fbpx

Avatar: The Last Airbender – Buch 3: Feuer

Mit Buch 1 und 2 ging es los und in Buch 3 findet die Serie Avatar, die ich als eine der besten Zeichentrickserien zu bezeichnen wage, ihr furioses Finale. Avatar Aang stellt sich dem düsteren Feuerlord in einem vierteiligen Endspurt, doch nicht nur für den kleinen Luftnomaden geht es um vieles im letzten Buch. Auch die anderen Charaktere, allen voran Zuko, begeben sich auf die Suche nach ihrem Schicksal und dem richtigen Weg. In meinen Augen ist das dritte Buch mit Abstand das Beste.

Aang erwacht nach seiner schweren Verletzung wieder auf einem Schiff der Feuernation. Während Sokka die Nachrichten von seinem Tod für einen Vorteil im Kampf gegen die Feuernation hält, sieht Aang darin genau einen Nachteil, denn dadurch sei die Hoffnung der Leute geschwächt. Dennoch gelingt es Sokka, Aang dazu zu überzeugen, undercover zu bleiben und so reist Team Avatar verkleidet durch die Feuernation, in der Hoffnung, einen Feuerbändiger zu finden, der Aang unterrichtet. Denn der Tag der Sonnenfinsternis ist nicht mehr lange hin, und bis dahin sollte der Avatar alle Elemente beherrschen. Derweil kämpft Zuko mit ganz anderen Sorgen: Nachdem Ba Sing Se eingenommen wurde, wird er zwar endlich wieder von seinem Vater akzeptiert. Doch dem Prinzen ist nicht wohl in seiner Haut. Einerseits verspürt er Reue, dafür dass er seinen Onkel Iroh verraten hat, andernseits zweifelt er an seiner Entscheidung, unter der Flagge von Feuerlord Ozai zu kämpfen.

Am Tag der Sonnenfinsternis, die dazu führt, dass Feuerbändiger nicht mehr bändigen können, da die Sonne verdeckt ist, plant das Team Avatar mit Unterstützung zahlreicher Freunde, eine Invasion der Feuernation. Doch der Plan geht schief: Der Feuerlord wusste von der Invasion und konnte sich verstecken. Team Avatar trifft auf der Suche nach dem Versteck nur auf Azula, die sie lange genug aufhält, um die Finsternis abzusitzen. Ozai wird gleichzeitig von Zuko aufgesucht, der ihm sagt, dass er die Feuernation verlassen, und sich Team Avatar anschliessen wird. Diese reagieren verständlicherweise erstaunt und reagieren argwöhnisch, nachdem sich Zuko jedoch beweisen kann, nehmen sie ihn, wenn auch nur langsam, in ihre Gruppe auf. Zuko bringt Aang die Tricks des Feuerbändigens bei und rüstet ihn für den finalen Kampf gegen den Feuerlord Ozai, seinen eigenen Vater. Dieser hat in der Zwischenzeit eine ganz neue Kriegsart entdeckt: Der Angriff aus der Luft. Mit diesem Vorteil und der Kraft aus Sozins Kometen will er alle anderen Nationen dem Erdboden gleichmachen, angefangen mit dem Erdkönigreich. Und nur Aang hat die Macht, sich ihm entgegenzustellen…

Man merkt diesem Buch rasch an, dass es auf den Schlusskampf zugeschnitten ist. Eigentlich liesse es sich in zwei Teile aufteilen, den ersten Teil bis zur Sonnenfinsternis, und den zweiten, bis zur Schlussschlacht. Doch das Buch nur auf diese Folgen zu reduzieren, damit täte man ihm Unrecht. Denn die restlichen Episoden bringen zwar die Story nicht wirklich vorwärts, dafür aber die Figuren und ihre Beziehungen. Zuko findet Zweifel an seiner Entscheidung, Aang zweifelt an sich selbst und auch die anderen Figuren haben noch Rechnungen offen. Nach der Finsternis kommt die Story ein bisschen vorwärts, nun muss Aang Feuerbändigen lernen, und dann verliert Zuko auch noch seine Fähigkeit zu bändigen. Und Sokka und Zuko machen sich auf, Suki und Hakoda aus einem Gefängnis der Feuernation zu befreien.

Diese Steigerung der Action hilft dem anfangs eher langsam und schwer vorwärtskommenden Plot des dritten Buchs sehr. Auch wenn diese Episoden ebenfalls ihren Charme und ihre Vorzüge haben, so sieht man zu Beginn kaum für den Serienverlauf relevante Actionszenen oder zumindest eine Story, die irgendwas mit dem Schluss zu tun hat. Dennoch hat es einige Perlen unter den Non-Action-Folgen, die niemand missen sollte. Unvergesslich sind „The Ember Island Players“ mit einer Theateradaption des bisher Geschehenen, oder der Gruselschocker „The Puppetmaster“, beides Folgen, die für den weiteren Verlauf eigentlich unwichtig wären, dem Zuschauer aber wichtige Informationen über die Charaktere und deren Verhältnis liefern.

Das Artwork wurde ebenfalls verbessert, man merkt schnell, dass man den eher simplen Stil der vorherigen Büchern losgeworden ist und nun Animationen auf hohem Niveau liefert. Vorallem gegen Ende zeigt sich das, beispielsweise in Form fiktiver Kamerafahrten, bei denen man etwas nicht nur aus einer Sichtweise sieht, sondern eben wie mit einer Kamera darum herum fährt. Diese Technik sieht man seit ein paar Jahren vermehrt und sie lässt ein Bild schon viel lebendiger wirken als eine sterile Aufnahme aus einer Perspektive.

Mir gefallen auch immer wieder die Kämpfe und wie sie umgesetzt werden, man sieht keine vorchoreografierten 0815-Fights, sondern packende Duelle mit erstaunlichen Wendungen. Neben der Tatsache, dass man sich für die Bändigungsstile verschiedene real existierende Kampftechniken ausgesucht hat, erkennt man auch die verschiedenen Kampfstile der Hauptfiguren. Gerade bei Aang ist mir je länger je mehr aufgefallen, dass er nicht angreifend kämpft, sondern abwartet und verteidigt, was vorallem in den ersten beiden Büchern zum Teil gnadenlos ausgenutzt wird. Gegen Ende geht er erstmals zum Angriff über, als er sich im Avatarzustand befindet und Ozai verfolgt.

Aber auch in anderen Punkten ist die Serie unglaublich durchdacht. So passen die Bücher zu den Jahreszeiten. Buch Wasser spielt im nassen Winter, Buch Erde im Frühling und Buch Feuer im heissen Sommer. Um den Kreis zu schliessen, würde ein Buch Luft im windigen Herbst spielen. Mit so einer durchdachten und detailgenauen Story hat man schon die halbe Miete, die andere Hälfte hat man mit guten Figuren, guten Bildern, guten Effekten – einem gut harmonierenden Gesamtbild. Und das alles sind Dinge, die auf diese Serie zutreffen. Ich könnte mich kaum an etwas Negatives an der Serie erinnern. Obligatorisch nun meine Top 5-Folgen:

  1. B3E17 – The Ember Island Players
  2. B3E20 – Sozin’s Comet, Part 3: Into the Inferno
  3. B3E21 – Sozin’s Comet, Part 4: Avatar Aang
  4. B3E8 – The Puppetmaster
  5. B3E3 – The Painted Lady

Avatar: The Last Airbender – Buch 1: Wasser

Ich habe mich ja bereits mit Buch 1 von Avatar im letzten Wham!, pardon Whaang!, befasst. Bereits zuvor hatte ich die Serie einige Male mit meinem Neffen geschaut, da er ein grosser Avatar-Fan ist, und das Ganze sah doch besser aus, als ich dachte. So lieh ich mir Buch 1 der Serie, um für den Kinofilm „The Last Airbender“ vorbereitet zu sein, denn dieser behandelt ja Buch 1.

Nachdem er 100 Jahre im Eis eingeschlossen war, wird der 12-jährige Avatar Aang, Herr aller vier Elemente, ein Luftnomade und mittlerweile der letzte seiner Art, eher zufällig von der Wasserbändigerin Katara und ihrem Bruder Sokka aus seinem Eisgefängnis am Südpol befreit. Da er hundert Jahre abwesend war, weiss er nicht, dass mittlerweile die Feuernation den anderen Nationen (Erdkönigreich, Wasserstämme und Luftnomaden) den Krieg erklärt hat, und diese gnadenlos unterjocht.

Prinz Zuko, der Sohn des mittlerweile dritten Herrschers seit Kriegsbeginn, Feuerlord Ozai, wurde von diesem aus dem Herrschaftsgebiet der Feuernation verbannt, und kann seine Ehre nur wiederherstellen, wenn er den Avatar in die Feuernation bringt. So beginnt eine erbitterte Jagd des jähzornigen Prinzen, der stets von seinem ruhigen, teetrinkenden Onkel Iroh begleitet wird, nach dem Team Avatar um Aang, Katara und Sokka, die sich zum nördlichen Wasserstamm aufmachen, wo Aang, der lediglich ein Element, nämlich Luft, bändigen kann, erst einmal Wasser bändigen lernen soll.

Auf ihrem Weg finden sie neue Freunde, merken aber auch, dass die Nachricht der Rückkehr des Avatar nicht immer für freudige Gesichter sorgt. Viele Leute sind der Meinung, dass der Avatar mit seinem Verschwinden vor hundert Jahren im Stich gelassen hat. Und so muss Aang damit klarkommen, dass nun eine grosse Verantwortung auf seinen Schultern lastet, während sein Gegenpart Zuko nicht nur gegen den Herrn der Elemente, sondern auch gegen den finsteren Feuer-General Zhao ankämpfen muss.

Mir gefällt die durchdachte Geschichte von Avatar, alles und jeder hat seinen Platz und seine Hintergrundgeschichte, und alles ergibt einen Sinn. Wir haben nicht eine 0815-Welt, wie in manch anderer für Kinder konzipierter Serie, in der man für eine Geschichte einfach neue Schauplätze und Figuren kreiert, sondern Schauplätze und Figuren, zu denen die Macher immer wieder zurückkehren und die sie immer wieder in die Story einbauen (sogar als Running Gag, wie den Kohlkopfhändler, der stets seine Kohlköpfe zerstört kriegt).

Gegen Mitte des ersten Buchs wirkt die Serie aber mehr wie eine Serie, bei der jede Folge eine neue Geschichte erzählt, als wie eine Serie, die einen klaren Ablauf der Folgen hat. Jedesmal finden sich die Figuren an einem neuen Ort und die Story ist grösstenteils unabhängig von den vorherigen Folgen. Etwa ab der 15. Folge (Bato of the Water Tribe) wird das aufgelöst, in dem man eine Kopfgeldjägerin das Team Avatar verfolgen sieht, und sie dabei alle zuvor von Aang, Sokka und Katara besuchten Stationen besucht. So schliesst sich dann doch ein Kreis und eine gewisse Kontinuität kehrt ein, die bis zu den Schlussfolgen anhält.

Ich denke, die Serie ist nicht nur eine Kinderserie, und das macht sie auch so erfolgreich. Es gibt sehr viele Witze und Szenen, die jüngere Zuschauer wahrscheinlich nicht verstehen würden. Von Running Gags über Kommentare bis hin zu Witzen über Stimmbruch und sarkastischen Sprüchen. Ich glaube kaum, dass ein Kind deswegen lachen würde. Umgekehrt finde ich aber auch die eher an Kinder gerichteten Slapstick-Jokes oder Einspieler wie das „Penguin Slide“ episch, schon schade, dass diese Sequenz nicht in den Film gefunden hat. Für den Humor zuständig sind vor allem Tolpatsch Sokka auf der Seite der „Guten“ und der ruhige Gourmet und Musikfreund Onkel Iroh auf der Seite der „Bösen“, obwohl, so böse ist Iroh auch wieder nicht. Die Serie spricht aber immer wieder ernstere Themen an, wie den Tod, der in Form der Verluste diverser Familienmitglieder und Freunde, aber auch direkt, bei Prinzessin Yue, gezeigt wird. Mir gefällt es, dass die Serie ernste Themen immer angemessen behandelt, nie überdramatisiert, aber auch nicht ganz weglässt.

Ganz gut ist die Wahl der Sprecher, allen voran der leider verstorbene Mako, der japanisch-amerikanische Sprecher für Onkel Iroh, dessen Stimme herrlich zu der Figur passt. Etwas erstaunt bin ich davon, dass man Kinder die Kinderfiguren sprechen liess, etwas das man schon lange nicht mehr tut, da die Sprecher, sobald sie den Stimmbruch haben, ausgewechselt werden müssten. Da Avatar aber nur drei Bücher hat und ebensoviele Jahre lief, ist es nicht so schlimm, dass man Kinder und Jugendliche zu Wort kommen lässt. Denn sämtliche Sprecher der jungen Figuren, von Zach Tyler bis Mae Whitman („You punched me in the boob!“) passen perfekt, bei den Voice Actors hat man wirklich gute Arbeit geleistet. Ich freue mich schon sehr auf den Feuerlord alias Mark Hamill, wenn der dann eine grössere Sprechrolle erhält.

Das Artwork ist sehr schön, die Figuren und ihre Outfits sind durchdacht (allen voran der Blue Spirit), genauso sind die Orte und Landschaften. Es wird selten mit der, wie ich sie nenne, „Ebenenanimation“ gearbeitet, bei der jede Ebene, meist nur der Vordergrund, animiert wird und dann über die Hintergrundebene gelegt wird, oder gezoomt wird, was meist ziemlich übel aussieht. Abgesehen von zahlreichen Artwork-Goofs ist das Design und die Animation überzeugend, aber eben: Immer noch ausbaufähig. Der Soundtrack ist ziemlich fein und subtil, meist Rhythmus-Instrumente oder asiatische Blasinstrumente, ab und zu hört man auch westliche Instrumente heraus. Auffallend ist, dass für die Feuernation oft dasselbe Thema, wie beim Imperialen Marsch, eingesetzt wird.

Meine fünf Lieblingsepisoden sind daher:

  1. B1E20 – The Siege of the North, Part 2
  2. B1E19 – The Siege of the North, Part 1
  3. B1E13 – The Blue Spirit
  4. B1E6 – Imprisoned
  5. B1E1 – The Boy in the Iceberg