Iwan Rheon – Bang! Bang!

Iwan Rheon reiht sich nahtlos in meine immer länger werdende Liste von Schauspielern ein, die auch als Musiker etwas hermachen. Der Waliser, bekannt als Hassfigur Ramsay Bolton aus Game of Thrones, hat bereits drei EPs veröffentlicht, im letzten Frühling folgte dann die erste richtige Platte mit dem Titel Dinard. Ruhige Klänge, viel Gitarre und eine verdammt schöne Stimme. Eine Kostprobe gefällig? Hier kommt das Titelstück seiner dritten EP Bang! Bang!

Kinotipps: 26. Mai 2016

Kinotipps

Eine neue Kinowoche steht an, 5 Tipps für regnerische (oder viel zu heisse Tage). In der Liste hat sich einiges geändert, einige neue Filme kamen hinzu. Und natürlich gibt es wie immer auch noch eine Warnung…
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Alice Through The Looking Glass – James Bobin
Ab 26. Mai 2016

Für einen Film, der jetzt wirklich niemand ausser dem Studio wollte, macht sich Alice Through The Looking Glass nicht schlecht. Die Fortsetzung von The Muppets-Macher James Bobin erzählt eine eigenständige Geschichte und beschreitet neue Wege. Alice, die nach Wonderland zurückkehrt, muss dem Mad Hatter helfen und bringt dabei die Zeit durcheinander. Diese ist übrigens alles andere als abstrakt, sondern eine echte Person, herrlich schrullig verkörpert von Sacha Baron Herzog. Abgesehen von ihm nerven die meisten Figuren in dieser Fortsetzung – da hätte man auch gerne auf einige Gesichter aus dem ersten Film verzichten dürfen. Und wie immer sind die Effekte… nicht immer gleich gelungen.

X-Men: Apocalypse – Bryan Singer
Seit 19. Mai 2016

Von den sechs Superheldenfilmen in diesem Jahr reizte mich X-Men: Apocalypse eindeutig am Wenigsten. Ich war nie ein grosser Fan der Mutantenschar und die Trailer sahen mir zu bunt und campy aus. Tatsächlich hat mir der Film aber sehr gut gefallen – er mag recht einfach und geradlinig gestrickt sein, aber er funktioniert – und wird vorallem nie langweilig. Der ägyptische Apocalypse, seines Zeichens der erste Mutant wacht 1983 aus dem Dornröschenschlaf auf. Sein Plan: Die Erde zu zerstören und eine neue Welt nach seiner Vorstellung zu schaffen. Klar, dass die X-Men etwas dagegen haben. Bryan Singer versammelt eine Vielzahl unterschiedlicher Figuren auf der Leinwand und schafft es, trotzdem jedem Charakter Leben einzuhauchen und gleichzeitig auch die Weichen für eine neue Ära zu stellen. Einzig Oscar Isaac, der als Übermutant Apocalypse vom vielen Makeup erdrückt zu werden scheint, bleibt blass.

En Man Som Heter Ove (Ein Mann namens Ove) – Hannes Holm
Seit 5. Mai 2016

Die Buchvorlage zu En Man Som Heter Ove kannte ich überhaupt nicht, aber der Trailer sah witzig aus. Und in dieser bissigen schwedischen Komödie über einen desillusionierten und grummligen Rentner kommt man auch wirklich auf seine Kosten. Regisseur Hannes Holm inszeniert diese Geschichte gleichermassen witzig und berührend. Rolf Lassgård besticht zudem in der Hauptrolle dieses zutiefst verletzten Mannes, der seine Trauer über den Tod seiner Frau an seinen Mitmenschen auslässt. Wollte man jetzt kleinlich sein, so müsste man aber doch noch festhalten, dass En Man Som Heter Ove im Grund einfach Up ohne Ballons ist.

Kollektivet – Thomas Vinterberg
Seit 21. April 2016

Auch aus dem Norden, wenn auch aus Dänemark statt Schweden, kommt Kollektivet von Ausnahmeregisseur Thomas Vinterberg. Mit viel Zurückhaltung erzählt der Filmemacher die Geschichte eines Paares in den 70er-Jahren, das das Feuer ihrer Liebe erneut entfachen will. Aus diesem Grund ziehen sie mit Freunden in eine grosse Villa und gründen eine Kommune. Doch die Probleme haben sich dadurch nicht einfach in Luft aufgelöst. Eine eindrückliche Charakterstudie in Form eines Quasi-Kammerspiels.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Seit der ersten Ausgabe und damit schon geschlagene acht Wochen in dieser Liste dabei ist Eddie the Eagle, die liebevolle und absurde Komödie über einen waschechten Underdog. Der schrullige Michael Edwards will unbedingt an Olympischen Spielen teilnehmen, ist aber leider überhaupt nicht talentiert. Als er durch eine Lücke im Regelwerk 1988 als Skispringer nach Calgary fährt, sorgt der schrullige „Eddie the Eagle“ für Furore. Taron Egerton besticht in der Hauptrolle, Hugh Jackman gibt den grummligen Coach.

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The Angry Birds Movie – Clay Kaytis, Fergal Reilly
Seit 12. Mai 2016

Fast 400 Millionen soll The Angry Birds Movie gekostet haben – das Marketingbudget miteingerechnet. Mit Merchandise und Lizenzen dürften die Macher das Geld zwar wieder einspielen, ob es aber an der Kinokasse reicht, wage ich zu bezweifeln. Die lustlose Spielverfilmung läuft zwar im Moment nahezu ohne Konkurrenz, dürfte aber schon bald von Finding Dory und Konsorten aus den Kinosälen verdrängt werden. Zu Recht: The Angry Birds Movie ist nicht witzig genug, schlecht animiert und einfach nur plump.

Kinotipps: 19. Mai 2016

KinotippsDiese Woche ändert sich nur wenig – wer also an Pfingsten nicht dazu kam, meine Kinotipps zu befolgen, hat diese Woche noch Zeit.

CivilWar

Captain America: Civil War – Joe & Anthony Russo
Seit 28. April 2016

Marvel-Film Nummer 12 ist zwar bei Weitem kein Meisterwerk, aber trotz allem solides Actionkino mit Tiefgang. Captain America: Civil War stellt unangenehme Fragen – der Film der Russo Brothers bleibt uns aber bis zum Schluss leider die Antworten schuldig. Robert Downey Jr. spielt stark (badumm-tss) und die Neuzugänge Tom Holland (Spider-Man) und Chadwick Boseman (Black Panther) sind angenehm erfrischend. Da sieht man gerne über die verschwendeten Daniel Brühl und Martin Freeman hinweg.

Kollektivet – Thomas Vinterberg
Seit 21. April 2016

Die dänische Filmikone Thomas Vinterberg verfilmt mit Kollektivet ein von ihm verfasstes Bühnenstück über eine Kommune, die nicht ganz so gut funktioniert, wie sich das die Beteiligten erhofft hatten. Vinterberg beweist mit diesem Film einmal mehr, was für ein versierter Autorenfilmer er doch ist.

Une Famille à Louer – Jean-Pierre Améris
Seit 21. April 2016

Benoît Poelvoorde gibt in Une Famille à Louer von Jean-Pierre Améris einen einsamen Superreichen, der erleben will, wie es ist, eine Familie zu haben. Aus diesem Grund „mietet“ er die Familie einer alleinerziehenden Mutter. Wirklich überraschen dürfte dieser Film mit seiner geradlinigen Erzählweise niemanden, aber so charmant wie Améris seine Geschichte inszeniert, verzeiht man ihm das gerne.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Nach Cool Runnings startet wieder eine Komödie über einen untalentierten und ehrgeizigen Sportler so richtig durch. Taron Egerton spielt den britischen Skispringer Michael Edwards, der als „Eddie the Eagle“ 1988 die Winterspiele von Calgary aufmischt. Eddie the Eagle ist eine herrlich absurde Komödie mit einem wunderbaren Taron Egerton.

Hail, Caesar! – The Coen Brothers
Seit 18. Februar 2016

Hail, Caesar! versammelt einen unglaublichen Cast – George Clooney, Josh Brolin oder Tilda Swinton geben sich für die Coen Brothers die Ehre. Die Komödie über einen entführten Hauptdarsteller, eine sinistre Verschwörung und einen überforderten Studioboss ist herrlich inszeniert und macht bis zum Schluss verdammt viel Spass.

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The Angry Birds Movie – Clay Kaytis, Fergal Reilly
Seit 12. Mai 2016

In einem Jahr, in dem wir in den Genuss zahlreicher unglaublich „toller“ Animationsfilme kommen (The Secret Life of Pets und Sing, Trolls, Ice Age: Collision Course oder Storks, um nur einige dieser Meisterwerke in spe zu nennen), dürfte The Angry Birds Movie wohl kaum der schlimmste Vertreter seines Genres sein. Der Film, der offenbar allein für das Marketing 300 Millionen gekostet haben dürfte, hat durchaus seine lustigen Momente. Alles in allem ist die Verfilmung des beliebten Handyspiels aber ein viel zu einfach gestrickter Film, der nie lustig genug ist, um darüber hinwegzutäuschen, dass er ein major cashgrab ist.

Kinotipps: 12. Mai 2016

KinotippsEs ist wieder Donnerstag, was heisst: Zeit für die Kinotipps! Ich bin leider nicht dazu gekommen, ins Kino zu gehen, weshalb die Liste gleich bleibt. Nächste Woche dann, okay?

CivilWar

Captain America: Civil War – Joe & Anthony Russo
Seit 28. April 2016

Ich behalte Captain America: Civil War in dieser Liste, wenn ihr dafür mit diesem „Bester Marvel-Film Ever“-Blödsinn aufhört. Das ist noch immer Guardians of the Galaxy, The Avengers oder Iron Man. Aber sicher nicht dieser Film. Das dritte Abenteuer des patriotischen Helden bietet solide Action, viel Tiefgang und starke neue und alte Helden. Das muss man ihm lassen – er macht Spass. Der Film krankt aber an der fehlenden Eigenständigkeit die durch die starke Vernetzung einhergeht und die dafür sorgt, dass sich mittlerweile alle grossen Marvel-Filme gleich anfühlen.

Kollektivet – Thomas Vinterberg
Seit 21. April 2016

Nach Festen und Jagten nimmt sich Thomas Vinterberg mit Kollektivet eines weniger schweren Themas an: Eine Kommune in den Siebzigern steht im Zentrum dieser Theaterverfilmung. In der Hoffnung, ihre kriselnde Ehe noch irgendwie zu retten, ziehen Erik und Anna mit einigen Freunden zusammen. Vinterberg inszeniert diese Geschichte berührend und trotz des vorhersehbaren Ausgangs bis zum Schluss spannend.

Une Famille à Louer – Jean-Pierre Améris
Seit 21. April 2016

Nein, ein grosser Wurf ist Une Famille à Louer aus Frankreich nicht. Die Komödie über einen einsamen Geldsack, der einmal eine Familie „ausprobieren“ möchte, ist sehr klischeehaft umgesetzt. Aber: Sie hat Benoît Poelvoorde in der Hauptrolle. Der belgische Schauspieler gefällt als schrulliger Business-Mann, der vom Familienleben völlig überfordert ist – der Belgier trägt den Film locker. Und so verlässt man das Kino zwar nicht schlauer, aber mit der erneuten Erkenntnis, dass Poelvoorde grossartig ist.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Taron Egerton stellt nach Kingsman: The Secret Service erneut eindrücklich sein Können unter Beweis. In Eddie the Eagle gibt er den Titelhelden, den wahnwitzigen und ungeschickten britischen Skispringer Michael Edwards, der um jeden Preis Olympionike werden wollte und 1988 für sein Land an die Spiele in Calgary fährt. Dexter Fletcher überspitzt die Ereignisse geschickt und macht den Film so zu einem absurden und aberwitzigen Erlebnis.

Hail, Caesar! – The Coen Brothers
Seit 18. Februar 2016

Die Coen Brothers beschwören mit Hail, Caesar! das goldene Zeitalter des Kinos herauf. Die beiden Regisseure tun dies mit grossen Namen, tollen Kostümen und Sets und viel Witz. Josh Brolin ist herrlich als überforderter Studio-Heini, während George Clooney den dümmlichen Superstar gibt. Definitiv einer der Filme, die man dieses Jahr gesehen haben muss! (Star Wars läuft ja nicht mehr)

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The Jungle Book – Jon Favreau
Seit 14. April 2016

Ich habe in den vergangenen Wochen viel Schrott im Kino gesehen, am Meisten geärgert hat mich aber dieser Film. The Jungle Book hätte toll werden können, herausgekommen ist aber ein wildes Durcheinander. Das liegt sicher daran, dass Favreau selber nicht ganz zu wissen scheint, was er mit dem Film so richtig will. Mal soll er düster sein, mit hyperrealistischen Viechern und epischer Musik, dann wieder sollen die Figuren witzig sein und locker-flockig „Bare Necessities“ düdeln. Passt hinten und vorne nicht und nervt auf die Dauer nur. Next!

Owley x do nxt

DonxtBartLogo

So, ich probiere mal etwas aus. Man soll ja neuen und ungewohnten Ideen gegenüber nicht verschlossen sein.

Und zwar werde ich eine eigene Kampagne auf do nxt launchen. do nxt, das ist eine Plattform im Stile von Patreon, auf der man Unterstützer für persönliche Projekte sammeln kann. Man kann Künstler mit monatlichen Fixbeträgen unterstützen und im Gegenzug gibt es regelmässige Belohnungen – in meinem Fall Postkarten, Prints und Originalzeichnungen. Wie das im Detail aussieht kann man hier sehen.

Ich würde mich über eure Unterstützung bei meinem Versuch, mich als Künstler zu etablieren, freuen.

 

Kinotipps: 5. Mai 2016

Kinotipps
’s ist ein schöner Tag im Mai, wer nicht arbeitet hat frei! Ist herrscht zwar kein Kinowetter, aber hier gibt es trotzdem noch die Kinotipps für das Auffahrtswochenende. Fünf Empfehlungen, und – wie immer – ein Film auf den man getrost verzichten kann.

CivilWar

Captain America: Civil War – Joe & Anthony Russo
Seit 28. April 2016

Ich ging mit hohen Erwartungen an Captain America: Civil War, den nunmehr dreizehnten Film des Marvel Cinematic Universe. Ganz erfüllen kann der Film diese Erwartungen leider nicht. Dafür dauert er mit zweieinhalb Stunden Laufzeit schlicht zu lang und auch die Story ist schleppend und unfertig. Trotzdem ist dieser Konflikt der Ideologien packend und mit viel Tiefgang inszeniert. Speziell die Figur des Iron Man gewinnt durch diesen Film an Tiefe, was auch Robert Downey Jr. zu verdanken ist, der seine Rolle stark spielt und dem man die innere Zerrissenheit locker abkauft. Während andere, etablierte Charaktere wie Hawkeye, War Machine oder Vision langweilen, führen die Regisseure mit Black Panther und Spider-Man zwei starke neue Figuren ein, die den Film bereichern. Auf ihre beiden Solo-Auftritte freue ich mich schon jetzt. Captain America: Civil War ist zwar nicht das Meisterwerk, als das er bezeichnet wird, aber ein solider Superheldenfilm mit ein bisschen mehr Hirn als sonst.

Kollektivet – Thomas Vinterberg
Seit 21. April 2016

Der Däne Thomas Vinterberg verfilmt mit Kollektivet ein Bühnenstück über eine Kommune in den Siebzigern. Erik erbt eine grosse Villa und lädt auf Wunsch seiner Frau Anna seine Freunde ein, fortan mit ihnen zu wohnen. Das muss einfach schiefgehen – doch trotz des vorhersehbaren Konflikts weiss Vinterberg zu fesseln. Das ist in erster Linie den authentisch geschriebenen, greifbaren Figuren geschuldet.

Une Famille à Louer – Jean-Pierre Améris
Seit 21. April 2016

Definitiv das Leichtgewicht in dieser Liste – die seichte und zuckersüsse Komödie aus Frankreich. Jean-Pierre Améris‘ Film erzählt die Geschichte eines einsamen Schwerreichen, der das Familienleben entdecken will und darum eine Familie aus der Unterschicht „mietet“. Wie es ausgeht, weiss man schon zu Beginn – doch es gelingt dem Regisseur immer wieder, mit Tiefgang zu überraschen. Und natürlich ist Benoît Poelvoorde wieder einmal grosse Klasse.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Ebenfalls leichte Kost ist Eddie the Eagle über einen trotteligen Skispringer (gespielt vom talentierten Newcomer Taron Egerton). Der Film von Dexter Fletcher tut niemandem weh und stellt auch kein Weltbild auf den Kopf. Eddie the Eagle ist ein liebevoll inszeniertes und kurzweiliges Biopic eines schillernden Underdogs, der an den Olympischen Spielen teilnehmen will  – for the sake of it. Und habe ich schon gesagt, dass Taron Egerton grossartig ist?

Hail, Caesar! – The Coen Brothers
Seit 18. Februar 2016

Die bissige Kinosatire der Coen Brothers ist ein Volltreffer. Eine charmante Liebeserklärung an die goldene Ära der Filmstudios mit einem herausragenden Ensemble. Josh Brolin gefällt als unerbittlicher Studiovertreter auf der Suche nach seinem dümmlichen Hauptdarsteller (George Clooney). Allen die Schau stiehlt aber auf jeden Fall Alden Ehrenreich, den man bisher nicht als tollen Charakterdarsteller kannte. Als zurückgebliebener John Wayne-Verschnitt ist der designierte Han Solo eine Wucht.

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The Jungle Book – Jon Favreau
Seit 14. April 2016

Die Box Office-Flops Gods of Egypt und The Huntsman: Winter’s War haben soviel Hass nicht verdient, Batman v Superman: Dawn of Justice ist schon lange wieder irrelevant. The Jungle Book hingegen hält sich hartnäckig an der Spitze der Charts, kommt mit 94% positiven Bewertungen auf Rotten Tomatoes viel zu gut weg – und es ist sogar schon eine Fortsetzung geplant. Da muss ich einfach protestieren. Jon Favreaus Realverfilmung ist ein chaotischer Film, der nie genau weiss, ob er dem Original gerecht werden, oder doch alles über den Haufen werfen möchte. Ein fehlbesetzter Menschenjunge, unglaubwürdige Viecher und missglückte Songeinlagen. Das war leider nichts.

1st Lucerne Master Academy of Animation

Lumaa

Die Schweiz mag ein kleines Land sein, wenn es um die Animationsfilmproduktion geht, aber deswegen brauchen wir uns noch lange nicht zu verstecken. Gerade in internationalen Produktionen finden sich immer mehr helvetische Komponenten, wie etwa die von der Schweizer Forschungsstätte Disney Research entwickelten, preisgekrönten Animationsprogramme – oder die zahlreichen Animatoren, die bei amerikanischen Studios unter Vertrag sind.

Meine geschätzte alma mater, die Hochschule Luzern, möchte dieses Potential nutzen um neue Talente zu fördern. Aus diesem Grund veranstaltet das Departement Design & Kunst im Sommer die 1st Lucerne Master Academy of Animation (LuMAA). Vom 1. August bis 9. September sind fünf Schweizer, die im Ausland als Animatoren und Visual Effects-Artists arbeiten, auf Besuch und geben eine sechswöchige Master Class.

Der bekannteste Name in dieser Runde dürfte Simon Otto sein, der bei DreamWorks verpflichtet ist und für als Head of Character Animation für das Character Design bei How To Train Your Dragon, sowie dessen Fortsetzung zuständig war. Stefan Schumacher und Simon Christen sind zwei (der lediglich drei) Schweizer Pixar-Animatoren – beide werden ebenfalls für LuMAA nach Luzern kommen. Mit Jean-Denis Haas von Industrial Light and Magic und Michael Aerni von Weta sind zudem auch zwei Vertreter der beiden wichtigsten Effektschmieden vertreten.

Simon Otto wurde vergangenen Herbst von der Academy of Motion Picture and Science mit einem Kurzporträt geadelt. Wenn ihr erfahren möchtet, was euch bei der LuMAA erwartet, schaut euch das an:

Dieser Intensivkurs richtet sich an fortgeschrittene 3D-Animatoren aus der Schweiz und deckt sowohl den Bereich des 3D-Animationsfilms als auch der Visuellen Effekte im Realfilm ab. Das Modul ist in drei jeweils zweiwöchige Kurse aufgeteilt:

Kurs 1:
1.8. – 5.8.16 – Character Walk (Simon Christen)
8.8. – 12.8.16 – Close up acting shot / lip sync (Stefan Schumacher)

Kurs 2:
15.8. – 19.8.16 – Creature Animation part 1: Blocking (Michael Aerni)
22.8. – 26.8.16 – Creature Animation part 2: Polish (Mo-Mi: Michael Aerni, Mi-Fr: Jean-Denis Haas)

Kurs 3:
29.8. – 2.9.16 – Full body, acting shot Blocking (Mo-Do: Jean-Denis Haas, Do-Fr: Simon Otto)
5.9. – 9.9.16 –  Full body, acting shot Polish (Simon Otto)

Es kann sowohl die gesamte sechswöchige Master Class (Kostenpunkt: 2500 Franken) gebucht werden oder ein zweiwöchiger Kurs (1200 Franken). Die Kosten für zwei zweiwöchige Kurse betragen 2000 Franken. Bei diesen Beträgen ist das sicher kein No-Brainer, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist auf jeden Fall fair. Sollte es dennoch schwierig werden, schreibt FOCAL fünf Stipendien aus (danke an Rafael für den Hinweis).

Das Beste an der LuMAA ist aber eindeutig, dass du dabei erst noch meine Wenigkeit treffen kannst.

Wenn dich das interessiert, kannst du dich bis 7. Mai anmelden und ein Showreel bisheriger Arbeiten einreichen.

Achtung: Eine Anmeldung garantiert aber noch keine Teilnahme – die Kursleitenden werden aus allen Einreichungen die vielversprechendsten Kandidaten auswählen. Mehr Infos gibt’s auf der Website der LuMAA.

Universal kauft DreamWorks

Shrek

Die Spatzen pfiffen es schon seit Tagen von den Dächern, jetzt ist es offiziell: Der Comcast-Konzern, Mutterkonzern von NBC Universal, übernimmt für knapp 4 Milliarden Dollar DreamWorks Animation. Das ist aus verschiedenen Gründen ein entscheidender und vermutlich trauriger Tag für den Animationsfilm.

Nach einer Reihe von Misserfolgen ist man gezwungen, diesen Verkauf seitens DreamWorks als Forfait zu werten. Das Studio schrieb vor zwei Jahren rund 250 Millionen Verluste und konnte auch in der Folge nicht überzeugen. Zuletzt scheiterte sogar Kung Fu Panda 3, ein eigentlich sicherer Wert. Es ist davon auszugehen, dass mit diesem Verkauf also die Tage von DreamWorks als Zeichentrickfilmschmiede gezählt sind. Dafür spricht die Tatsache, dass Universal mit Illumination das aktuelle Wunderkind des Animationsfilms gehört, das sowohl günstiger als auch lukrativer Filme produziert. Es ist also zu erwarten, dass die Animationsfilmabteilung von DreamWorks dereinst in Illumination integriert wird.

Und so überrascht es auch nicht, dass nun mit Chris Meledandri ein Hauseigener über die Animationsabteilung von Universal thront – und nicht der langjährige DreamWorks-Boss Jeffrey Katzenberg. Universal scheint darauf bedacht, diese Übernahme nicht nach einem Königsmord aussehen zu lassen. Katzenberg wird Vorsitzender der neuen DreamWorks Animation New Media-Abteilung – also Chef der Serien- und Webcontent-Produktionsschmiede. Hier liegt auch einer der Hauptgründe, warum sich Universal für ein derart erfolgsloses Studio überhaupt so viel Geld locker macht: Anders als die letzten Filme sind die Netflix-Serien von DreamWorks ein voller Erfolg. Dazu kommen die zahlreichen Rechte, die sich das Studio gesichert hat, die nun alle in den Händen von Universal sind.

Trotzdem ist es traurig, dass mit DreamWorks der neben Disney/Pixar wohl grösste Player im Animationsfilmmarkt verschwunden ist. Auch wenn die letzten Filme viele Wünsche offen liessen, hinterlässt das Studio hinter Shrek, How To Train Your Dragon und Madagascar eine grosse Lücke in der Filmlandschaft. Ob das Studio unter Illumination zu den Erfolgen der frühen Tage zurückkehren kann, wird sich zeigen.

 

Kinotipps: 28. April 2016

Kinotipps

Diese Woche stossen einige neue Filme zu den Kinotipps dazu. Fünf heisse Empfehlungen und eine obligate Warnung für die aktuelle Kinowoche.

Kollektivet

Kollektivet – Thomas Vinterberg
Seit 21. April 2016

Nach dem schwer verdaulichen Jagten wagt sich der dänische Regisseur Thomas Vinterberg an etwas leichtere Kost. Kollektivet ist die Umsetzung eines von ihm geschriebenen Bühnenstücks über eine Kommune im Dänemark der 70er-Jahre die durch Eifersucht, Neid und Betrug allmählich auseinanderzubrechen droht. Ganz ohne Schwächen ist dieses rund neunzigminütige Drama leider nicht – dafür weist Kollektivet eindeutig zu viele Längen auf. Das ist aber auch der einzige Vorwurf, den man dem Film machen kann. Thomas Vinterberg erweist sich einmal mehr als geschickter Drehbuchautor der ein Händchen für seine Figuren – und deren Darsteller – hat.

Une famille à louer – Jean-Pierre Améris
Seit 21. April 2016

Benoît Poelvoorde mauserte sich in den vergangenen Jahren zu einem dieser Schauspieler, für deren Filme ich auch mal ein Ticket kaufe, ohne zu wissen, worum es wirklich geht. Das war bei Une famille à louer der Fall, von dem ich – ausser der bereits im Titel angedeuteten Prämisse um einen Mann, der eine Familie mieten will – überhaupt nichts wusste. Und auch wenn Regisseur Jean-Pierre Améris’ Komödie stellenweise sehr simpel gestrickt und vorhersehbar inszeniert ist, so kam ich auf meine Kosten. Der Film macht Spass, auch wenn bei dieser Voraussetzung (und vorallem bei diesem Hauptdarsteller) durchaus eine bissigere Satire auf das heile Familienleben dringelegen hätte.

Shan He Gu Ren (Mountains May Depart) – Jia Zhang-Ke
Seit 7. April 2016

Shan He Gu Ren von Jia Zhang-Ke ist auf jeden Fall leichter zugänglich als noch sein Rachethriller Tian Zhu Ding (A Touch of Sin). Abermals greift der chinesische Filmemacher Themen aus seiner Heimat auf: Was passiert mit den Menschen in einem Land, das sich nach Jahrzehnten der Abschottung allmählich dem Westen öffnet? Mit dem globalisierungskritischen Shan He Gu Ren dürfte sich Zhang-Ke erzählerisch für einmal auf der gleichen Linie wie seine Regierung bewegen. Das tut der Dringlichkeit dieses starken Familiendramas aber keinen Abbruch.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Wer schon an seiner Darbietung als junger Agent in Kingsman: The Secret Service Freude fand, der dürfte auch in Eddie the Eagle von Taron Egertons Können überzeugt werden. Der wandlungsfähige Newcomer stellt als trotteliger Skispringer Michael „Eddie“ Edwards selbst Co-Star Hugh Jackman locker in den Schatten. Die Komödie von Dexter Fletcher wartet mit überraschend viel Tiefgang auf und ist eine der grösseren Überraschungen dieses Kinojahres.

Hail, Caesar! – The Coen Brothers
Seit 18. Februar 2016

Was kann man über diesen Film noch Neues schreiben? Die Coen Brothers erzählen in Hail, Caesar! die Geschichte eines überforderten Filmstudiovertreters aus den 60er-Jahren (herrlich verkörpert von Josh Brolin), dem sein trotteliger Hauptdarsteller abhanden kommt. Die topbesetzte Satire der beiden Kultregisseure ist die wohl herzlichste Liebeserklärung ans Kino seit The Artist.

Kino_SchrottGodsofEgypt

Gods of Egypt – Alex Proyas
Seit 21. April 2016

Ich frage mich ein bisschen: Darf man Gods of Egypt überhaupt zerreissen? Der Film und alle die dabei involviert waren, müssten einem doch wenn überhaupt Leid tun. Hier sind keine übermütigen Grossmäuler auf die Schnauze geflogen und auch Potential wurde im Grunde keines vergeudet. Warum sollte man also die Energie verschwenden, den Film kleiner zu machen, als er ohnehin schon ist? Denn: Wer nicht nach dem Trailer schon wusste, dass einen hier ein überdrehter Trip aus schlechtem Storytelling, traurigen Darstellern und billigen Effekten erwartet, dem ist gar nicht zu helfen.

Kinotipps: 21. April 2016

KinotippsSchon wieder Donnerstag. Ich war nur einmal im Kino, aber hey: Der Film hat es tatsächlich auf diese Liste geschafft. Ansonsten bleibt alles ziemlich gleich. Fünf gute, ein schlechter Film.

Triple9

Triple 9 – John Hillcoat
Seit 7. April 2016

Man wäre versucht, Triple 9 einen Überraschungs-Hit zu nennen, wäre da nicht der mit grossen Namen besetzte Cast (nur schon Kate Winslet und Woody Harrelson sind in Nebenrollen zu sehen). Auch Regisseur John Hillcoat ist kein unbeschriebenes Blatt, hat er doch schon mit The Road und Lawless grosse Erfolge gelandet. Auch Triple 9 ist ein gelungener Film, der bis zum Schluss fesselt. Hillcoat erfindet das Genre des Heist-Movies zwar nicht neu, aber alleine für den Mut, Woody Harrelson eine dermassen abscheuliche Rotzbremse zu verpassen, muss man Triple 9 würdigen.

Shan He Gu Ren (Mountains May Depart) – Jia Zhang-Ke
Seit 7. April 2016

Das chinesische Familiendrama ist der einzige richtige Arthouse-Film in dieser Liste – leider. Ich hoffe, das ändert sich nächste Woche. Zia Jhang-Kes Episodenfilm über eine entfremdete Familie inmitten eines Chinas, das sich allmählich dem Westen öffnet, dauert zwei Stunden. Jede Sekunde davon ist berührend inszeniert und in atemberaubenden Bildern gefilmt. Shan He Gu Ren ist ein kleines Meisterwerk.

Eddie the Eagle – Dexter Fletcher
Seit 31. März 2016

Dexter Fletchers Biopic über den schlechten Skispringer Michael Edwards ist eine der grössten Überraschungen des noch jungen Jahres. Taron Egerton ist herrlich in der Titelrolle des erfolglosen Olympiateilnehmers, während Hugh Jackman als dessen Trainer brilliert. Selbst Christopher Walken gibt sich noch für einen kurzen Auftritt die Ehre und adelt dieses absurde Sportlerdrama mit seiner Präsenz.

Zootopia – Byron Howard & Rich Moore
Seit 3. März 2016

Nach Frozen haben viele Fans begonnen, eine „neue Renaissance“ in der Zeitrechnung des Studios zu verkünden und damit die neueren Werke auf die Ebene der Filme in den Neunziger Jahren (The Lion King oder Mulan) zu heben. Das finde ich noch ein bisschen verfrüht, die Tendenz zu starken Filmen ist aber da. Mit seinen tollen Charakteren und der tiefgründigen Story ist Zootopia, eine Fabel über eine aspirierende Hasen-Polizistin in einer kunterbunten Grossstadt aber einer der besten Disney-Filme der letzten Jahre.

Hail, Caesar! – The Coen Brothers
Seit 18. Februar 2016

Zusammen mit Taron „Eddie the Eagle“ Egerton war Alden Ehrenreich am Ende im Rennen um die Rolle des jungen Han Solo im Star Wars-Spinoff. Glaubt man den Gerüchten, dann scheint sich Ehrenreich tatsächlich gegen seine Konkurrenten durchgesetzt zu haben und die Rolle bekommen zu haben. Der Jungdarsteller beweist in Hail, Caesar! eindrücklich seine Wandelbarkeit, wo er für die Coen Brothers einen trotteligen Filmschauspieler gibt. Damit stiehlt Ehrenreich selbst George Clooney die Schau.

Als Double Feature mit Trumbo zu empfehlen.

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The Jungle Book – Jon Favreau
Seit 14. April 2016

Ich wollte diesen Film mögen, ehrlich. Der Zeichentrick The Jungle Book ist mein liebster Disney-Film und ich habe mich eigentlich auch auf die Realverfilmung gefreut. Aber das was Jon Favreau mit der Vorlage gemacht hat, ist einfach nur Quatsch. Die Magie des Originals fehlt dieser Umsetzung. Enttäuschend ist vorallem der stellare Cast, von dem einzig Idris Elba als Shere Khan überzeugen kann. Bill Murray bleibt weit hinter den Erwartungen zurück, Scarlett Johanssons Kaa ist ein Totalausfall und auch Ben Kingsley bleibt blass. Der grösste Schwachpunkt des Films ist aber der nervige Mowgli, gespielt vom offensichtlichen Newcomer Neel Sethi. Man verlässt das Kino nach zwei Stunden völlig geplättet. Wie zum Teufel konnte das nur so brutal schiefgehen?

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