Starbucks by Owley

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Unser erstes Semester des Gestalterischen Vorkurses funktioniert so, dass wir in zwei Blöcken während fünf Wochen jeweils zwei Grundlagenfächer haben – bei mir waren es jetzt Bild und Visuelle Kommunikation. Im Anschluss an die fünf Wochen folgt ein zweiwöchiges interdisziplinäres Projekt, das beide Fächer verbindet und in selbständiger Arbeit erstellt wird. Bei unserem, diese Woche zu Ende gegangenen Interdisziplinären Projekt lautete das Thema „Kammerspiele des Alltags“. Ich wählte als „Kammer“ das Starbucks-Café um die Ecke, weil ich unbedingt Leute und deren Gespräche umsetzen wollte.

Während Tagen sass ich im Starbucks und kam mir vor wie Hitchcock: „I’m just the man hiding in the corner, watching.“ Ich liess die Eindrücke auf mich einprasseln und skizzierte die Leute, die ein- und ausgingen in meinem Skizzenbuch. Dialogfetzen schrieb ich so akkurat wie möglich nieder, immer bedacht darauf, nicht „entdeckt“ zu werden, fürchtete ich doch um die Authenzität meiner Arbeit, sollten die Leute merken, dass sie beobachtet werden. Das führte auch zu sehr raschen und aufs Wesentliche reduzierten Skizzen, die mir auch ein bisschen halfen, mich einmal von meinem perfektionistisch orientierten Zeichnungsstil zu lösen.

Entstanden ist ein Skizzenbuch mit voyeuristischem Charakter, das die Situation des Starbucks-Café zeigt und mir schon jetzt verdammt am Herzen liegt. Den Titel habe ich ganz einfach deshalb gewählt, weil ich mir zeitweise ein bisschen wie Mike van Audenhove vorkam. Wer jetzt immer noch auf dem Schlauch steht, ist entweder kein Schweizer oder hat keine Ahnung. Oder beides. Durch die willkürliche Anordnung der Bilder (und meist auch des Textes) entstehen ganz neue Situationen und Zusammenhänge, die ich gerade was die erzählerische Qualität meiner Arbeit betrifft, extrem spannend finde.

Nach dem Klick gibts eine Galerie mit einigen meiner Arbeiten. Eigentlich sollte das viel benutzerfreundlicher daherkommen, aber meine Fancybox spielt mir mal wieder einen Streich. Falls irgendwer gerade weiss, woran das liegt – Hand hoch! Die Galerie funktioniert jetzt natürlich einwandfrei. Ich dich doch auch, WordPress.

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Bild der Woche #70

Das Wochenende hatte ich hohen Besuch aus deutschen Landen von einem gewissen Herrn Lukas, dem ich die Stadt zeigen musste wollte. Mal wieder. Ich möchte an diesem Punkt auch festhalten, dass er überhaupt nicht mit körperlicher Gewalt drohte, wenn ich ihn nicht einlade. Wirklich nicht. Nein, nein. Da das Wetter die ganze Zeit über schön war, waren wir auch andauernd draussen. Glaube ich. Und im Kino. Men in Black 3 schauen mit Roberto. Den wir uns zu unserem Leidwesen in einem halbleeren Kinosaal zu Gemüte führen durften. Also den Film. Nicht Roberto. So makaber sind selbst Deutsche nicht. Sagt man sich.

Und ich weiss ja nicht, wie das ausserhalb Zürichs funktioniert, aber bei uns muss man neuerdings im Starbucks immer den Namen angeben. Was natürlich ein grossartiger Steilpass zum Trollen ist. Indem man beispielsweise immer denselben Namen angibt. Was wir gemacht haben. Tim und Tim. Und damit die ohnehin schon beängstigend bedepperten Starbucks-Leute (zumindest scheint es imho nur solche in Zürich zu haben) noch mehr zu verwirren als das ein Frappuccino tut. „Frappuccino für Tim!… und Frappuccino für… äh… was? Öh… Tim! Du bist Tim! Oder du? Ach seid ihr beide Tim? SYSTEM FAILURE“