Bild der Woche #113

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Wenn ihr diesen Beitrag gelesen habt, werdet ihr merken, wie gekonnt ich gerade zwei Dinge kombiniert habe, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Ihr werdet mir applaudieren. Und zujubeln.

Das da oben ist nämlich der Damian. Oder dem Damian sein Pulli, den ich gestern am Konzert von From Kid abgezeichnet hatte. From Kid sind Andrin und Gian-Reto von Enter Kingdom, die jetzt zu zweit musizieren und das ganz ordentlich machen. So ordentlich, dass das La Catrina gestern aus allen Nähten zu platzen schien und ich nur noch mit Glück (und einer Ewigkeit draussen Schlange stehen) drin Platz fand. Und das Konzert war sehr läss, wenn auch extrem kurz. Aber das passt schon, sind ja noch jung. Also jung in der Musikwelt.

Warum ich jetzt dem Damian seinen Pulli skizziert habe, fragt ihr? Daran ist meine Schule schuld. Oder ich. Mein Auftrag ist es, Kleider zu zeichnen. Bzw. das ist der Auftrag, den ich mir gegeben habe, weil ich bekanntlich gerne Leute abzeichne und nun einen etwas neuen Fokus legen wollte. Auch diesmal habe ich mich der Einfachheit halber immer wieder in Kaffees gesetzt, weil das am Ergiebigsten ist. Und auch im Zug und in der Schule und vor dem Spiegel habe ich gezeichnet. Und eben, im La Catrina. Oder davor, denn während des Konzerts konnte ich nicht mal meine Arme bewegen, geschweige denn meinen Zeichenblock zücken.

Anders als bei der Starbucks-Arbeit, scheue ich mich auch nicht davor, Leute direkt anzuschauen und sie offensichtlich abzuzeichnen. Eigentlich macht mir das gerade am Meisten Spass, weil ich mich wunderbar amüsiere über die Verzweiflung die viele von ihnen überkommt, wenn sie merken, dass sie gezeichnet werden. Dass jemand die Frechheit hat, sie anzustarren und abzuzeichnen, das geht ihnen nicht in den Kopf. Angesprochen werde ich dann aber so gut wie nie. Das trauen sich nur wenige. Mir soll’s Recht sein.

Und um das ganze noch abzuschliessen, hier das Musikvideo von From Kid zu ihrem ersten Song Sun. Kann man auch auf iTunes runterschwurbeln.

YouTube Preview Image

Bild der Woche #103

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Ich habe ja schon seit einigen Jahren eine bessere Digitalkamera, was mir bisher fotografisch völlig ausreichte. Denn leider bin ich was das angeht, alles andere als bewandert. Wozu also mir eine teure Spiegelreflexkamera zulegen, wenn ich nicht damit umgehen kann? Nur um cool auszusehen? Nicht wirklich. Natürlich ist das aber längerfristig schon etwas, was ich mir zulegen möchte, aber nur, wenn ich auch weiss, was damit anfangen. Deshalb bin ich froh, dass wir im Moment in Fotografie die Spiegelreflexkamera bis ins Detail studiert haben, und ich nun bereits ein bisschen damit klarkomme. Um dieses „Wissen“ ein bisschen zu vertiefen, ging ich gestern mit einer geliehenen Spiegelreflexkamera ein bisschen auf Bildsuche und schoss einige Bilder, die mir gut gefielen, und die mich umso mehr dazu inspirieren, mehr zu fotografieren – das da oben ist eins.

Von den vier Grundlagenfächern (Bild, Visuelle Kommunikation, Fotografie und Objekt/Raum) erhoffte ich mir hiervon auch im Vorfeld am Meisten, eben, weil mir jegliches Wissen in diesem Bereich fehlt. Bisher scheint das ja zu klappen. Und auch allgemein kann ich bereits jetzt über die Schule sagen, dass ich viel gelernt habe. Es sind nicht einmal konkrete Fertigrezepte, sondern vielmehr den Zugang zu den Arbeiten und neue Perspektiven, die ich gewonnen habe. Und ohne Witz: Ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals meine Zeit dermassen sinnvoll und ergiebig eingesetzt habe, zumindest, was meine Ausbildung und Arbeit betrifft.

Starbucks by Owley

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Unser erstes Semester des Gestalterischen Vorkurses funktioniert so, dass wir in zwei Blöcken während fünf Wochen jeweils zwei Grundlagenfächer haben – bei mir waren es jetzt Bild und Visuelle Kommunikation. Im Anschluss an die fünf Wochen folgt ein zweiwöchiges interdisziplinäres Projekt, das beide Fächer verbindet und in selbständiger Arbeit erstellt wird. Bei unserem, diese Woche zu Ende gegangenen Interdisziplinären Projekt lautete das Thema „Kammerspiele des Alltags“. Ich wählte als „Kammer“ das Starbucks-Café um die Ecke, weil ich unbedingt Leute und deren Gespräche umsetzen wollte.

Während Tagen sass ich im Starbucks und kam mir vor wie Hitchcock: „I’m just the man hiding in the corner, watching.“ Ich liess die Eindrücke auf mich einprasseln und skizzierte die Leute, die ein- und ausgingen in meinem Skizzenbuch. Dialogfetzen schrieb ich so akkurat wie möglich nieder, immer bedacht darauf, nicht „entdeckt“ zu werden, fürchtete ich doch um die Authenzität meiner Arbeit, sollten die Leute merken, dass sie beobachtet werden. Das führte auch zu sehr raschen und aufs Wesentliche reduzierten Skizzen, die mir auch ein bisschen halfen, mich einmal von meinem perfektionistisch orientierten Zeichnungsstil zu lösen.

Entstanden ist ein Skizzenbuch mit voyeuristischem Charakter, das die Situation des Starbucks-Café zeigt und mir schon jetzt verdammt am Herzen liegt. Den Titel habe ich ganz einfach deshalb gewählt, weil ich mir zeitweise ein bisschen wie Mike van Audenhove vorkam. Wer jetzt immer noch auf dem Schlauch steht, ist entweder kein Schweizer oder hat keine Ahnung. Oder beides. Durch die willkürliche Anordnung der Bilder (und meist auch des Textes) entstehen ganz neue Situationen und Zusammenhänge, die ich gerade was die erzählerische Qualität meiner Arbeit betrifft, extrem spannend finde.

Nach dem Klick gibts eine Galerie mit einigen meiner Arbeiten. Eigentlich sollte das viel benutzerfreundlicher daherkommen, aber meine Fancybox spielt mir mal wieder einen Streich. Falls irgendwer gerade weiss, woran das liegt – Hand hoch! Die Galerie funktioniert jetzt natürlich einwandfrei. Ich dich doch auch, WordPress.

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Bild der Woche #102

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Seit Jahren steht es zuoberst auf meiner Wunschliste, und nun endlich, kann ich es abhaken: Das MacBook. Ich habe mich bisher immer eher schlecht als recht mit Windows Vista auf einem Sony-Laptop, den man mir seinerzeit angedreht hatte, geschlagen, und diesen geschenkten Gaul immer wieder am Liebsten zum Teufel gewünscht. Da kam das Angebot meiner Schule, ein solches Teil zu einem Spezialpreis zu erstehen, gerade recht. Mithilfe des sich in diesen Dingen immer wieder als doch recht weise erweisenden (hopplaschorsch soviel Weisheit auf einmal) Damian, holte ich mir die beste und ja, auch teuerste Variante. Doch es lohnt sich bereits jetzt. Das Ding bringt es einfach. Oder, wie er es ausdrückte, „Once you go retina, you never go back.“ – dürfte längerfristig wohl auch auf mich zutreffen. Und ah ja: Die ganze Adobe-Suite habe ich mir auch gleich draufladen lassen. Zu zirka einem Dreissigstel des Originalpreises. Just sayin‘.

Nur ein Problem hat das Ding noch – da die Retina-Auflösung so verdammt scharf ist, ist vieles, was ich mir auf meinem alten Bildschirm locker anschauen konnte, hier total verpixelt. Daran muss ich mich schon noch gewöhnen.

Neuer Lebensabschnitt in 3, 2, 1…

Morgen geht für mich die Schule oder das Studium los. Ich weiss nicht genau, als was ich es bezeichnen soll. Denn es ist weder klassischer Schulunterricht, noch ein echtes Studium. Es ist eben der Gestalterische Vorkurs aka GestaVo. Der dauert ein Jahr und ist die Voraussetzung für einen grafischen Beruf. Damit bin ich meinem Ziel so nahe, wie noch nie, weshalb ich mich schon ziemlich freue auf diesen Vorkurs. Auch wenn ich noch keinen Plan habe, was ich genau davon erwarten muss. Aber es ist überhaupt schon mal gut, so ziemlich genau zwei Jahre, nachdem alles irgendwie den Bach runter ging, wieder ein klares Ziel zu haben.

Und da ich nur vier Tage Unterricht habe, kann ich am Wochenende noch weiter auf meinem Job im Kino arbeiten, was natürlich ebenfalls optimal ist, da es mir gute Abwechslung bietet und ich Geld verdienen kann, bei einer Arbeit, die mir Spass macht. Das einzige, was mir jetzt noch schwerfallen dürfte, ist, meinen Rhythmus zu finden. Bisher arbeitete ich vorstellungsbedingt immer Nachmittags, der Schulalltag funktioniert aber ganz anders. Das wird sicher auch noch eine kleinere Herausforderung, aber keine, die ich nicht meistern kann. Denk ich mal.

Matura

Heute hatte meine alte Klasse ihre letzten Maturaprüfungen. Ich freue mich für sie, aber trotzdem fickt es mich immer wieder an, zu wissen, dass ich eigentlich jetzt dastehen könnte, wo sie stehen. Klar, ich weiss, was schiefgelaufen ist und eigentlich bin ich auch zufrieden mit dem aktuellen Verlauf meines Lebens (bis auf die momentane Arbeitssituation). Die Vorteile sind da, aber irgendwie kann ich mich doch nicht darüber freuen. Ich kann noch so abgeklärt tun, und darüber witzeln und allen erzählen, dass ich jetzt happy sei – ich bin es nicht. Zumindest nicht, ohne wehmütig zurückzublicken. Und ich glaube, das ist etwas, was immer bleiben wird, dieser Frust über die verpatzte Chance – egal, was ich mache. Denn es war nicht nur einfach ein Abschluss für mich, es wäre auch die Bestätigung gewesen, dass ich etwas auf die Reihe kriege. Was ich so zurückblickend in den vergangenen neunzehn Jahren in fast keinem Bezug wirklich habe. Und das kratzt am Ego, egal ob ich es zugeben mag, oder nicht.

Owley hat bestanden!

Was für eine Erleichterung das war. Nachdem in den letzten Jahren immer wieder etwas mein Ziel, grafisch zu arbeiten, in weite Ferne rücken liess, hat es jetzt endlich geklappt. Was ehrlich gesagt etwas erstaunt, da ich dachte, dass die Aufnahmeprüfung an der ZHDK (Zürcher Hochschule der Künste) kniffliger sein dürfte als jene an der BGZ (Berufsschule für Gestaltung Zürich), aber erstaunlicher war es der prüfungstechnische Spiessrutenlauf der Letzteren, der mich scheitern liess. Und irgendwie passt es auch, dass ich gleichzeitig zu den Maturprüfungen meiner alten Klasse selber auch bestanden habe. Das gibt mir ein ziemlich gutes Gefühl, ich könnte ehrlich gesagt gerade so durch die Strassen laufen. Vorallem auch, weil ich für die Arbeit a) nur einen knappen Monat brauchte statt deren vier, wie vorgesehen und b) ich sie noch zu spät abgab.

Die Arbeit bestand aus dem Video, das ich bereits gezeigt habe, und einem Leporello aus fünf Bildern, ausgehend von einem vorgegebenen Foto. Dazu kam ein Portfolio sowie die Beschreibung der Video-Arbeit. Letzte Woche folgte dann das Gespräch mit den Leuten an der Schule, an dem ich mich imho recht gut verkaufen konnte, zumal sie einige Dinge über die Leporello-Arbeit wissen wollte, zu der ich mir VERDAMMT viele Gedanken gemacht habe, inhaltlich wie gestalterisch. Schon da fanden sie, dass das eigentlich klappen soll, aber ich bin halt prinzipiell ein bisschen vorsichtiger geworden bezüglich überschwänglicher Vorfreude.

Im Anhang noch meine Leporello-Arbeit, leider ohne das Ausgangsfoto. Das eigentlich dem ersten Bild entspricht nur ohne Büsi und Raumschiff.

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Bild der Woche #56

Diese Woche hat meine alte Klasse eine Heimwoche organisiert, bei der ich auch zugegen war. Und weil ich meine Kamera dort liegengelassen hatte, hatte es dann plötzlich unzählige Bilder drauf. Von denen das da oben das Einzige ist, bei dem nicht irgendwer, der nicht auf solchen Fotos drauf sein will, drauf war. Und nächste Woche habe ich Ferien. Soweit, so gut.

Owley No School

Und wieder hat es eine eher radikale Veränderung in meinem Leben, diesmal aber nichts so Überraschendes und Einschneidendes wie in den vergangenen Monaten. Wer mich gut kennt, weiss, dass ich seit dem Sommer eine neue Schule begonnen habe, mit dem Ziel, in drei Jahren einen Abschluss zu machen. Jedoch fühlte ich mich je länger je mehr fehl am Platz, und irgendwann liebäugelte ich wieder mit dem Gestalterischen Vorkurs, der mir später eine Lehre als Grafiker ermöglichen soll.

Darum habe ich heute den Bettel geschmissen. Im Dezember werde ich mich für den Gestalterischen Vorkurs anmelden, und sollte das nicht klappen, was ich jetzt einmal nicht denke, dann werde ich es mit dem Propädeutikum versuchen, das mich auf eine Kunsthochschule vorbereiten soll. Ich habe jetzt 11 Jahre lang nichts wirklich schlaues gemacht, und es wäre an der Zeit, dass ich auch wirklich etwas mache, was ich gerne tue.

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