Kinotipps: 11. August 2016

Kinotipps

Wieder ist eine Woche verstrichen und es hat sich in der Liste der empfehlenswerten Kinofilme einiges geändert. Hier also fünf Empfehlungen und einen Film, vor dem ich euch warne:

Ghostbusters

Ghostbusters – Paul Feig
Seit 4. August 2016

Ich habe den 1984er-Ghostbusters einmal gesehen, fand ihn okay, und das wärs dann auch schon. Dass ich dem Remake mit Skepsis gegenübertrat, lag also nicht an nostalgischen Gefühlen, sondern einfach, weil es doof aussah. Der rasante Action-Film von Spy-Macher Paul Feig ist denn auch gar kein Meisterwerk, aber immerhin witzig genug um den ganzen Shitstorm nicht verdient zu haben. Statt der vier männlichen Nerds sollen nun vier Frauen für Recht und Ordnung in der Geisterwelt sorgen. Dass mit Chris Hemsworth ausgerechnet ein Mann den vier mal mehr, mal weniger nervigen Heldinnen (looking at you Kate McKinnon) die Schau stiehlt, ist wohl einfach eine unglückliche Fügung des Schicksals. Der Thor-Darsteller ist als dümmlicher Rezeptionist aber auch wirklich göttlich.

Toni Erdmann – Maren Ade
Seit 21. Juli 2016

Toni Erdmann ist für mich der beste Film des bisherigen Filmjahres – ein herrlich absurdes Vater-Tochter-Drama mit zwei bestens aufgelegten Hauptdarstellern. Während knapp drei Stunden zeigt Regisseurin Maren Ade, was passiert wenn Welten aufeinanderprallen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dazu: Die wohl beste Whitney Houston-Gesangseinlage ever.

The BFG – Steven Spielberg
Seit 21. Juli 2016

Mit The BFG inszeniert Steven Spielberg ein fantastisches Kinderbuch von Roald Dahl – das Ergebnis ist ein aberwitziger Film, der an die alten Werke des Kultregisseurs erinnert. Der Brite Mark Rylance ist als freundlicher Riese einmal mehr eine Wucht und harmoniert wunderbar mit der smarten Newcomerin Ruby Barnhill. Jemaine Clement darf zudem als fieser Riese zeigen, dass ihm die Rollen des Bösewichts liegen.

Star Trek Beyond – Justin Lin
Seit 21. Juli 2016

Wie auch bei Ghostbusters sahen die Trailer zu Star Trek Beyond nicht gerade überzeugend aus. Zum Glück ist der von Simon Pegg mitverfasste Sci-Fi-Streifen bei Weitem nicht das Trainwreck, das er hätte sein können. Justin Lin kehrt nach zwei Star Wars-gefärbten Filmen wieder zum Charme der originalen Filme zurück – weniger Locations und weniger Lens Flares. Soweit, so gut – ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil.

The Nice Guys – Shane Black
Seit 2. Juni 2016

Russell Crowe und Ryan Gosling als bescheuertes Detektiv-Duo, das einen vermeintlichen Mordfall aufdecken muss? Hell yeah! The Nice Guys von Shane Black sollte ursprünglich eine TV-Serie werden, bevor sich der Regisseur von Iron Man 3 dazu entschloss, einen Film daraus zu machen. Gottseidank – diese herrliche Actionkomödie im Seventies-Gewand ist einer der besten Filme des Jahres.

Kino_SchrottIceAge

Ice Age: Collision Course – Mike Thurmeier & Galen T Chu
Seit 30. Juni 2016

Sogar Co-Regisseur Mike Thurmeier weiss, dass das nichts war. Ice Age: Collision Course ist brutal gefloppt, und das völlig zu Recht. Ging es in den ersten Filmen noch darum, das Setting und die Prämisse (drei Urzeittiere werden in der Eiszeit zu Freunden) zu nutzen, erscheint sie den Machern inzwischen als Hindernis. Die UFO- und Yogagruppenlastige Geschichte hat endgültig den Bezug zur ursprünglichen Idee verloren. Auch verzweifelte Versuche, das Interesse des Publikums an den Figuren mit an den Haaren herbeigezogenen Problemen zu schüren, scheitern.

Kinotipps: 4. August 2016

Kinotipps

Nach einer längeren Pause melde ich mich wieder zurück mit den Kinotipps. Hier sind fünf Filme, die ihr euch am ersten Augustwochenende ansehen könnt, und einen, auf den ihr lieber verzichtet.

ToniErdmann

Toni Erdmann – Maren Ade
Seit 21. Juli 2016

Zu diesem Film wurde ja eigentlich schon alles gesagt, ich bemühe mich trotzdem. Maren Ades Familiendrama ist zugleich witzig und berührend, die Regisseurin hält uns mit Toni Erdmann geschickt den Spiegel vor und zeigt uns die verschiedenen Facetten zwischenmenschlicher Beziehungen. Sie erzählt in ihrem Film von einem Vater, der die Nähe seiner Tochter sucht, und sich dazu verstellen muss, und von einer jungen Frau, die in einer Männerdomäne um Akzeptanz kämpft. Peter Simonischek und Sandra Hüller brillieren in den Hauptrollen dieses fast dreistündigen Films, der keine Wünsche offen lässt.

The BFG – Steven Spielberg
Seit 21. Juli 2016

Es ist lange her, dass Steven Spielberg einen Familienfilm gedreht hat – in den letzten Jahren hat der Kultregisseur vorallem ernste und düstere Stoffe verfilmt. Nun kommt mit The BFG die witzige Verfilmung des Roald Dahl-Buches. Die neunmalkluge Sophie (herrlich gespielt von Newcomerin Ruby Barnhill) schliesst Freundschaft mit dem friedlichen Riesen BFG (Big Friendly Giant). Gemeinsam müssen sie den menschenfressenden anderen Riesen das Handwerk legen. Der Witz und die generelle Unbeschwertheit von The BFG lassen an die Magie der früheren Werke von Spielberg erinnern.

Star Trek Beyond – Justin Lin
Seit 21. Juli 2016

Das sah ja zwischenzeitlich nach einem ziemlichen Trainwreck aus, doch Justin Lin gelingt es tatsächlich, J.J. Abrams würdig zu beerben. Der dritte Star Trek verbindet gekonnt den Charme der alte Filme und Episoden mit dem neuen von Abrams geprägten Look. Das Ergebnis ist ein actionreicher Sci-Fi-Streifen, der bis zum Schluss spannend bleibt. Wie Idris Elbas Bösewicht Krall ist auch Star Trek Beyond deutlich besser als erwartet. Einer der besten Blockbuster im aktuellen Programm.

Our Kind of Traitor – Susanna White
Seit 7. Juli 2016

Nach den Verfilmungen von Tinker Tailor Soldier Spy und A Most Wanted Man sowie der Serienumsetzung von The Night Manager ist Our Kind of Traitor bereits die vierte LeCarré-Adaptation in kurzer Zeit. Ein russischer Geldwäscher will den Briten im Tausch gegen Asyl sein Wissen preisgeben – dabei setzt er auf das britische Ehepaar Perry und Gail, die er während eines Urlaubs in Marrakesch kennenlernt. Ein grossartig besetzter (allen voran Damian Lewis als idealistischer MI6-Vertreter) und packend inszenierter Thriller.

The Nice Guys – Shane Black
Seit 2. Juni 2016

Die absurde Buddy-Komödie von Iron Man 3-Macher Shane Black ist mit Sicherheit eine der grossen Überraschungen des Filmjahres. Ryan Gosling und Russell Crowe brillieren als unfähiges Detektiv-Duo, das im L.A. der 70er-Jahre den Tod eines Pornosternchens und das Verschwinden einer jungen Frau aufdecken müssen. The Nice Guys ist eine rasante und schonungslose Action-Komödie, die nicht an Lachern spart und bis zum Schluss spannend bleibt.

 

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The Neon Demon – Nicolas Winding Refn
Seit 23. Juni 2016

Es hätte ja nicht gleich ein zweiter Bronson oder Drive sein müssen. Ich wäre auch schon zufrieden gewesen, wenn Nicolas Winding Refns neuer Film nur schon ansatzweise an das Niveau von Only God Forgives herangekommen wäre. Aber leider ist The Neon Demon weit davon entfernt, der Film über die Abgründe der Modeszene ist dem dänischen Regisseur brutal misslungen. Der zweistündige Trip in die Abgründe dieser Welt mag visuell überzeugen, inhaltlich bleibt The Neon Demon mit seiner plumpen und dämlichen Erzählung aber flach. Umso enttäuschender, wenn man um das Potential des Dänen weiss.

Kinotipps: 16. Juni 2016

Kinotipps

Keinen Bock auf Fussball? Dann hast du es schwer, denn auch im Kinoprogramm spürt man die Euro 2016. Heisst: Kaum neue Filme. An dieser Stelle trotzdem fünf Filme, die man sich ansehen könnte – und einen, auf den du besser verzichtest.

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Central Intelligence – Rawson Marshall Thurber
Ab 16. Juni 2016

Die meisten amerikanischen Komödien, die bei uns ins Kino kommen, sind gelinde gesagt Blödsinn. Central Intelligence bildet da keine Ausnahme – die Geschichte über einen FBI-Agenten, der mit seinem High School-Buddy eine Verschwörung aufdecken muss, ist sehr simpel gestrickt . Doch auch wenn Central Intelligence keine oscarreife Story bietet, macht der Film überraschend viel Spass. Dafür zeichnet sich vorallem Dwayne „The Rock“ Johnson verantwortlich: Seine Figur hat sich vom pummeligen Entlein zum aufgepumpten Schwan gemausert – der leicht durchgeknallte und einhornverliebte Hüne sorgt nun im Auftrag der CIA für Recht und Ordnung. Und das ist immer wieder total witzig, weshalb ich an dieser Stelle eine Empfehlung ausspreche. Läuft ja sonst nicht viel Schlaues.

Truth – James Vanderbilt
Seit 2. Juni 2016

Truth von James Vanderbilt erzählt, wie das aussehen kann, wenn investigativer Journalismus schiefgeht: Verdammt hässlich. Cate Blanchett und Robert Redford spielen die Hauptrollen in diesen Film über den Killian-Dokumenteskandal, der 2004 um ein Haar die zweite Amtszeit von George W. Bush gekostet hätte. Aber eben, nur fast. Vanderbilt inszeniert diese Geschichte packend und schonungslos – ein toller Politthriller.

The Nice Guys – Shane Black
Seit 2. Juni 2016

Ich war ja schon ein bisschen überrascht, wie witzig The Nice Guys wirklich ist. Die 70’s-Komödie von Shane Black ist der witzigste Film seit Langem – Ryan Gosling und Russell Crowe harmonieren als unkonventionelles Ermittlerduo, das das Verschwinden eines jungen Mädchens aufdecken soll, und urplötzlich im Mittelpunkt einer neuen Verschwörung steckt.

Warcraft – Duncan Jones
Seit 26. Mai 2016

Der Film von Duncan Jones ist unbestritten eine technische Meisterleistung – die Motion Capture-Darstellung der Orks ist beeindruckend. Dafür lohnt sich der Gang ins Kino allemal, auch wenn die Story und die grösstenteils unbekannten Darsteller hinter den Erwartungen zurückbleiben. Vielleicht kann die Fortsetzung von Warcraft, die inzwischen bereits beschlossene Sache sein dürfte, diese Fehler bereinigen.

En Man Som Heter Ove (Ein Mann namens Ove) – Hannes Holm
Seit 5. Mai 2016

Eine bissige Komödie aus Schweden, über einen verbitterten Rentner, der alles verloren hat, und eigentlich nur noch in Ruhe sterben will. Hannes Holms Buchverfilmung En Man Som Heter Ove ist verdammt witzig und hat zudem einen starken Rolf Lassgård in der Titelrolle.

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The Angry Birds Movie zum Fünften: Ich wünsche mir inzwischen sehnlichst einen anderen, miesen Film – einfach nur, damit ich nicht Woche für Woche Worte zu diesem Blödsinn verlieren muss. Darum zitiere ich aus den Beiträgen der letzten Wochen:

„Ich steche mir da ehrlich gesagt lieber die Augäpfel mit einer Gabel aus.“

„Der Film hat keine vernünftige Story und kann bestenfalls als eine Aneinanderreihung müder Nummern bezeichnet werden, die nie wirklich witzig sind.“

„The Angry Birds Movie ist nicht witzig genug, schlecht animiert und einfach nur plump.“

„[…] ein viel zu einfach gestrickter Film, der nie lustig genug ist, um darüber hinwegzutäuschen, dass er ein major cashgrab ist.“

Kinotipps: 9. Juni 2016

KinotippsStarke neun Wochen verbrachte Eddie the Eagle in dieser Liste, nun ist in der zehnten Woche Schluss (ich bin unschuldig, er läuft ganz einfach nicht mehr im Programm). Aber keine Angst, ein würdiger Ersatz wurde gefunden. Welcher Film das ist, und welche vier anderen Filme ich euch auch noch ans Herz lege – und vor welchem Film ich einmal mehr warne, in den aktuellen Kinotipps.
Truth

Truth – James Vanderbilt
Seit 2. Juni 2016

Nachdem uns Filme wie Spotlight oder Frost/Nixon gezeigt haben, wie Journalisten den Bösen einen Strich durch die Rechnung machen, ja sie sogar zu Fall bringen können, ist es ganz schön, einen pessimistischen Film wie Truth zu haben. James Vanderbilts Regiedebüt erzählt die Geschichte des Killian-Dokumentenskandals von 2004, als die CBS-Journalisten Mary Maples und Dan Rather eine Ungereimtheit in George W. Bushs Vergangenheit entdecken. Als Zweifel an der Echtheit der zugrundeliegenden Dokumente aufkommen, finden sich Maples und Rather unverhofft im Auge des Shitstorms wieder. Vanderbilt setzt mit Cate Blanchett und Robert Redford auf zwei solide Schauspielgrössen, die selbst leichte Mängel im Drehbuch problemlos wettmachen.

The Nice Guys – Shane Black
Seit 2. Juni 2016

Drehbuchautor und Regisseur Shane Black liefert mit The Nice Guys eine herrlich absurde Film-Noir-Satire über zwei ungleiche Schnüffler, die in den 70ern nach einem vermissten Mädchen suchen. Russell Crowe und Ryan Gosling übernehmen die Hauptrollen in diesem Dauerfeuerwerk der fiesen One-Liner und bissigen Sprüche.

Warcraft – Duncan Jones
Seit 26. Mai 2016

Wer mit bunter Fantasy nichts anfangen kann, wird auch sicher kein Freund von Warcraft. Die Gameverfilmung von Duncan Jones wartet mit einem bemühten Konflikt und einer Heerschar schlechter Schauspieler auf. Doch das effektlastige Fantasy-Epos hat, nun, Effekte. Und die sind so überzeugend, dass man den Film durchaus für seine Figuren und Landschaften empfehlen kann. Ein Meisterwerk wird er deswegen aber noch nicht.

X-Men: Apocalypse – Bryan Singer
Seit 19. Mai 2016

Auch X-Men: Apocalypse ist alles andere als ein Meisterwerk. Dafür ist der hegemoniale Bösewicht zu nervig (wofür Oscar Isaac vermutlich gar nicht soviel kann) und die Story zu einfach gestrickt. Der bereits vierte Mutantenfilm der unter der Regie von Bryan Singer entstand, setzt stattdessen auf grosse Action-Momente und die verschiedenen neuen und alten Figuren, die perfekt harmonieren. Ehrensache, dass der von Evan Peters verkörperte, superschnelle Quicksilver einmal mehr allen die Schau stiehlt.

En Man Som Heter Ove (Ein Mann namens Ove) – Hannes Holm
Seit 5. Mai 2016

Die bitterböse Komödie aus Schweden schlug hierzulande ein wie eine Bombe – das Counterprogramming zu den grossen Blockbustern ging offensichtlich auf. Der Film von Hannes Holm ist aber auch wirklich schwer empfehlenswert. En Man Som Heter Ove erzählt liebevoll die Geschichte des lebensmüden und frustrierten Rentners Ove, der mit der turbulenten Nachbarschaft überhaupt nicht klarkommt. Dabei vermisst Ove eigentlich nur seine früh verstorbene Frau. En Man Som Heter Ove ist Up mit echten Menschen, quasi.

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The Angry Birds Movie – Clay Kaytis, Fergal Reilly
Seit 12. Mai 2016

Wer wissen will, ob der Humor von The Angry Birds Movie seinen Geschmack trifft, für den eine kleine Kostprobe: In einer Szene pinkelt ein Vogel eine geschlagene Minute lang in einen See. Falls das etwas für euch ist – bitte. Ich steche mir da ehrlich gesagt lieber die Augäpfel mit einer Gabel aus.

Kinotipps: 2. Juni 2016

Kinotipps
Das erste Juni-Wochenende steht an – Lust auf Kino? Dann habe ich fünf heisse Empfehlungen für euch!

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The Nice Guys – Shane Black
Ab 2. Juni 2016

Regisseur Shane Black hat ja schon mit Kiss Kiss Bang Bang eine ordentliche Kiste abgeliefert, aber was er da mit The Nice Guys macht, ist nochmal auf einem ganz neuen Level. Seine Film Noir-Komödie über zwei Privatermittler, die in den 70ern eine vermisste junge Frau ausfindig machen müssen, ist einer der besten Filme des Jahres. Mit Ryan Gosling und Russell Crowe setzt Black auf zwei Hauptdarsteller, die sich für nichts zu schade sind. Gosling und Crowe spielen so gut wie schon lange nicht mehr – das ungleiche Duo harmoniert wunderbar. Dazu liefert der Regisseur von Iron Man 3 ein wendungsreiches und scharfzüngiges Drehbuch, gegen das selbst die One-Liner von Deadpool zahm aussehen.

Warcraft – Duncan Jones
Seit 26. Mai 2016

Wenn man wirklich will, dann gibt einem Warcraft Grund genug, enttäuscht zu sein. Der Film ist Welten davon entfernt, den Ruf der Game-Verfilmungen retten. Der grosse Schwachpunkt sind die unzähligen Figuren, die alle gleichzeitig um die Aufmerksamkeit des Publikums buhlen, uns aber im Grunde eigentlich alle einfach egal sind. Dem Film fehlen die grossen Namen, die ein solch grosses Projekt schultern können. Zum Glück sitzt auf dem Regiestuhl aber nicht irgendjemand, sondern Duncan Jones. Der junge britische Regisseur kann bei dieser schauspielerischen Hypothek zwar kein Meisterwerk mehr abliefern, aber immerhin einen soliden Sommerblockbuster, der vorallem in Bezug auf die Effekte und die gezeigten Welten überzeugen kann. Die Fortsetzung, die sich dieser Film so sehr wünscht, wird Warcraft wohl nicht bekommen – man würde sie ihm aber gönnen.

X-Men: Apocalypse – Bryan Singer
Seit 19. Mai 2016

Ganz soviel Liebe von Publikum & Kritik wie für X-Men: Days of Future Past gab es für die Fortsetzung leider nicht, was eigentlich schade ist. Denn obschon X-Men: Apocalypse bei Weitem nicht so tiefgründig und komplex daherkommt wie noch der letzte Film, liefert uns Bryan Singer einen soliden Nachfolger. Der neunte Mutantenfilm erzählt die Geschichte eines übermächtigen Mutanten, der nichts anderes, als die Erde zerstören will. X-Men: Apocalypse bietet viel Action und tolle Kampfsequenzen, die der Regisseur in starken Bildern einfängt. Der Film führt zudem einige junge Mutanten ein – trotz zahlreicher Figuren gelingt es Singer aber, das Gleichgewicht zu halten. Schade nur, dass Oscar Isaac statt zu schauspielern hinter einer dicken Schicht Make-Up versteckt irgendwelchen Nonsens brüllen muss.

En Man Som Heter Ove (Ein Mann namens Ove) – Hannes Holm
Seit 5. Mai 2016

En Man Som Heter Ove ist wieder einmal eine dieser kleinen Arthouse-Perlen. Aus dem hohen Norden kommt die Geschichte über einen grummligen Rentner, der sich eigentlich einfach nur in Ruhe umbringen will. Das turbulente Leben in seiner Nachbarschaft macht ihm aber einen Strich durch die Rechnung. Mit einem Rolf Lassgård in Bestform ist dieser schwedische Up schwer zu empfehlen!

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Regisseur Dexter Fletcher stammt aus dem Dunstkreis von Guy Ritchie und Matthew Vaughn, fiel aber bislang vorallem als Schauspieler auf. Mit Eddie the Eagle beweist der Brite, dass er aber auch als Regisseur etwas taugt. Die absurde Komödie über einen schusseligen Skispringer (herrlich verkörpert von Taron Egerton) ist einer der Überraschungs-Hits des Jahres.

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The Angry Birds Movie – Clay Kaytis, Fergal Reilly
Seit 12. Mai 2016

Über 200 Millionen hat The Angry Birds Movie weltweit schon einigespielt, verglichen mit den 70 Millionen Produktionskosten* ein solides Ergebnis. Leider aber auch höchst unverdient. Der Film hat keine vernünftige Story und kann bestenfalls als eine Aneinanderreihung müder Nummern bezeichnet werden, die nie wirklich witzig sind. Ich mag eigentlich gar nicht mehr Worte über den Film verlieren. Just… don’t do it.

* verglichen mit den Marketingkosten von 300 Millionen ein Klacks

Kinotipps: 26. Mai 2016

Kinotipps

Eine neue Kinowoche steht an, 5 Tipps für regnerische (oder viel zu heisse Tage). In der Liste hat sich einiges geändert, einige neue Filme kamen hinzu. Und natürlich gibt es wie immer auch noch eine Warnung…
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Alice Through The Looking Glass – James Bobin
Ab 26. Mai 2016

Für einen Film, der jetzt wirklich niemand ausser dem Studio wollte, macht sich Alice Through The Looking Glass nicht schlecht. Die Fortsetzung von The Muppets-Macher James Bobin erzählt eine eigenständige Geschichte und beschreitet neue Wege. Alice, die nach Wonderland zurückkehrt, muss dem Mad Hatter helfen und bringt dabei die Zeit durcheinander. Diese ist übrigens alles andere als abstrakt, sondern eine echte Person, herrlich schrullig verkörpert von Sacha Baron Herzog. Abgesehen von ihm nerven die meisten Figuren in dieser Fortsetzung – da hätte man auch gerne auf einige Gesichter aus dem ersten Film verzichten dürfen. Und wie immer sind die Effekte… nicht immer gleich gelungen.

X-Men: Apocalypse – Bryan Singer
Seit 19. Mai 2016

Von den sechs Superheldenfilmen in diesem Jahr reizte mich X-Men: Apocalypse eindeutig am Wenigsten. Ich war nie ein grosser Fan der Mutantenschar und die Trailer sahen mir zu bunt und campy aus. Tatsächlich hat mir der Film aber sehr gut gefallen – er mag recht einfach und geradlinig gestrickt sein, aber er funktioniert – und wird vorallem nie langweilig. Der ägyptische Apocalypse, seines Zeichens der erste Mutant wacht 1983 aus dem Dornröschenschlaf auf. Sein Plan: Die Erde zu zerstören und eine neue Welt nach seiner Vorstellung zu schaffen. Klar, dass die X-Men etwas dagegen haben. Bryan Singer versammelt eine Vielzahl unterschiedlicher Figuren auf der Leinwand und schafft es, trotzdem jedem Charakter Leben einzuhauchen und gleichzeitig auch die Weichen für eine neue Ära zu stellen. Einzig Oscar Isaac, der als Übermutant Apocalypse vom vielen Makeup erdrückt zu werden scheint, bleibt blass.

En Man Som Heter Ove (Ein Mann namens Ove) – Hannes Holm
Seit 5. Mai 2016

Die Buchvorlage zu En Man Som Heter Ove kannte ich überhaupt nicht, aber der Trailer sah witzig aus. Und in dieser bissigen schwedischen Komödie über einen desillusionierten und grummligen Rentner kommt man auch wirklich auf seine Kosten. Regisseur Hannes Holm inszeniert diese Geschichte gleichermassen witzig und berührend. Rolf Lassgård besticht zudem in der Hauptrolle dieses zutiefst verletzten Mannes, der seine Trauer über den Tod seiner Frau an seinen Mitmenschen auslässt. Wollte man jetzt kleinlich sein, so müsste man aber doch noch festhalten, dass En Man Som Heter Ove im Grund einfach Up ohne Ballons ist.

Kollektivet – Thomas Vinterberg
Seit 21. April 2016

Auch aus dem Norden, wenn auch aus Dänemark statt Schweden, kommt Kollektivet von Ausnahmeregisseur Thomas Vinterberg. Mit viel Zurückhaltung erzählt der Filmemacher die Geschichte eines Paares in den 70er-Jahren, das das Feuer ihrer Liebe erneut entfachen will. Aus diesem Grund ziehen sie mit Freunden in eine grosse Villa und gründen eine Kommune. Doch die Probleme haben sich dadurch nicht einfach in Luft aufgelöst. Eine eindrückliche Charakterstudie in Form eines Quasi-Kammerspiels.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Seit der ersten Ausgabe und damit schon geschlagene acht Wochen in dieser Liste dabei ist Eddie the Eagle, die liebevolle und absurde Komödie über einen waschechten Underdog. Der schrullige Michael Edwards will unbedingt an Olympischen Spielen teilnehmen, ist aber leider überhaupt nicht talentiert. Als er durch eine Lücke im Regelwerk 1988 als Skispringer nach Calgary fährt, sorgt der schrullige „Eddie the Eagle“ für Furore. Taron Egerton besticht in der Hauptrolle, Hugh Jackman gibt den grummligen Coach.

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The Angry Birds Movie – Clay Kaytis, Fergal Reilly
Seit 12. Mai 2016

Fast 400 Millionen soll The Angry Birds Movie gekostet haben – das Marketingbudget miteingerechnet. Mit Merchandise und Lizenzen dürften die Macher das Geld zwar wieder einspielen, ob es aber an der Kinokasse reicht, wage ich zu bezweifeln. Die lustlose Spielverfilmung läuft zwar im Moment nahezu ohne Konkurrenz, dürfte aber schon bald von Finding Dory und Konsorten aus den Kinosälen verdrängt werden. Zu Recht: The Angry Birds Movie ist nicht witzig genug, schlecht animiert und einfach nur plump.

Kinotipps: 19. Mai 2016

KinotippsDiese Woche ändert sich nur wenig – wer also an Pfingsten nicht dazu kam, meine Kinotipps zu befolgen, hat diese Woche noch Zeit.

CivilWar

Captain America: Civil War – Joe & Anthony Russo
Seit 28. April 2016

Marvel-Film Nummer 12 ist zwar bei Weitem kein Meisterwerk, aber trotz allem solides Actionkino mit Tiefgang. Captain America: Civil War stellt unangenehme Fragen – der Film der Russo Brothers bleibt uns aber bis zum Schluss leider die Antworten schuldig. Robert Downey Jr. spielt stark (badumm-tss) und die Neuzugänge Tom Holland (Spider-Man) und Chadwick Boseman (Black Panther) sind angenehm erfrischend. Da sieht man gerne über die verschwendeten Daniel Brühl und Martin Freeman hinweg.

Kollektivet – Thomas Vinterberg
Seit 21. April 2016

Die dänische Filmikone Thomas Vinterberg verfilmt mit Kollektivet ein von ihm verfasstes Bühnenstück über eine Kommune, die nicht ganz so gut funktioniert, wie sich das die Beteiligten erhofft hatten. Vinterberg beweist mit diesem Film einmal mehr, was für ein versierter Autorenfilmer er doch ist.

Une Famille à Louer – Jean-Pierre Améris
Seit 21. April 2016

Benoît Poelvoorde gibt in Une Famille à Louer von Jean-Pierre Améris einen einsamen Superreichen, der erleben will, wie es ist, eine Familie zu haben. Aus diesem Grund „mietet“ er die Familie einer alleinerziehenden Mutter. Wirklich überraschen dürfte dieser Film mit seiner geradlinigen Erzählweise niemanden, aber so charmant wie Améris seine Geschichte inszeniert, verzeiht man ihm das gerne.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Nach Cool Runnings startet wieder eine Komödie über einen untalentierten und ehrgeizigen Sportler so richtig durch. Taron Egerton spielt den britischen Skispringer Michael Edwards, der als „Eddie the Eagle“ 1988 die Winterspiele von Calgary aufmischt. Eddie the Eagle ist eine herrlich absurde Komödie mit einem wunderbaren Taron Egerton.

Hail, Caesar! – The Coen Brothers
Seit 18. Februar 2016

Hail, Caesar! versammelt einen unglaublichen Cast – George Clooney, Josh Brolin oder Tilda Swinton geben sich für die Coen Brothers die Ehre. Die Komödie über einen entführten Hauptdarsteller, eine sinistre Verschwörung und einen überforderten Studioboss ist herrlich inszeniert und macht bis zum Schluss verdammt viel Spass.

Kino_SchrottAngryBirds

The Angry Birds Movie – Clay Kaytis, Fergal Reilly
Seit 12. Mai 2016

In einem Jahr, in dem wir in den Genuss zahlreicher unglaublich „toller“ Animationsfilme kommen (The Secret Life of Pets und Sing, Trolls, Ice Age: Collision Course oder Storks, um nur einige dieser Meisterwerke in spe zu nennen), dürfte The Angry Birds Movie wohl kaum der schlimmste Vertreter seines Genres sein. Der Film, der offenbar allein für das Marketing 300 Millionen gekostet haben dürfte, hat durchaus seine lustigen Momente. Alles in allem ist die Verfilmung des beliebten Handyspiels aber ein viel zu einfach gestrickter Film, der nie lustig genug ist, um darüber hinwegzutäuschen, dass er ein major cashgrab ist.

Kinotipps: 12. Mai 2016

KinotippsEs ist wieder Donnerstag, was heisst: Zeit für die Kinotipps! Ich bin leider nicht dazu gekommen, ins Kino zu gehen, weshalb die Liste gleich bleibt. Nächste Woche dann, okay?

CivilWar

Captain America: Civil War – Joe & Anthony Russo
Seit 28. April 2016

Ich behalte Captain America: Civil War in dieser Liste, wenn ihr dafür mit diesem „Bester Marvel-Film Ever“-Blödsinn aufhört. Das ist noch immer Guardians of the Galaxy, The Avengers oder Iron Man. Aber sicher nicht dieser Film. Das dritte Abenteuer des patriotischen Helden bietet solide Action, viel Tiefgang und starke neue und alte Helden. Das muss man ihm lassen – er macht Spass. Der Film krankt aber an der fehlenden Eigenständigkeit die durch die starke Vernetzung einhergeht und die dafür sorgt, dass sich mittlerweile alle grossen Marvel-Filme gleich anfühlen.

Kollektivet – Thomas Vinterberg
Seit 21. April 2016

Nach Festen und Jagten nimmt sich Thomas Vinterberg mit Kollektivet eines weniger schweren Themas an: Eine Kommune in den Siebzigern steht im Zentrum dieser Theaterverfilmung. In der Hoffnung, ihre kriselnde Ehe noch irgendwie zu retten, ziehen Erik und Anna mit einigen Freunden zusammen. Vinterberg inszeniert diese Geschichte berührend und trotz des vorhersehbaren Ausgangs bis zum Schluss spannend.

Une Famille à Louer – Jean-Pierre Améris
Seit 21. April 2016

Nein, ein grosser Wurf ist Une Famille à Louer aus Frankreich nicht. Die Komödie über einen einsamen Geldsack, der einmal eine Familie „ausprobieren“ möchte, ist sehr klischeehaft umgesetzt. Aber: Sie hat Benoît Poelvoorde in der Hauptrolle. Der belgische Schauspieler gefällt als schrulliger Business-Mann, der vom Familienleben völlig überfordert ist – der Belgier trägt den Film locker. Und so verlässt man das Kino zwar nicht schlauer, aber mit der erneuten Erkenntnis, dass Poelvoorde grossartig ist.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Taron Egerton stellt nach Kingsman: The Secret Service erneut eindrücklich sein Können unter Beweis. In Eddie the Eagle gibt er den Titelhelden, den wahnwitzigen und ungeschickten britischen Skispringer Michael Edwards, der um jeden Preis Olympionike werden wollte und 1988 für sein Land an die Spiele in Calgary fährt. Dexter Fletcher überspitzt die Ereignisse geschickt und macht den Film so zu einem absurden und aberwitzigen Erlebnis.

Hail, Caesar! – The Coen Brothers
Seit 18. Februar 2016

Die Coen Brothers beschwören mit Hail, Caesar! das goldene Zeitalter des Kinos herauf. Die beiden Regisseure tun dies mit grossen Namen, tollen Kostümen und Sets und viel Witz. Josh Brolin ist herrlich als überforderter Studio-Heini, während George Clooney den dümmlichen Superstar gibt. Definitiv einer der Filme, die man dieses Jahr gesehen haben muss! (Star Wars läuft ja nicht mehr)

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The Jungle Book – Jon Favreau
Seit 14. April 2016

Ich habe in den vergangenen Wochen viel Schrott im Kino gesehen, am Meisten geärgert hat mich aber dieser Film. The Jungle Book hätte toll werden können, herausgekommen ist aber ein wildes Durcheinander. Das liegt sicher daran, dass Favreau selber nicht ganz zu wissen scheint, was er mit dem Film so richtig will. Mal soll er düster sein, mit hyperrealistischen Viechern und epischer Musik, dann wieder sollen die Figuren witzig sein und locker-flockig „Bare Necessities“ düdeln. Passt hinten und vorne nicht und nervt auf die Dauer nur. Next!

Kinotipps: 5. Mai 2016

Kinotipps
’s ist ein schöner Tag im Mai, wer nicht arbeitet hat frei! Ist herrscht zwar kein Kinowetter, aber hier gibt es trotzdem noch die Kinotipps für das Auffahrtswochenende. Fünf Empfehlungen, und – wie immer – ein Film auf den man getrost verzichten kann.

CivilWar

Captain America: Civil War – Joe & Anthony Russo
Seit 28. April 2016

Ich ging mit hohen Erwartungen an Captain America: Civil War, den nunmehr dreizehnten Film des Marvel Cinematic Universe. Ganz erfüllen kann der Film diese Erwartungen leider nicht. Dafür dauert er mit zweieinhalb Stunden Laufzeit schlicht zu lang und auch die Story ist schleppend und unfertig. Trotzdem ist dieser Konflikt der Ideologien packend und mit viel Tiefgang inszeniert. Speziell die Figur des Iron Man gewinnt durch diesen Film an Tiefe, was auch Robert Downey Jr. zu verdanken ist, der seine Rolle stark spielt und dem man die innere Zerrissenheit locker abkauft. Während andere, etablierte Charaktere wie Hawkeye, War Machine oder Vision langweilen, führen die Regisseure mit Black Panther und Spider-Man zwei starke neue Figuren ein, die den Film bereichern. Auf ihre beiden Solo-Auftritte freue ich mich schon jetzt. Captain America: Civil War ist zwar nicht das Meisterwerk, als das er bezeichnet wird, aber ein solider Superheldenfilm mit ein bisschen mehr Hirn als sonst.

Kollektivet – Thomas Vinterberg
Seit 21. April 2016

Der Däne Thomas Vinterberg verfilmt mit Kollektivet ein Bühnenstück über eine Kommune in den Siebzigern. Erik erbt eine grosse Villa und lädt auf Wunsch seiner Frau Anna seine Freunde ein, fortan mit ihnen zu wohnen. Das muss einfach schiefgehen – doch trotz des vorhersehbaren Konflikts weiss Vinterberg zu fesseln. Das ist in erster Linie den authentisch geschriebenen, greifbaren Figuren geschuldet.

Une Famille à Louer – Jean-Pierre Améris
Seit 21. April 2016

Definitiv das Leichtgewicht in dieser Liste – die seichte und zuckersüsse Komödie aus Frankreich. Jean-Pierre Améris‘ Film erzählt die Geschichte eines einsamen Schwerreichen, der das Familienleben entdecken will und darum eine Familie aus der Unterschicht „mietet“. Wie es ausgeht, weiss man schon zu Beginn – doch es gelingt dem Regisseur immer wieder, mit Tiefgang zu überraschen. Und natürlich ist Benoît Poelvoorde wieder einmal grosse Klasse.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Ebenfalls leichte Kost ist Eddie the Eagle über einen trotteligen Skispringer (gespielt vom talentierten Newcomer Taron Egerton). Der Film von Dexter Fletcher tut niemandem weh und stellt auch kein Weltbild auf den Kopf. Eddie the Eagle ist ein liebevoll inszeniertes und kurzweiliges Biopic eines schillernden Underdogs, der an den Olympischen Spielen teilnehmen will  – for the sake of it. Und habe ich schon gesagt, dass Taron Egerton grossartig ist?

Hail, Caesar! – The Coen Brothers
Seit 18. Februar 2016

Die bissige Kinosatire der Coen Brothers ist ein Volltreffer. Eine charmante Liebeserklärung an die goldene Ära der Filmstudios mit einem herausragenden Ensemble. Josh Brolin gefällt als unerbittlicher Studiovertreter auf der Suche nach seinem dümmlichen Hauptdarsteller (George Clooney). Allen die Schau stiehlt aber auf jeden Fall Alden Ehrenreich, den man bisher nicht als tollen Charakterdarsteller kannte. Als zurückgebliebener John Wayne-Verschnitt ist der designierte Han Solo eine Wucht.

Kino_SchrottJungleBook
The Jungle Book – Jon Favreau
Seit 14. April 2016

Die Box Office-Flops Gods of Egypt und The Huntsman: Winter’s War haben soviel Hass nicht verdient, Batman v Superman: Dawn of Justice ist schon lange wieder irrelevant. The Jungle Book hingegen hält sich hartnäckig an der Spitze der Charts, kommt mit 94% positiven Bewertungen auf Rotten Tomatoes viel zu gut weg – und es ist sogar schon eine Fortsetzung geplant. Da muss ich einfach protestieren. Jon Favreaus Realverfilmung ist ein chaotischer Film, der nie genau weiss, ob er dem Original gerecht werden, oder doch alles über den Haufen werfen möchte. Ein fehlbesetzter Menschenjunge, unglaubwürdige Viecher und missglückte Songeinlagen. Das war leider nichts.

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