Lo & Leduc – Magma im Arm

Lorenz Häberli und Luc Oggier haben sich als Lo & Leduc in der Schweizer Musikszene bereits einen Namen gemacht und dürfen auf drei starke Releases – spartanisch mit Update 1.0, Update 2.0 und Update 3 betitelt – zurückblicken. Nun folgt am 11. April ihr nächstes Album, das es auch physisch und vorallem gegen Geld zu erstehen gibt, die drei Updates seinerzeit waren Gratis-Downloads. Bevor uns Zucker fürs Volk aus den Plattenläden entgegengrinst, warten die beiden Berner aber noch mit einer ersten Single auf, die den Titel Magma im Arm trägt und auf der uns das Duo gewohnt wortakrobatisch und verspielt begegnet.

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SAD feat. Büne Huber & Lo & Leduc – 1

In den vergangenen Jahren war ich überzeugt, dass schweizerdeutsche Musik ausgedient hat. Neben Züri West und Patent Ochsner, den beiden Grossen von früher, die auch heute noch gut wie eh und je sind, gibt es kaum noch Musiker, die Mundart singen, und wenn sie es tun, heissen sie meist Adrian Stern oder Baschi und gehören eh auf Lebenszeit vom Radio verbannt. In den letzten Jahren rückte aber eine neue Generation nach, die mit vielversprechender Musik auf Schweizerdeutsch aufwartet, und mit ihnen kehrte die Hoffnung in mir zurück, dass unsere Sprache musikalisch vielleicht doch noch würdig vertreten wird.

Diese beiden Generationen verbunden hat Sandro Durrer alias SAD, der für den Track 1 (manchmal auch Eis geschrieben) das Urgestein Büne Huber von Patent Ochsner und die jungen und aufstrebenden Lo & Leduc zusammengebracht hat. Das Ergebnis ist ein wuchtiger Track, der voll ins Schwarze trifft und die opulenten Wortbilder von Büne Huber mit den schnörkellosen Rapzeilen der beiden Berner Rapper kombiniert.

Für sein im Februar erscheinendes viertes Album mit dem Titel Update 2 hat SAD zudem so ziemlich alles versammelt, was in der Schweizer Musikszene Rang und Namen hat (ich hoffe, Lys Assia ist nicht wieder „schwer enttäuscht“, dass man sie übergangen hat) – neben Lo & Leduc und Büne Huber unterstützten ihn dabei auch James Gruntz, Gimma, Breitbild, William White, Lily Yellow, Steff La Cheffe und sogar der Büezer himself: Gölä. Um dem Ganzen auch videotechnisch eine würdige Plattform zu bieten, sammelt SAD noch bis Ende Jahr auf Wemakeit Geld für Filmaufnahmen. Vom Video zu 1 bin ich zwar alles andere als überzeugt (ein bisschen weniger Kitsch und Klischees wären nicht schlecht), aber wenn es dem Album hilft, kann man die Sache durchaus supporten.

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Scheibenkritiken #7

Und wieder einmal vier kurze Kritik zu vier Alben, die ich in den vergangenen Monaten gehört habe. Diesmal sind auch zwei gratis downloadbare Alben dabei, weshalb man sich diesen Beitrag umso mehr durchlesen sollte – denn wenn etwas gefällt, kriegt man es sogar für lau. Die vier Platten, die es in die Scheibenkritiken #7 geschafft haben, nach dem Klick.

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Lo & Leduc – Victim

Der Schweiz steht, wie schon so oft gepredigt, in musikalischer Hinsicht eine goldene Zukunft bevor – sehr viele talentierte junge Musiker lassen den Schatten von Flordi, Baschi und wie sie alle heissen, hinter sich und bringen uns guten Sound, der sich mit seiner fadengeraden Swissness längst nicht mehr hinter internationalen Musikern zu verstecken braucht. Zu verdanken hat man das aber auch vielen Formaten wie 8×15 von SF oder der Musikplattform mx3, die jungen Musikern eine Bühne bieten, auf der sie sich einer grossen Masse präsentieren können. Ein solches Beispiel ist das Berner Duo Lo & Leduc, die uns ungewohnt schnelle berndeutsche Texte über Style, Fashionvictims und Massendenken um die Ohren hauen.

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