Shrek – Der tollkühne Held (2001)

Ich hab mir in den letzten Tagen die drei Shrek-Filme mit meiner Family angesehen, in Hinblick auf den vierten Teil, der diesen Sommer in die Kinos kommt. Ursprünglich hiess dieser ja „The Final Chapter“, doch ganz so „final“ war es den Machern dann doch nicht, sodass er mittlerweile „Forever After“ heisst. Der erste Teil um den Oger Shrek, der einfach nur seine Ruhe in seinem Sumpf will, gilt, gemeinsam mit den Nachfolgern als der wohl inkorrekteste 3D-Animationsfilm.

Story

Die Story des Films ist rasch erzählt: Der böse Lord Farquaad will sein Königreich von Märchenfiguren säubern und versetzt diese in einen abgelegenen Sumpf, ausgerechnet dorthin, wo der Oger Shrek eigentlich seine Ruhe haben will. Genervt von den Märchenfiguren, begibt sich Shrek nach DuLoc, das Schloss von Farquaad, wo dieser ihm vorschlägt, ihm den Sumpf zurückzugeben, wenn Shrek den bösen Drachen besiegt, Prinzessin Fiona befreit und sie zu ihm bringt. Dies gelingt Shrek, doch er verliebt sich in Fiona, die insgeheim auch eine Oger ist, dies jedoch nur bei Nacht. Davon weiss er nicht und aufgrund eines Missverständnisses überbringt er sie Farquaad, der sie sogleich heiraten will. Shrek und Fiona sehen ein, dass sie für einander geschaffen sind und im letzten Moment kann Shrek Fiona vor der unglücklichen Hochzeit retten. Die Story entstammt plusminus einem gleichnamigen Buch, das auch Elemente wie Lord Farquaad enthält. Es ist keine sonderlich ausgeklügelte Story, aber nett anzusehen ist sie alleweil.

Charaktere & Schauspieler

Allen voran Shrek, ein grüner Oger, mit Alienohren (bzw. ogertypischen Ohren), aus deren Schmalz er regelmässig Kerzen bastelt. Diese Figur schliesst man rasch ins Herz, widerspiegelt sie doch einige Eigenschaften manches Zuschauers – bis auf die Vorliebe für Schmalzkerzenbasteln ;). Synchronisiert wurde Shrek von Mike Myers, den die meisten aus den Austin Powers-Filmen kennen und der dem Oger einen schottischen Akzent leiht. Ursprünglich war ein anderer Sprecher für Shrek vorgesehen, der jedoch während den Aufnahmen verstarb, sodass man Mike Myers engagierte. Den Esel spricht Eddie Murphy, wodurch diese Figur bereits vorbestreaft ist, denn Murphy mag ich nicht riechen, wodurch auch der Esel rasch zu nerven beginnt. Gegen Ende des Films flacht dann mein Hass gegen den Ese ab, und er schafft es noch, einige Lacher zu landen. Persönlich gefällt mir Sid als tollpatschiger Sidekick besser 😉 Cameron Diaz schliesslich spricht Fiona, die toughe Prinzessin und später Ogerfrau. Interessant ist sicherlich auch noch ein Gastsprecher, nämlich jener des französischsprachigen Robin Hood, der kein geringerer als Vincent Cassel (Ocean’s 12, Mesrine – Ennemi Public No. 1), einer meiner Lieblingsschauspieler. Ganz toll ist auch Lord Farquaad, der komplexgeplagte Winzling-König, gesprochen von John Lithgow.

Humor & Anspielungen

Shrek enthält zwar nicht soviele Anspielungen wie die beiden andern Teile, dennoch ist der Humor durchaus gelungen. Die Scherze sind, wie eingangs erwähnt, oftmals etwas unter der Gürtellinie, jedoch nie so sehr, dass sie plump oder primitiv wirken. Der grummlige Shrek kombiniert mit dem nervigen und tolpatschigen Esel ergibt so einige Lacher. Die Party gegen Ende ist ebenfalls unendlich cool, vor allem die Gesangseinlage von Esel. Manchmal denke ich mir, dass wahrscheinlich viele Gags bei jüngeren Zuschauern nicht ankommen, so zum Beispiel die Szene mit Robin Hood, die an Matrix anspielt.

Animation

Shrek war die erste Animationsfilmreihe nach Toy Story und die bislang erfolgreichste. DreamWorks hatte zwar mit Antz zuvor schon am Animations-Treiben teilgenommen, richtig los ging es jedoch erst mit den Märchenfilmen um den liebenswerten Oger. Was jedoch rasch auffällt, ist einerseits, wie schlecht die Animationstechnik damals verglichen mit heute war, und andernseits, wieviel in lediglich 3 (Shrek 2 – 2004) bzw. 6 (Shrek der Dritte – 2007) punkto Glaubwürdigkeit der Animationen passiert ist. Scheinen die Animationen im ersten Teil oftmals noch „gummig“ und zu grob, so erhalten sie ihren Schliff in den Folgefilmen. Für seine Zeit war Shrek jedoch sicherlich weit fortgeschritten. Was mir an allen drei Teilen auf- und gefiel, war die Art und Weise, wie der Titel angezeigt werden, was in jedem Film anders geschieht. Mal im Matsch, mal in Kirchenfenstern.

Soundtrack

Ein Faktor, der mir in den Nachfolgern fehlt, bzw.von Film zu Film schlechter wird. Anders ausgedrückt, der Soundtrack zum ersten Shrek-Film ist unglaublich. Feel-Good-Titel wechseln sich mit etwas feineren Pop-Balladen ab. Schon zu Beginn geht es richtig ab mit All Star der Ami-Rocker Smash Mouth, ich könnte gleich losdudeln, so sehr liebe ich diesen Song. Diese sorgen ausserdem für sommerliche Stimmung mit dem Coversong I’m A Believer (geiles Video übrigens), das sie in einer zweiten Version mit Eddie Murphy singen. Ganz schön auch das schottische Stück I’m On My Way von den Proclaimers, die im Reiseführer, den ich auf der Fähre nach Schottland entdeckt habe, gross angepriesen wurden – tja, I knew them first :P. Die angesprochene Ballade stammt aus der Feder von Jason Wade, dem Sänger von Lifehouse und heisst You Belong To Me, und ist ein weiterer Kandidat für die Liste melancholischer Songs. Weniger rockig als der Nachfolger, was viel besser zum Feeling passt. Einer der besten Playlist-Soundtracks.

Shrek ist ein lustiger Film für die ganze Familie und gemeinsam mit dem zweiten Teil der wohl beste der Reihe. Abstriche gegenüber Teil 2 muss Shrek in Sachen Anspielungen machen, dafür hat er den besseren Soundtrack. Obwohl es ein Animationsfilm ist denke ich, dass Kinder mit Madagascar und all dem andern Zeugs wahrscheinlich besser bedient sind, zumal viele Gags schwer verständlich sind.

  • Silencer

    Genau das mochte ich am ersten Teil: Das er auf mehreren Ebenen funtkionierte. Ähnlich wie bei den Simpsons lachen Kinder über den Slapstick, Erwachsene über die feinen, popkulturellen Referenzen. In dieser Hinsicht hat gerade der 3. Teil stark abgebaut, hier wird alles dumpf mit dem Holzahmmer serviert bis es auch der letzte kapiert hat.

    Eine besondere Bedeutungsebene des 1. Teils, die immer wieder kolportiert wird: Farquuard ist Eisner (die optische Ähnlichkeit ist durchaus vorhanden), der damalige Chef von Disney, und der ganze Film eine Analogie auf die kommerzialisierung der Märchenwelt durch den Konzern.

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  • spanksen

    Auch wenn der dritte Teil nicht mehr gaaaanz so gut funktioniert wie die ersten beiden, Shrek ist einfach genial und ich freu mich auf den finalen letzten Teil

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  • Dr. Borstel

    Teil 1: Sehr lustig, sehr herzlich, plus John Cale.
    Teil 2: Ganz okay, plus Tom Waits.
    Teil 3: Unglaublicher Müll, dafür plus Damien Rice
    Fazit: Das Einzige, was in der Shrek-Reihe nicht konstant und rapide abgebaut hat, war der Soundtrack. Den vierten Teil werde ich mir aber selbst dann nicht mehr geben, wenn sich der aus Bob Dylan, Dire Straits und Beatles zusammensetzt.

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  • Wham! – SPECIAL: Whanimation « Ploppers Wörld

    […] Antz 1998: The Prince of Egypt 2000: The Road To El Dorado 2000: Chicken Run 2001: Shrek 2002: Spirit: Stallion of the Cimarron 2003: Sinbad: Legend of the Seven Seas 2004: Shrek 2 2004: […]

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