Eigentlich

Eigentlich sollte ich glücklich sein. Ich habe per sofort bis im August einen Job (Gummibärchenverpackungsdesigner – sic!), bei dem ich angenehm verdiene, sodass ich mir auch mal wieder was leisten kann. Damit müssten auch meine Eltern, die mir nun seit Wochen in den Ohren liegen, Ruhe geben. Ich habe auch so gut wie die Gurtentickets, die ich so sehnlich wollte, letzten Endes über Umwege erhalten, nachdem erst alle ausverkauft waren. Da fahre ich mit einigen Kolleginnen hin und das wird verdammt genial. Eine meiner besten Kolleginnen kommt zudem im Sommer aus Kanada her, wir haben uns seit drei Jahren nicht mehr gesehen. Und ansonsten kann ich auch nicht über einen Mangel an reizenden Damen in meinem Umfeld klagen, im Gegenteil.

Eigentlich sollte ich also zufrieden sein. Aber dann fällt mir wieder der ganze Scheiss ein, der mich Tag für Tag kaputt macht. Die Schule, die ich vermisse, die Leute, für die ich nun wohl nicht mehr bin, als eine gelungene Abwechslung ab und zu. Ich freue mich auf die neue Schule, aber ich weiss, dass mir die alten Kollegen fehlen. Die Eltern, die mir ihre Enttäuschung in jedem zweiten Satz klar machen, die mich keine einzige Sekunde in Ruhe lassen, weil sie immer etwas finden, das man mir vorwerfen kann. Meine beste Kollegin, von er ich mich abgewandt hatte, weil ich Angst hatte, mich zwischen sie und ihren Freund zu stellen. Wofür ich nun den Preis zahle und mir die wichtigste Person in meinem Leben fehlt.