Hoi Houdini!

Houdini

Seit gestern hat die Stadt Zürich fünf zusätzliche Kinosäle – Bei der Kalkbreite öffnete mit dem Kino Houdini ein neues Kino, das ein interessantes Konzept verfolgt: Kleine Säle sollen für ein gemütliches Ambiente und Komfort sorgen, statt der gängigen Massenware werden Nischenfilme und kleinere Produktionen gezeigt. Neben dem Kino betreibt das Houdini zudem auch eine Bar, die den Besucher auch nach dem Film noch zum Verweilen einlädt.

Natürlich habe ich mich auf den neuen Filmpalast gefreut wie ein kleines Kind, schliesslich ist mit der Neugass Kino AG die selbe Betreiberin am Werk, wie beim Riffraff, meinem Lieblingskino in der Stadt. Der Besuch am ersten Spieltag zeigte denn auch, dass meine Vorfreude nicht fehlgeleitet war: Das Houdini ist wirklich so gemütlich, wie man meint. Das Foyer ist eine geräumige Halle und die Bar fungiert gleichzeitig als Ticketkasse. Da das Houdini ohnehin nicht soviele Sitzplätze hat, ist auch die Gefahr von langen Wartezeiten für ein Bier nicht so gross.

Unser Film läuft in Kino 4, für das man erst einmal einige Treppen hochsteigen muss – doch dafür kann man einen Blick in das gleich hinter dem Kino liegende Tramdepot an der Kalkbreite werfen, und dafür lohnt sich der Aufstieg allemal. Der Kinosaal selber gefällt mit schönen und extrem komfortablen Sitzen, die zusätzlich mit grosser Beinfreiheit aufwarten. Gerade für Zuschauer mit langen Beinen ist das definitiv eine Wohltat. Wer schon einmal im kleinen Saal des Arthouse Piccadilly war, weiss, wovon ich rede.

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Was den Film selber betrifft, so erfindet das Houdini das Rad nicht neu. Aber das muss es auch gar nicht, denn es übernimmt das Konzept des Riffraff, und das ist sehr gut. Heisst: Der Werbeblock stammt ebenfalls von der Agentur Bildwurf, die Grafiker und Illustratoren für die Kunden vermittelt und damit für gestalterisch ansprechende Werbeplakate sorgt. Die Filme werden zudem wie im Riffraff ohne Pause gezeigt – wobei ich mich da kürzlich bei der Zweitsichtung von Boyhood eines Besseren belehren lassen musste, aber der Film ist ja auch drei Stunden lang.

Auf jeden Fall ist das Kino Houdini einen Besuch wert. Die Zeit wird zeigen, ob das Kino es schafft, zu meinem neuen Lieblingskino zu werden – Das film- und kundenfreundliche Konzept und die charmante Umsetzung dessen machen aber auf jeden Fall Hoffnung. Im Houdini wird Film noch richtig zelebriert.