Da ist man einmal kurz weg…

…und die Filmwelt wartet mit unzähligen Hiobsbotschaften auf. Die Animationsfilmwelt, that is.

Zum Einen bewahrheitete sich der Rausschmiss von Bob Peterson bei The Good Dinosaur. Den Regiestuhl teilen sich bis auf Weiteres nun John Lasseter, Lee Unkirch, Mark Andrews und Co-Regisseur Peter Sohn. Diese Nachricht ist aus mehreren Gründen traurig. Zum Einen reiht sich dieser Rausschmiss in eine lange Liste von Ablösungen ein – Jan Pinkava, der sich die Story zu Ratatouille erdachte, wurde auf halbem Weg durch Brad Bird ersetzt. Und von den letzten drei Pixar-Filmen wurde bei zweien ebenfalls der Regisseur ersetzt – Brad Lewis musste bei Cars 2 John Lasseter Platz machen (wirklich besser wurde der Film wohl nicht) und Brenda Chapman wurde ihr Herzensprojekt Brave mitten in der Produktion entzogen.

Pinkava, Lewis und Chapman waren aber anders als Peterson keine Pixar-Urgesteine. Dass das Studio offensichtlich nicht genug Vertrauen in seine Regieführung hat, ist ein trauriger Umstand. Und wenn es vier Regisseure bedarf, um das Projekt wieder auf Kurs zu bringen, muss da wirklich irgendwas schwer schiefgelaufen zu sein. Immerhin scheint Peterson (noch) keinen Groll zu hegen und freut sich stattdessen auf die Zukunft. Wo die liegt, ist unklar – es ist nicht auszuschliessen, dass Peterson Pixar verlassen dürfte, wie das Pinkava, Lewis und Chapman bereits vor ihm taten. Andererseits kann ich mir auch gut vorstellen, dass Lasseter alles geben wird, um Peterson bei Pixar zu behalten. Denn Peterson ist trotz Allem fester Bestandteil der Pixar-Erfolgsmaschinerie.

Die andere Hiobsbotschaft betrifft Hayao Miyazaki, der wieder einmal seinen Rücktritt vom Filmgeschehen bekanntgab. Wieder einmal, weil er das bereits einige Male tat. Und sich bekanntlich nicht daran hielt. Trotzdem hat die Aussage diesmal ein bisschen mehr Gewicht, da der Mann in den letzten Jahren vorallem exekutive Aufgaben wahrnahm und nur noch wenige Filme drehte. Sein letzter Film Gake No Ue No Ponyo (Ponyo) liegt bereits fünf Jahre zurück – dazwischen schrieb und produzierte er viele Projekte für Ghibli. Gut möglich also, dass er es diesmal wirklich ernst meint und mit Kaze Tachinu (The Wind Rises, noch ohne deutschen Titel) seinen letzten Film bringt. Damit müssten wir auch auf seinen geplanten 2. Teil von Porco Rosso verzichten, sofern Miyazaki das Projekt nicht an jemand anderen weitergibt. Seinen Sohn, vielleicht?

Brave (2012)

„I don’t want to get married, I want to stay single and let my hair flow in the wind as I ride through the glen firing arrows into the sunset.“

Ich liebe Schottland. Ich liebe Pixar. Und ich liebe Mädchen. Diese drei Dinge vereint, ergibt Brave, einen Animationsfilm, von dem ich mir unglaublich viel versprach. Auch wenn mich das Animationsstudio letztes Jahr mit Cars 2 ein bisschen enttäuschte, so glaubte ich an die Wiedergutmachung in Form ihres dreizehnten Animationsfilmes. Und nicht nur für Cars 2 hatte Pixar einiges gutzumachen, auch ihre Beteiligung am Projekt John Carter vergesse ich so schnell nicht. Schwierige Aufgabe? Nicht für Pixar.

Da einige wichtige Plot Points sehr überraschend sein mögen, kann diese Review einige Spoiler enthalten. Meiner Meinung nach verderben sie den Filmspass zwar nicht, aber ich möchte euch trotzdem gewarnt haben.

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