Scheibenkritiken #11

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Erneut habe ich mich mit vier musikalischen Neuerscheinungen befasst, die aus ganz unterschiedlichen Ecken der Welt zu uns kommen. International, könnte man sagen, das sind diese elften Scheibenkritiken allemal.

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Orange & Fandango

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Vor etwas mehr als zwei Jahren besuchten die grossartigen The Phoenix Foundation Zürich und auch wenngleich ihr Konzert damals zum Desaströsesten zählt, was ich je live erlebt habe (hier die genaue Schilderung der Ereignisse, an denen die Band keine Mitschuld trägt), verliebte ich mich sofort in die sympathischen Neuseeländer und vorallem ihre Musik. Als ich kürzlich sah, dass die Band auch ihr neuestes Album Fandango in Zürich präsentieren würde, setzte ich alles in Bewegung, damit ich am Freitagabend um 20 Uhr parat im Papiersaal stehen konnte. Die Vorbanddame sagte noch ganz kurzfristig ab, was nicht weiter schlimm ist, da ich mich somit umso mehr mit der eigentlichen Band, meinem Bier und den Erdnüssen an der Bar befassen konnte. Und das Fazit ist für alle drei Faktoren höchst positiv.

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Fantasia (1940)

Fantasia
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„How do you do? My name is Deems Taylor, and it’s my very pleasant duty to welcome you here on behalf of Walt Disney, Leopold Stokowski, and all the other artists and musicians whose combined talents went into the creation of this new form of entertainment, Fantasia.“

Es ist mitunter eines der verwunderlichsten Projekte aus dem Hause Disney, aber gleichzeitig eben auch eines der künstlerisch wertvollsten – Die Rede ist vom Zeichentrickfilm Fantasia, dem dritten Spielfilm von Walt Disney. Nach Snow White and the Seven Dwarfs und Pinocchio präsentierte der berühmte Filmemacher einen Film der experimentiellen Sorte den er zusammen mit dem englisch-amerikanischen Komponisten Leopold Stokowski erdachte. Ausgehend vom Zauberlehrling, den die beiden als Kurzfilm konzipierten, entstand ein zweistündiger Episodenfilm, der Musik und Bild auf spannende Art und Weise verbindet.

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Michael Giacchino macht sich zum Affen

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Seit ich ihn live getroffen habe, bin ich noch tausendmal begeisterter von Michael Giacchino, als ich das schon vorher war. Und eine News, wie die, dass er für Dawn of the Planet of the Apes, (der Fortsetzung zu… na… habt ihrs erraten? Ja, genau, Rise of the Planet of the Apes!) die Musik schreiben wird, ist für mich etwa gleich relevant wie die Ankündigung eines neuen Star Wars-Films. Als grosser Fan bin ich überzeugt, dass er einen guten Job machen wird, auch wenn es natürlich schon ein bisschen schade ist, dass Patrick Doyle bei allen Franchises ersetzt wird (erst kürzlich wurde bekannt, dass mit Carter Burwell ein neuer Mann für Thor: The Dark World komponieren wird).

Doch eigentlich kommt das jetzt nicht allzu überraschend, schliesslich erzählte mir Giacchino im April noch Folgendes:

„Wie du sicher bemerkt hast, arbeite ich sehr gerne mit meinen Freunden – mit J.J. Abrams, Matt Reeves, Brad Bird und allen anderen Freunden bei Pixar.“

Waving Hands brauchen Geld!

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Der Yassin und der Hannes, die zusammen das Duo Waving Hands bilden und momentan auch in der Schweiz einige erste Erfolge feiern dürfen, sind nicht nur extrem talentiert, sondern auch extrem mittellos. Heisst: Sie sind nicht reich genug, um sich einen Aufenthalt in Berlin zu leisten, wo sie ihr Debütalbum produzieren möchten. Aus diesem Grund haben sie ein Finanzierungsprojekt ins Leben gerufen, um bis im Sommer das nötige Geld zusammenzubringen. Dabei gibt es wie immer bei solchen Crowdfundingaktionen auch Belohnungen – die reichen vom einfachen, signierten Album über Privatkonzerte und Abendessen mit den Jungs bis hin zum ultimativen supermegaexklusiven Highlight – der Puppe aus dem Video zu We Own The Sky.

Und weil ich ja gerne solche Sachen anpreise wie der billige Lukas, aber mich selber immer davor drücke, gehe ich in diesem Fall mit gutem Beispiel voran – meine exklusive Berlin-Foto-Lovestory (zu der mir Hannes nicht mehr verraten wollte) habe ich mir schon gesichert. Das solltet ihr übrigens auch, denn ich will unbedingt mehr von den Beiden hören, als die bisher veröffentlichten drei Titel. Die meinen Standpunkt, dass Waving Hands zum Besten der helvetischen Musikszene zählen, zwar festigen, aber das reicht mir bei Weitem nicht. Also her mit eurer Kohle.

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Warum ich mir eine Daytrotter-Mitgliedschaft geholt habe.

Daytrotter

Damals als ich Daytrotter entdeckt habe, glaubte ich meinen Augen kaum: Exklusive ungeschliffene Musik-Sessions toller und mal mehr, mal weniger bekannter Musiker gratis zum Download. Einfach so. Es gab keinen Haken. Und das in unserer Zeit, wo es nichts für lau gibt. Ich lebte von diesen Sessions, lud mir immer wieder eine herunter und entdeckte Bands und Künstler, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Von denen vermutlich überhaupt niemand etwas gehört hatte. Das Ganze kam ausserdem mit interessanten Band-Porträts und schicken Album-Covern von Johnnie Cluney daher. Daytrotter war das Beste, was das Internet für einen Indie- und allgemeinen Musikliebhaber wie mich zu bieten hatte.

Irgendwann zeigte sich dann aber, dass eben nicht alles so lässig war, wie ich mir das vorstellte. Daytrotter wurde kostenpflichtig. Ein Skandal. Doch es war eigentlich abzusehen, denn so eine Sache lässt sich unmöglich ohne finanziellen Aufwand produzieren. Für 2 Dollar im Monat konnte man künftig auf das Angebot zugreifen, was ja eigentlich mehr als fair ist, alle anderen durften immerhin noch streamen. Doch mit Streamen ist es meiner Meinung nach wie mit Pornos: Ganz nett, aber auf die Dauer ungenügend – man steht schliesslich mit leeren Händen da. Und dass mir jetzt bitte keiner diesen Vergleich vertiefe. Also liess ich es, als Schüler und nicht-arbeitstätiges Wesen, das jeden Franken zweimal umdrehen musste, bleiben und verzichtete schweren Herzens auf die gute Musik. Ich verzichtete dabei, ganz unbewusst, auf viel mehr. Aber das war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

Mittlerweile verdiene ich und habe keine finanziellen Sorgen, wegen denen ich an allen Ecken und Enden sparen müsste. Und so beschloss ich, mir eine Daytrotter-Mitgliedschaft zu holen. Daytrotter war ein fester Bestandteil meines iPhones in den vergangenen Jahren, begleitete mich durch fröhliche Phasen, war aber auch in traurigen Momenten immer an meiner Seite und half mir, manches gebrochenes Herz zu vergessen. Für jeden Moment gab es die passende Session. Das mag jetzt kitschig oder übertrieben klingen, ist aber pure Wahrheit. Wenn ich musikalisch profitiert habe, dann durch Daytrotter. Verdammt, ich lernte da Dark Dark Dark kennen. Und wieviele Mixtapes wurden bereichert durch den ein oder anderen Track aus diesen Sessions. Ganz zu schweigen von den stundenlangen Diskussionen mit musikinteressierten Freunden über Bands und ihre Sessions.

Warum zur Hölle sollte ich so etwas nicht unterstützen, vorallem, wenn es noch einen zusätzlichen Nutzen hat? Ich kann wöchentlich aus 17 Sessions runterladen, was ich will. Nach Adam Riese sind das 867 kürzere Alben im Jahr. Was wiederum einer lächerlichen Ziffer von 24 Dollar gegenübersteht. Das ist ein mehr als fairer Deal. Und ein Deal, der jedem, der musikalisch interessiert ist, zu empfehlen ist. Auch, weil man damit ein Projekt unterstützt, das im Zeitalter von Spotify, iTunes und den zahlreichen illegalen Downloadmöglichkeiten beachtenswert und vorallem unterstützenswert ist.

The Uncluded – Delicate Cycle

Aesop Rock ist ein vielbeschäftigter Mann: Vergangenes Jahr erschien sein sechstes Album Skelethon, das ziemlich erfolgreich war und auf dem auch Kimya Dawson zu hören war. Mit ihr zusammen arbeitet Aesop Rock auch schon seit ein paar Jahren an einem Album als Rap-Folk-Duo The Uncluded. Diese Zusammenarbeit entstand vor etwa zwei Jahren, als die beiden für Daytrotter eine Session aufnahmen. Offenbar war nicht nur ich begeistert, sondern eben auch die beiden, weshalb jetzt (in einem Monat) ein Album mit dem Titel Hokey Fright folgt, zu dem bereits zwei Tracks veröffentlicht wurden: Earthquake und jetzt Delicate Cycle. Beide gibt es auch in der Daytrotter-Session, weshalb Leute wie ich eigentlich noch auf neues Material warten. Aber auch so bin ich überzeugt, dass ich das Album lieben werde, denn man merkt, dass in den zwei Jahren seit der Daytrotter-Session einiges ging.

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Scheibenkritiken #10

Scheibenkritiken10

Schon zum zehnten Male befasse ich mich mit vier Alben, die ihren Weg in meine Pfoten gefunden haben, auf einige warte ich seit Jahren, andere kamen überraschend und wiederum andere habe ich ganz zufällig entdeckt. Soviel sei verraten, von allen bin ich begeistert. Genaueres gibts nach dem Klick in den bereits 10. Scheibenkritiken.

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C2C – Down the Road

Die Einflüsse von Daft Punk und eigentlich so prinzipiell jedem grösseren French House Act sind deutlich hörbar, aber dennoch hebt sich der Track Down the Road von C2C doch sehr deutlich von denen ab. Und das ist bei French House doch immer eher knifflig. Das französische DJ-Kollektiv mit dem strangen Namen (man wäre schon fast versucht, zu sagen „Creepy, Dude!“) ist übrigens ja irgendwie erst so richtig im Kommen, weshalb es für mich noch gerade so okay ist, dass ich nicht von ihnen gehört habe. Ihr Debütalbum Tetr4 ist jedenfalls schon geordert.

Bild der Woche #98

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Ich war am Samstagabend im KKL in Luzern, wo ich bereits zum vierten Mal den Klängen des 21st Century Symphony Orchestra lauschte, diesmal war Pixar in Concert am Zug. Gespielt wurde aus sämtlichen 13 Filmen, wobei jedem Film eine etwa sieben- bis zehnminütige Suite gewidmet wurde, während parallel auf der Leinwand die passenden Filmbilder liefen. Zum Schluss wurde sogar noch eine Instrumental-Version von You’ve Got A Friend in Me gespielt, zu der die vier Komponisten (Randy Newman, Thomas Newman, Michael Giacchino und Patrick Doyle) vorgestellt wurden.

Die Suiten waren gut zusammengestellt und boten jeweils einen perfekten kurzen Eindruck des Films und repräsentierten auch die Komponisten bestens. Man merkte, dass hinter diesem Projekt die Macher selber (Pete Docter als Creative Director, John Lasseter als Produzent) steckten.

Damit bot das 21st Century Symphony Orchestra ein weiteres Mal Entertainment der Extraklasse.

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