How To Train Your Dragon (2010)

Ich bin Animationsfilmen in letzter Zeit eher abgeneigt. Irgendwie finde ich, dass man das Ganze langsam gesehen hat, und dass mal was wirklich Neues kommen sollte. Von den grossen Reihen gefällt mir Madagascar gut, Ice Age finde ich auch stark, aber bereits bei Shrek glaube ich, dass ein vierter Teil nicht wirklich nötig ist. Von How To Train Your Dragon habe ich bisher nur Gutes gehört, und auch der Trailer gefiel, so dass es nur eine Frage der Zeit war, wann ich den Film sehen würde.

Story

Der kleine Wikinger Hiccup (dt. Hicks) ist alles andere, als das, was man vom Sohn eines Häuptlings erwartet – Schmächtig, klein, schwach und ein Tolpatsch sondergleichen. Hiccup wäre jedoch gerne, wie alle wichtigen Wikinger ein Drachenkämpfer. Die Drachen greifen das idyllische Dorf der Wikinger nämlich regelmässig an und rauben deren Schafe und Essen. Eines Tages gelingt ihm der grosse Fang: Er erwischt einen Nachtschatten – einen Drachen, von dem so gut wie nichts bekannt ist, da es keine überlebenden Beobachter gibt. Hiccup bringt es jedoch nicht übers Herz, den Nachtschatten Toothless zu töten und freundet er sich mit ihm an. Er entdeckt, dass alles Wissen über die Drachen falsch ist und dass hinter der Angriffslust der Drachen weit mehr steckt, als angenommen.

Die Story ist nicht mal so übel, und Dreamworks-typisch natürlich frei von Moral oder hundertprozentigem Happy End, womit man dem Bild, das Disney für Trickfilme geschaffen hat, abermals widerspricht. Leider geht aber auch oft der Hang zu den Kindern verloren, und nicht selten hörte ich ein Kind die Mama fragen, was jetzt genau geschah. Man sollte Dreamworks-Filme künftig nicht mehr so stark als Kinderfilme verkaufen, finde ich, denn das sind sie je länger je weniger, auch wenn die animierten Figuren für Kinder lustig anzusehen sind.

Figuren & Deutsche Synchronisation

Da wäre mal Hiccup, der kleine Wikinger, der einer sein will, aber eigentlich keiner ist. Im Original wird er von Fanboy Jay Baruchel gesprochen, der ihm eine geniale Stimme verleiht (Tatadaa – We’re dead!), doch auch die deutsche Synchronisation finde ich gut. Hiccups Vater Stoick (Gerard Butler) ist Häuptling der Wikinger, und abwechselnd enttäuscht und stolz auf seinen Sohn, abhängig davon, ob sein Sohn nun Drachentöter oder -zähmer ist. Auf englisch und deutsch ebenfalls göttlich ist Gobber (dt. Grobian), der den Schmied des Dorfes stellt, und einer der wenigen ist, der – mehr oder weniger – noch zu Hiccup hält. Gewissermassen Hiccups Widersacher sind Astrid und ihre Kollegen (Snotlout, Fishlegs und die keifenden Zwillinge Tuffnut und Ruffnut), die im Laufe des Films jedoch mit Hiccup zusammenspannen. Die Figuren sind nicht so transparent, wie in anderen Filmen, und man merkt, dass beispielsweise Astrid eine grosse Entwicklung durchmacht.

Die Stimmen sind allgemein sehr gut im Deutschen, wovon ich jedoch etwas enttäuscht bin, ist die Übersetzung der Namen. „Haudrauf“ für das englische Stoick oder „Ohnezahn“ für Toothless sind nur einige der Übersetzungen, die ziemlich schiefgegangen sind. Ein Punkt, den der Scotsman in seiner Review anspricht, und den ich nachvollziehen kann, ist das aufkeimende Interesse von Hollywood an der schottischen Sprache, wobei man jedoch stets amerikanische Sprecher parodieren lässt, anstatt unbekannten schottischen Sprechern ein Sprungbrett nach Hollywood zu bieten.

Soundtrack

Für den Score verantwortlich war John Powell, der schon zahlreiche Dreamworks-Produktionen musikalisch untermalt hatte und unter anderem auch für die Musik für die letzten zwei Ice Age-Teile verantwortlich ist. Diesmal entschied er sich für irisch-schottische Klänge, die dem Film ein nordisches Flair verleihen und die Produktion mal etwas weg von Amerika ziehen. Leider verhält es sich mit dieser Komposition wie sooft mit Kompositionen von Powell – sie sind schön und gut anzuhören im Film, aber ansonsten sind sie eintönig und nichts Neues. Lediglich der Track „Sticks & Stones“, gesungen von Jónsi, dem Sänger der isländischen Band Sigur Rós, vermag vollends zu überzeugen und hat Ohrwurmpotenzial.

YouTube Preview Image

Animationen & Bilder

Das Animationsteam um den Schweizer Simon Otto (der neue Medienliebling des Schweizer Boulevards) hat hier ganze Arbeit geleistet. Die Drachen wirken glaubwürdig und man vergisst gänzlich, dass hier Wesen animiert wurden, die es so nicht gibt. Otto hat in einem der zahlreichen Berichte über ihn in letzter Zeit erzählt, dass die Drachen aus einer Mischung aus Eulen, Katzen und Salamandern kreiert wurden – das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auch die Fluganimation, wahrscheinlich der kniffligste Teil der Arbeit, ist gelungen, der Züritipp spricht gar davon, dass die Drachenflüge in Avatar „ein Dreck dagegen seien“. Regelrechte „Jaw-Dropper“ sind die Bilder, die man bei Hiccup und Astrids Drachenflug zu sehen kriegt. Schon zuvor ist der Film umwerfend, was die Bilder betrifft, doch diese Flugszene setzt die Messlatte etwas höher.

Dreamworks hat nun langsam, aber merklich, seinen Weg gefunden. In Kauf nehmen müssen die Macher jedoch auch, dass durch den Humor der Filme die Kinder, was das Verständnis betrifft, aussen vor bleiben. Ich ziehe jedoch diesen Weg allem vor, was uns Kinospektakel à la Madagascar und Shrek verspricht.

Bilderquelle: Filmofilia.com

  • Christian

    Jupp, der Trailer ist definitiv nicht schlecht, aber ich habe mittlerweile das Gefühl, dass eh nur noch alle Animationsstudios Pixar hinterherlaufen (zurecht, wohlgemerkt) und dass bei keinem Animationen, Charaktere und Story so ausgefeilt sind wie bei – Pixar. Würde mich gerne mal vom Gegenteil überzeugen lassen, HTTYD wird sowieso zu gegebener Zeit ausgeliehen 😉 Übrigens finde ich den deutschen Titel richtig, richtig schlimm…

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  • Mika

    Zum Titel: Der englische und Tschechische sind gut, aber die Deutsche version des Titels fand ich nicht so interesse weckend.

    Charaktere sind super gemacht, tolle Story. Gute „versteckte“ Botschaften.. Einfach mal mit offenen Augen durch die Welt gehen!

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  • Mika

    Hardcore-Mika-Fan? sagt mir leider garnichts. 🙂

    Zu den „versteckten“ Botschaften. In dieser hinsicht ist einfach jeder anders im Verstehen, z.B. ist meiner Meinung eine gute, die Freundschaft zwischen Hiccup und Toothless. Kann aber auch daran liegen, dass ich leider sehr oft erfahren muss, wie viele Menschen eine ähnliche Freundschaft einfach nicht akzeptieren oder verstehen können.

    Zum Tschechischen Titel „Jak vycvičit draka“, was frei übersetzt „Wie man einen Drachen Ausbildet/Schult“ bedeutet. (Sollte es nicht ganz richtig sein, bitte verbessern)

    Von den Filmeffekten her musste ich heute leider feststellen, dass dieser Film nur gut auf einer wirklich großen Leinwand und in 3D zur geltung kommen.

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  • Mika

    Asoo, jetzt versteh ich das 🙂

    Aus dem Grund habe ich ja das „versteckt“ auch in “ geschrieben. 😛
    Sind noch mehrere. aber kann ich mal sehen, ob ich die Rausschreiben kann.

    Das Problem mit der Freundschaft kenn ich einfach nur zu gut, auch wie in deinem Falle.

    Leider hat man das Problem mit den Kinos, jedes Mal wenn ich diesen Film sehe und in einem anderem Kino bin, fällt einem etwas neues auf. Leider.

    Naja, das mit dem Titel, kann ich leider nicht 100% sagen, lerne erst seit kurzem Tschechisch, finde es eine sehr interessante Sprache, vorallem für solche Filme. 🙂 Gibt irgendwie lustige Synchronisationen in dieser Sprache.

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  • Mika

    Nein, leider nicht.. Bin aber noch dabei eine zu bauen. Was allerdings viel Zeit in anspruch nimmt.:(

    Aber irgendwie wurdest du mir grad sehr Sympathisch ^^

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  • Mika

    Hmm, evtl ne andere Kommunikationsmöglichkeit außer hier? 🙂

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  • Mika

    Email? wo? ^^

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  • darkstar

    Also ich finde den titel nicht so schlimm, da er einfach vom deutschen buch übernommen wurde. Daher kommen schon mal ein paar übersetzungsfehler

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  • Wham! – SPECIAL: Whanimation « Ploppers Wörld

    […] The Third 2007: Bee Movie 2008: Kung Fu Panda 2008: Madagascar 2 2009: Monsters vs. Aliens 2010: How To Train Your Dragon 2010: Shrek Forever After 2010: […]

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