Warum THE SEVENTH SON schon jetzt mein Hassfilm 2014 ist

SeventhSon

Es war vor langer Zeit, da war ich ziemlich krank – ein ganzes Wochenende über lag ich hustend im Bett. Mein Bruder gab mir Lektüre, damit ich mir während meiner Bettruhe wenigstens ein bisschen die Zeit vertreiben konnte. Die Bücher, die er mir zu Lesen gab, hatten sehr schöne Einbände (seriously, geilste Hardcover seit Langem) und gehörten zu einer Reihe, die sich The Wardstone Chronicles nannte. Ich verschlang vier von diesen Büchern in drei Tagen, was bei meiner Lesegeschwindigkeit spektakulär ist.

Darin ging es um einen siebten Sohn eines siebten Sohns, der zusammen mit einem Spook, einem sogenannten Geisterjäger (ebenfalls der siebte Sohn eines siebten Sohns) die Welt vom Bösen – also Hexen, Boggarts und Dämonen – befreien. Dass für Joseph Delaneys Buchreihe vermutlich der Fantasyhype um Harry Potter Pate stand, das ist nicht zu leugnen – aber dennoch geht der Mann im Vergleich zum Zauberschüler ziemlich eigene Wege und die sind noch düsterer und wendungsreicher als jene, die uns Frau Rowling vorlegt. Müsste ich meine Lieblingsfantasybuchreihe nennen, so wäre das vermutlich diese. Jawohl, ihr lest richtig.

Und jetzt kommt Warner Bros. und macht einen Film, den sie Seventh Son nennen (dabei hätte man die Buchtitel gut übernehmen können, jedes Buch heisst „The Spooks XY“) und für den sie Jeff Bridges für eine Rolle, die eigentlich mehr ein rüstiger Gandalf ist und Ben Barnes für die eines vierzehnjährigen Jungen casten. Und fügen da irgendwo, wo eine Geschichte sein sollte eine Mischung aus Hexendrachen, vierarmigen Monstern und viel Hansel and Gretel: Witch Hunters ein. Immerhin ist man so ehrlich, zu sagen, dass das Ganze nur „inspired by the acclaimed series“ ist und nicht direkt auf selbiger basiert. Denn zur Verteidigung von Joseph Delaney muss ich sagen – das hat NICHTS, rein gar nichts mit seinen Büchern zu tun. Das hier knallt und rummst, während bei seinen Büchern mehr die Spannung dominiert und es weniger actionreich zugeht. Es gibt keine Armeen, es gibt keine Schwertfights im Stile von Clash of the Titans und VERDAMMTNOCHMAL – es gibt keine Drachenhexen. Wer zur Hölle hat sowas gutgeheissen? Nur weil es ein russischer Regisseur ist, heisst das nicht, dass man automatisch dieselbe Scheisse machen muss, die Timur Bekmambetov Filme nennt.

Aus diesem Grund habe ich beschlossen, um diesen… äh… Film einen grossen Bogen zu machen. Für so etwas zahle ich kein Geld. Und selbst, wenn ich ja kein Geld zahlen muss, will ich nicht, dass mein Arbeitgeber dafür Geld zahlen muss. Nachfolgend trotzdem noch der Trailer. Im Anschluss gibts aber trotzdem noch den Trailer, damit wer die Buchvorlage kennt, meine Schmerzen nachvollziehen kann.

YouTube Preview Image

Erstes Bild aus The Seventh Son

Ich muss zugeben, das erste Bild aus The Seventh Son mit Jeff Bridges und Ben Barnes sieht ganz ordentlich aus. Die Verfilmung des ersten Buches von Joseph Delaneys düsterer und leider viel zu stark unterschätzter Fantasyreihe Spook steht bei mir zwar immer noch nicht allzu hoch im Kurs, was vorallem am doofen Titel und trotzdem nicht wirklich hundertprozent perfekten Casting liegt. Zumindest Ben Barnes ist immer noch einen Ticken zu alt, auch wenn der Jennifer-Lawrence-Effekt, also, dass er jünger aussieht, als er effektiv ist, doch besser als erwartet funktioniert.

Die Buchreihe handelt vom Geisterjäger (oder eben Spook) Master Gregory, der einen neuen Schüler annimmt, den siebten Sohn eines siebten Sohnes, der vierzehnjährige Junge Tom Ward. Im ersten Band, der hier verfilmt wird, treffen sie auf eine fiese Hexe, gespielt von Julianne Moore. In weiteren Rollen sind auch noch Kit Harington und Alicia Vikander dabei.

(via)

Tron: Legacy (2010)

„It’s Bio-Digital Jazz, Man!“

Ich hab mir ein Weilchen überlegt, ob ich überhaupt was zu Tron: Legacy schreiben soll. Denn ich habe den Vorgänger nicht wirklich gesehen (es sei denn knappe 30 Minuten auf Video, TV-Aufnahme mit deutscher Tonspur, die ab der Mitte ausfiel, reichen, um einen Film als „gesehen“ zu bezeichnen), und es fehlte mir, wie ich später bemerken sollte, doch mehr Vorwissen, als ich erwartet hätte. Dennoch war es nicht so, dass ich den Film überhaupt nicht verstand, aber bei einigen Dingen konnte ich nicht so schnell folgen, wie es beispielsweise ein Kenner des Originals tun würde.

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Iron Man (2008)

Gerade wieder Iron Man geschaut. Sozusagen als Einstimmung auf den zweiten Teil, der diesen Sommer erscheint. Nach Alice in Wonderland nun mein nächstes Kinohighlight. Ich liebe den Kick-Ass-Stil des Films, der durch die Wahl von ACDC für den Soundtrack des zweiten Teils unterstrichen wird. Dabei kenn ich Iron Man gar nicht. Ja überhaupt bin ich ein schlechter Comicfan. Ich lese keine Superhelden-Comics, liebe aber die Filme. Die Batman-Comics meines Bruders hab ich jeweils gelangweilt zugeklappt. Daher richten sich meine Erwartungen immer nach den Filmen und haben keinen Bezug zu den Comics oder den Charakteren, die die Comicleser kennen. 😉 Vielleicht manchmal auch besser. So konnte ich mich rasch mit Heath Ledger als Joker anfreunden, womit ich ein Weilchen wohl alleine dastand 😀 Aber zurück zum Thema, zurück zu Jon Favreaus Superheldenverfilmung Iron Man.

Story

Tony Stark, Boss des Waffenherstellers Stark Industries, wird nach einer Waffenpräsentation in Afghanistan entführt und festgehalten. Er soll für eine Terroristengruppe, die Jericho, eben diese neue Waffe, bauen. Aufgrund einiger Raketensplitter die in den Körper gelangten, hat ihm sein Mitgefangener Yinsen einen Elektromagneten implantiert, der diese davor zurückhält, die Organe anzugreifen. Heimlich baut Stark eine Rüstung, die mit einem eingebauten Reaktoren funktioniert und gelangt so in die Freiheit. Zurück in Amerika arbeitet er daran, diese Rüstung zu verbessern. Doch er hat die Rechnung ohne den Firmenkonkurrenten Obadiah Stane gemacht…

Darsteller & Charaktere

Es gibt durchaus Filme, in denen Robert Downey Jr. mich überzeugt, mein lieber Christiansfoyer 😉  Dieser war zum Beispiel einer (Ich brauch übrigens noch einen passenden Übernamen für dich :P). Den Wandel vom Playboy zum Kerl, dem plötzlich die Augen geöffnet werden, vollzieht Downey Jr. vollkommen glaubwürdig. Jeff Bridges steht dem als gnadenloser, von Ehrgeiz getriebener Visionär (mit Segway ^^) in Nichts nach. Was mich – trotz der Tatsache, dass Don Cheadle übernimmt – stört, ist, dass die Rolle von Rhodes auf den zweiten Teil hin einen neuen Darsteller erhält. Ich mochte solche Darstellerwechsel noch nie, aber dafür kann Terrence Howard, zumindest was seine Darstellung von Rhodes in Teil 1 anging, nichts.

Actionszenen

Der Film lebt von seinen Actionszenen, von denen es zwar wenige, dafür unglaublich spannende gibt. Gerade die Luftfights gehen ab wie nix, allen voran der Fight mit den zwei Huntern, die übrigens interessanterweise als Whiplash I & II bezeichnet wurden… klingelts? Allgemein sind die Flugszenen sehr cool und vorallem glaubwürdig gestaltet. Auch der Schlussfight ist, aus visueller Sicht (klingt das doof), gelungen, ich liebe das Bild, wie Iron Man hochfliegt und dicht von Obadiah verfolgt wird. Genial.

Überzeichung

Ein Faktor, der zeitweise auf die Nerven ging, war die Überzeichnung der Figuren und Fights. Obadiah Stane wirkt teilweise sehr karikiert, wobei das bei einer weniger tiefgründigen Comicverfilmung noch durchgeht und gewissermassen auch zu seiner Figur passt. Weitaus nerviger waren die Zehn Ringe, bzw. die beiden Bosse, die eine ziemlich lächerliche Figur machen. Der finale Kampf zwischen Obadiah und Tony wirkte auch sehr voraussehbar, er war komplett nach dem Schema Punkt für den Bad Guy – Punkt für den Good Guy – Beinahe-Sieg für den Bad Guy – Last Minute Sieg für den Good Guy gestaltet. Etwas schade, aber der Film verträgt das gut, da er allgemein etwas parodistisches hat.

Soundtrack

Wer meine Reviews liest, der weiss, dass ich viel Wert auf den Soundtrack lege. Einen grossen Teil des „Kick-Ass-Feelins“ übernimmt der rockige Score, der im zweiten Teil offenbar gänzlich weggelassen wird, und durch einen ACDC-Soundtrack ersetzt wird. Ob das eine gute Idee ist, weiss ich nicht. Ich glaube, man hätte besser einen Score und einen Soundtrack produziert, so ohne Score wirkt das Ganze sicher trocken. Jedenfalls ist der Soundtrack zu Iron Man sehr schön, auch wenn ich ihn etwas eintönig finde. Passt aber gut in den Film, und das zählt in erster Linie. Offenbar hat der Komponist Ramid Djawadi die Stücke erst auf Gitarre komponiert, und dann für Orchester umgeschrieben, um den rockigen Sound beizubehalten. Mission gelungen!

Iron Man vs. The Dark Knight

Welcher der beiden 2008 erschienenen Superheldenfilme wohl besser abschneiden würde, war eine vielfach gestellte Frage, doch letztlich obsiegte DC über Marvel und der dunkle Ritter brachte den Sieg heim. Nebst den offensichtlichen Differenzen zwischen den Filmen bilden sich auch andere Unterschiede. Auf der einen Seite, der düstere, grösstenteils ernsthafte Film, der vorwiegend in dunklen Farben gehalten wurde, auf der anderen Seite der Action-Film, voll mit Scherzen und gut verpacktem Slapstick. Hier der eher introvertierte und tiefgründige Chris Nolan, dort der ziemlich offene und verspielte Jon Favreau. Abgesehen davon, dass The Dark Knight für mich die ultimative Comicverfilmung ist, heisst das nicht, dass diese Machart die richtige ist. Oder hättet ihr euch Iron Man im düsteren Batman-Stil vorstellen können? Ich nicht. So unterschiedlich die Filme sind, beide sind auf ihre Art gelungen!

Bilderquelle: Cinefreaks.com