweise so tat, als würde sie Rose zuwinken, die schon im Zug war, „du bist nach zwei Schulleitern von Hogwarts benannt. Einer von ihnen war ein Slytherin, und er war wahrscheinlich der mutigste Mann, den ich je kannte.“

Graval liest: Benjamin Prüfer – Wohin du auch gehst

Das Buch, das ich euch heute vorstellen möchte, ist wohl besser unter dem Titel Same Same – But Different bekannt. Es liefert die Grundlage für den gleichnamigen Film von Detlev Buck, den ich im Kino sehen wollte, es jedoch verpasst habe. Leider. Auch wenn ich nicht sicher bin, ob der Film der Buchvorlage gerecht hätte werden können, ich glaube nicht, da mir der Film auf die Lovestory reduziert scheint.

Benjamin Prüfer – Wohin du auch gehst

Als der Film in die Kinos kam, wurde mein Interesse geweckt, und als ich dann das Buch im Laden sah und bemerkte, dass es die Vorlage zum Film bildete, musste ich es einfach kaufen. Dass ich dann den Film jedoch verpasst habe, ist das ironische I-Tüpfelchen. Auch die Hintergrundberichte zum Buch haben mich fasziniert, und sind ebenfalls sehr informativ, wenn man sich Zeit nimmt, sie sich anzusehen. Ich habe zwar schon einige Gedanken zum Buch gebloggt, doch das hindert mich nicht an einer etwas ausführlicheren Review 🙂

Story

Benjamin Prüfer erzählt die Geschichte von sich und Sreykeo, einem Barmädchen, das er in Phnom Penh kennenlernte. Die beiden verlieben sich allmählich ineinander, doch der Abstand zwischen Deutschland und Kambodscha soll längst nicht das einzige Problem bleiben. Als bei Sreykeo AIDS diagnostiziert wird, ist Ben eine der letzten Personen, die ihr beisteht – auch wenn er selbst noch nicht ganz genau weiss, wie weit er mit Sreykeo letztlich gehen will.

Graval findet

Dieses Buch ist eins der besten, wenn nicht das beste Buch, das ich gelesen habe. Ergreifend und trotzdem nicht realitätsfern schildert Benjamin Prüfer, wie er Sreykeo kennenlernte, wie sie ihm die kambodschanische Lebensweise näherbrachte, wie er unzählige Tage mit ihr in Kambodscha verbrachte. Prüfer schreibt, wie er denkt. Er vertuscht keine Tatsachen (zumindest erwähnt er auch negative Aspekte der Beziehung, sodass ich mir nicht vorstellen kann, dass er etwas unter den Teppich gekehrt hat), aber er schreibt auch nicht boulevardmässig – sprich: Man kann sich mit ihm identifizieren, man kann nachvollziehen, wenn er Zweifel an der Beziehung äussert, ohne ihn für ein dämliches Arsch zu halten. Mir gefällt, dass er sich und Sreykeo als Menschen zeigt, und ihre Stärken wie ihre Schwächen beschreibt.

Der Kulturschock, der sich als Westler in diesem Land wahrscheinlich zeigt, wird glaubhaft geschildert und die Situationscomedy, die jeweils entsteht, wenn zwei Welten aufeinandertreffen, ist immer wieder amüsant zu lesen. Nach diesem Buch will man mehr. 🙂

Das letzte Wort

Man kann HIV nicht heilen. Aber man kann es besiegen.

Graval liest: Richard Horne – 101 Things To Do Before You Die

Nach zwei Kurzgeschichten und einem Star Wars-Buch folgt ein weiteres Buch, das nicht ganz kommun ist 😉 Es ist ein Buch des Designers und Illustratoren Richard Horne und ist nicht wirklich ein Buch, das man von der ersten bis zur letzten Seite durchliest, es ist vielmehr ein Spassbuch.

Richard Horne – 101 Things To Do Before You Die

In diesem Buch geht es darum, 101 Dinge, die im Buch gelistet werden, zu erfüllen. Man sollte zum Beispiel alle Länder der Welt besuchen (#36), die besten Filme sehen (#57) oder Sky Diven (#28). Da man aber mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht alle 101 Dinge machen kann, ist die Vorgabe nur 100 Dinge zu machen (ich werde wahrscheinlich nicht mal das schaffen ^^).

Jedes Thing To Do wird auf der linken Buchseite beschrieben, und auf der rechten Seite gelöst. So wird bei den besten Filmen beispielsweise links auf humorvolle Art und Weise erklärt, was man genau machen muss, und rechts findet sich eine Liste, auf der man dann abhaken muss, welchen Film man bereits gesehen hat. Wenn man ein Thing To Do fertig hat, kann man in der rechten Ecke einen Stern hinkleben (sind im Buch enthalten), zum Zeichen, dass man es erreicht hat.

Graval findet

Das Buch ist sehr schön gehalten, da es von einem erfahrenen Designer stammt, auch mit viel Liebe gemacht. In den Beschreibungen hat er viel schwarzen Humor verpackt und noch eine weitere Kleinigkeit. Wenn man das Buch aufmerksam durchliest, entdeckt man, dass viele Untertitel in den Beschreibungen leicht oder gar nicht (abgeänderte) Beatles-, Queen- oder sonstige Rocktitel sind. Ein lustiges Easter Egg.

Dass ich schätzungsweise 6 Dinge erfüllt habe, spricht für sich 🙂 Ich konnte weder in einem Dreier teilnehmen (#7), noch kann ich ein Flugzeug fliegen (#74). Das kommt sicher noch.  Schliesslich habe ich nicht vor, in naher Zukunft das Zeitliche zu segnen 😉 Für das ein oder andere Ding bin ich auch zu jung, einen Wagen mit Höchstgeschwindigkeit fahren (#64) darf ich vom Gesetz aus doppelt nicht 😛

Wen es interessiert, hier die Dinge die ich bislang erfüllen konnte: Ich habe bereits jemanden mit meinem Namen getroffen (#13), und besitze eine nutzlose Sammlung (meine Cola-Dosen, #17). Darüberhinaus habe ich eine andere Sprache gelernt (#51), jemandens Leben gerettet (das kann man sehr weitläufig sehen, #68) und Weihnachten am Strand gefeiert (#80). Ein weiteres erreichtes Ding behalte ich für mich. 😉

Das ist auch ein bisschen der Zweck dieses Buchs, es geht nicht darum, jemandem zu zeigen, was man alles gemacht hat, sondern es ist eine Art Tagebuch oder Selbstreflexion für den Leser (bzw. Autoren ;)). Nach einem Weilchen (ich habe es nun über ein Jahr), wenn man das Buch wieder durchblättert, entdeckt man Dinge, die man damals reingeschrieben hat, die vielleicht nicht mehr aktuell sind 🙂

Vom selben Autor stammt auch 101 Things To Do Before You’re Old And Boring, das dann aber wiederum etwas zu unterfordernd ist, da es weniger Aufgaben, sondern auch IQ-Tests und ähnliches enthält. Dieses Buch ist definitiv an jüngere Leser gerichtet. Zwei weitere Bücher (101 Things You Need To Know And Some You Don’t und 101 Things You Wish You’d Invented and Some You Don’t), sind jedoch keine Aktionsbücher mehr, wie es scheint. Im Oktober kommt dann auch noch 101 Things To Do To Become A Superhero, das klingt auch noch lustig.

Das letzte Wort

It’s better to regret something you have done, rather than to regret something you should have done but didn’t.

Graval liest: Alan Dean Foster – Ein Sturm zieht auf

Ich lese viel Star Wars, und trotzdem wollte ich versuchen, in meinen Buchreviews diese Woche nicht mehrheitlich Star Wars-Bücher vorzustellen. Wahrscheinlich wird das hier vorerst das einzige Buch bleiben, das dem Erweiterten Star Wars Universum entstammt, damit etwas verschiedene Bücher präsentiert werden können.

Alan Dean Foster – Ein Sturm zieht auf

Dieses Buch war das erste Star Wars-Buch, das ich las und zugleich auch, jenes, das mir am besten gefiel. Ich hatte es eher zufällig gekauft, da ich endlich mal ein Star Wars-Buch lesen wollte und schloss es schnell ins Herz. Es gibt sicher auch andere gute Star Wars-Lektüre, Republic Commando oder die Thrawn-Trilogie sind nur zwei Beispiele, doch keines war so gut, wie dieses Buch. Gut, vielleicht die Thrawn-Trilogie.

Story

Das Buch spielt unmittelbar vor Episode II, zwei Jedi Luminara Unduli und ihre Padawan Barriss Offee begeben sich nach Ansion, um dort zu versuchen, den Ausbruch eines Krieges zwischen zwei Clans zu verhindern und dadurch auch die Abspaltung der zwar eher unscheinbaren, aber dennoch wichtigen Welt Ansion von der Republik zu verhindern. Begleitet werden sie auf ihrer Mission von Obi-Wan Kenobi und dessen Padawan Anakin Skywalker begleitet. Doch gewisse Gruppierungen sind überhaupt nicht an einem Gelingen der Mission interessiert, und so sehen sich die vier Jedi unzähligen Gegnern gegenüber…

Graval findet

Ich finde es noch eine gute Idee, dass man für dieses Buch ein Randzitat aus Episode II aufgegriffen hat, nämlich kurz nach dem Anschlag auf Padmé wünscht Palpatine Anakin und Obi-Wan zum Schutz der Senatorin. Mace Windu sagt dazu nur, dass die Beiden abkömmlich seien, da sie gerade von einem Grenzkonflikt auf Ansion zurückgekehrt seien. Diese Aussage liefert die Basis für Fosters Geschichte.

Die Figuren und Orte werden sehr schön und liebevoll beschrieben, sodass man sich einerseits genau ausmalen kann, wo man sich nun befindet, und nicht, wie in anderen Star Wars-Büchern manchmal vorkam, die Orientierung verliert. Mir gefällt vor allem die Anfangs- und Schlussszene mit der Separatistenführerin Shu Mai, die gewissermassen einen Bogen um das Ganze spannen.

Das Buch erhielt unterschiedliche Feedbacks. Manche fanden es im Grunde gelungen, oft wurde jedoch die Langatmigkeit kritisiert, bzw. die Tatsache, dass Foster den Planeten wirklich detailliert beschreibt. Es werden rund fünf verschiedene Tier- und wahrscheinlich ebensoviele Pflanzenarten geschildert, was die Story in die Länge zieht. Ich finde einfach, dass man sich wirklich Zeit lassen muss für das Buch, es auf sich wirken lassen soll. Die Beschreibung des Planeten ist nicht umsonst so genau, nein, denn immerhin haben wir es mit einem Planeten zu tun, den keiner von uns kennt. Er ist in keinem Film oder Videospiel vorgekommen, und auch die Jedi kennen die Welt kaum, und müssen sie erst einmal erkunden und kennenlernen. Warum sich nicht auch als Leser Zeit dafür nehmen?

Das letzte Wort

Die Präsidentin der Handelsgilde lächelte dünn. „Kleine Schlüssel können sehr grosse Türen öffnen, Senator Mousul“

Graval liest: Nick Hornby – Otherwise Pandemonium

Am Freitag ist Welttag des Buches. Weil auch die Schweiz den Welttag des Buches mit einer eine Woche andauernden Aktion zelebriert, will ich dem in Nichts nachstehen, und stelle euch nun jeden Tag bis Freitag kurz eines meiner Lieblingsbücher vor. Mein Dad und ich haben derweil die Aktion „Schenke ein Buch“ für uns entdeckt, und schenken uns gegenseitig ein Buch, wodurch wir dann beide an einem Wettbewerb teilnehmen 😀 Aber zum Thema:

Nick Hornby – Otherwise Pandemonium

Das erste Buch, das ich vorstellen möchte ist knapp fünf Millimeter dünn/dick und enthält zwei Kurzgeschichten von Nick Hornby, nämlich Otherwise Pandemonium und Not A Star. Es sind nicht die besten Geschichten von Hornby, doch sie sind kurzweilig und unterhaltsam, und auf jedenfall gute Lektüre für Zwischendurch – ich beispielsweise benutzte sie als Zuglektüre.

Story

Otherwise Pandemonium (Der Videorekorder)

Diese Geschichte wurde bereits übersetzt, und zwar in Hornbys letztem Roman, Slam, als Draufgabe. Sie handelt von einem Teenager, der einen Videorekorder kauft. Plötzlich spult der Rekorder jedoch die Nachrichten der Zukunft auf Band, und mit der Zeit kommt raus, dass es die Welt nur noch sechs Wochen geben wird. Es ist also höchste Zeit, gewisse Dinge nachzuholen…

Not A Star

Lynn, eine besorgte Mutter erhält eines Tages ein Video von einer Nachbarin. Es ist ein Porno, und auf dem Cover entdeckt sie ihren Sohn Mark. Eine Welt bricht für die Hausfrau Lynn zusammen, und auch ihr Mann hat so seine Probleme mit dem Pornofilm, was unter anderem auf die Grösse von Marks bestem Stück zurückzuführen ist. Sollen die Eltern nun enttäuscht oder stolz auf ihren Sohn sein? Und überhaupt, was unterscheidet solch einen Porno schon von einem Klavierkonzert?

Graval findet

Die erste Story ist ein bisschen gar fantastisch, doch wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es doch noch spassig zu lesen. Wie bereits in Slam beweist Hornby sein vielseitiges Schreibtalent. Er kann sich gut in Teenager hineinversetzen und schreibt sie glaubwürdig. Die Idee, mit einem Videorekorder in die Zukunft zu blicken, ist interessant, wer hat sich noch nicht gewünscht, in die Zukunft sehen zu können? Vielleicht ein bisschen zu fantastisch für Hornbys Verhältnisse, der sonst ziemlich realitätsnah und sachlich schreibt (Slam ausgenommen ;)).

Not A Star ist einfach nur zum Schieflachen. Das vorprogrammierte Familienchaos, als die Mutter den Porno entdeckt, beschreibt Hornby urkomisch und keine Pointe wird ausgelassen. Die Familie versucht, das Problem des Sohns als Pornostar zu lösen, doch da man solche Themen so gut wie nie besprochen hat, gestaltet sich das äusserst schwierig. Definitiv die bessere Geschichte der beiden.

Das letzte Wort

„Dave“, I said. „Our son has the biggest… thing, I’ve ever seen.“