Soundtrack of the Week – Inception

Ich hatte vor einem Jahr in Einstimmung auf den Vader Award, einen fiktiven Award, den ich immer wieder an gute Filme im entsprechenden Jahr vergebe, im Wochenrhythmus einige gute Filmscores vorgestellt. Und an diese Tradition möchte ich jetzt gerne wieder anknüpfen, und euch zuerst einen Soundtrack vorstellen, der dieses Jahr einen sehr erfolgreichen Film untermalt hat, nämlich die Musik von Hans Zimmer zu Inception, dem wohl schlauesten und durchdachtesten Film dieses Jahres.

Der Komponist
Hans Zimmer ist ein deutscher Komponist, der in Hollywood arbeitet. Er zählt gemeinsam mit John Williams und Danny Elfman zu den bekanntesten Filmmusikkomponisten und ist aktuell der wohl meistgebuchte Filmkomponist. Zu seinen aktuell bekanntesten Soundtracks zählen Teil 2 & 3 der Pirates-Trilogie, der Simpsons-Film, Madagascar 1 & 2, Der Da Vinci Code, Illuminati und die beiden aktuellen Batman-Verfilmungen. Zimmer arbeitet oft mit Komponisten der Talentschmiede Remote Control, die er selbst gegründet hat. Dieser entspringen einige namhafte Komponisten wie Steve Jablonsky, Klaus Badelt und Harry Gregson-Williams.

Der Soundtrack
Wie auch Inception spaltete der Soundtrack von Zimmer die Kinowelt. Einige fanden ihn zu dröhnend, zu schrummig, zu aufmerksamsheischend. Andere, wie ich, waren der Ansicht, dass Zimmers Musik genial pompös ist und wie auch der Film, auf mehreren Ebenen läuft. So gibt es die symphonische, gefühlsvolle Ebene, die vorallem dann auftaucht, wenn es um die Gefühle von Cobb geht, oder Erinnerungen von ihm und Mal gezeigt werden. Dann setzt Zimmer auf Streicher und feine Bläserklänge, wie beispielsweise im Stück „We Built Our Own World“. Sobald es aber zur Sache geht, erklingen die angesprochenen dröhnenden und gitarrengeprägten Tracks wie „Dream is Collapsing“, ein Stück, bei dem Zimmer darüberhinaus noch auf viele Streicher setzt, die einen spannungsgeladenen Track garantieren. Die Verfolgungsjagd quer durch Mombasas Gassen untermalt Zimmer mit dem Stück, das von seinen Rimshots nur so lebt, und das den innovativen Titel „Mombasa“ trägt. Speziell in diesem Stück gefällt mir Johnny Marrs 12-Saiten-Gitarre, die den Track mit einer simplen aber dennoch intensiven Melodie unterlegt. Marr ist übrigens nicht der einzige Musiker neben Zimmer, der auf dem Soundtrack zu hören ist. Auf zwei Tracks, nämlich „Half Remembered Dream“ und „Waiting For A Train“, findet sich Ausschnitte von „Non, Je Ne Regrette Rien“ der französischen Sängerin Edith Piaf, ein Stück, das ja auch im Film grosse Bedeutung hat. Piaf hat Zimmer auch allgemein inspiriert, was sich beispielsweise auch im Stück „Half Remembered Dream“ zeigt, wo Zimmer beispielsweise das Intro von Piafs Stück in den Track eingewoben hat. Den direkten Vergleich findet ihr hier, das Piaf-Stück in besserer Qualität hier.

Fazit
Für mich einer der besten Scores von Zimmer, der damit beweist, dass er sich doch weiter von seinem bisweilen beinahe etwas altbacken wirkenden Stil entfernen kann, als angenommen. Zimmer gibt dem Film mit seiner Musik einen leicht düsteren, surrealen, aber nichtsdestotrotz epischen Anstrich und knüpft damit an den Grundton des Films an. Mit seiner Referenz zu Piaf beweist er zudem Geschick, indem er seiner Musik nur leichte Anstriche des Piaf-Stückes verleiht und nicht den Fehler begeht, „Non, Je Ne Regrette Rien“ als Grundlage für seine Musik zu verwenden, und das ganze darauf aufzubauen. Einer der besten Soundtracks des Jahres. Ob Zimmer überhaupt einen Oscar für diese Musik erhalten könnte, steht noch in den Sternen, da die Academy seinen Score möglicherweise wegen „zu vielen Komponisten“ abwimmeln könnte, wie man das schon bei „The Dark Knight“ vorhatte.

Wem der „normale“ Soundtrack nicht ausreicht, der kann sich im Austausch gegen seine E-Mail-Adresse für lau zwei Bonus-Tracks von der Seite des Scores runterziehen, nämlich die Titel „Projections“ und „Don’t Think About Elephants“.

YouTube Preview Image

Bilderquelle: Wired.com

  • donpozuelo

    Passt ja als Einstimmung dafür, dass Inception am 03.12. auf DVD erscheint 😉

    AntwortenAntworten
  • maloney8032

    Ich hoffe doch in einer hüperdüper Specialedition!

    AntwortenAntworten
  • donpozuelo

    Was??? Echt??? Keine hüperdüper Specialedition??? Die kommt dann erst in zwei Monaten, nachdem sich alle für Weihnachten mit der DVD eingedeckt haben. Nur damit sie dann nachher zweimal im Regal steht.

    AntwortenAntworten
  • maloney8032

    VERDAMMT SEIST DU BLUE-RAY!!! Fester drohen mein Junge!

    AntwortenAntworten
  • christian

    Der Inception-Soundtrack ist fantastisch! Lange und in vielen Stücken dudelt er ein wenig vor sich hin, aber sobald das charakteristische Dröhnen aus den Trailern auftaucht, versinke ich voller Erfurcht in meinem Sessel und wünsche mir, den Film nochmal zu sehen. Mombasa ist natürlich auch klasse, der einzige wirklich experimentelle Track auf dem OST. Meine liebste Stelle ist die, in der der dröhnende Bass versucht, das Geratter zu durchdringen (kurz vor Minute 3:00). Da krieg ich jedes Mal aufs Neue ne Gänsehaut. Der letzte Titel, Time, ist ebenfalls ein Highlight, vor allem wie er ganz sanft wieder in den ersten übergeht. Hach, toller Score 🙂

    AntwortenAntworten
  • christian

    Öhöm, natürlich, die Bläser-Akzente meine ich 🙂

    AntwortenAntworten
  • Lukas

    Ist ja lustig – vor 2 Tagen habe ich auch völlig spontan wieder angefangen, mir nochmal den ganzen Soundtrack durchzuhören. Vor allem zum entspannen super. Und „Time“ ist absolut genial, da bekomm ich imme rwieder ne Gänsehaut, vor allem wenn ich an die Filmszene dazu zurückdenke; auf dem Klavier (natürlich etwas abgewandelt) klingts auch sehr toll.
    Und naja, ich kann eure Aufregung wegen der DVD-/Bluray-Geschichte ja verstehen, aber ich als Bluraybesitzer (ich muss mich da ja mal outen :D) kann mich natürlich nicht beschweren – die hüperdüper-Special Edition ist schon auf dem Weg hierher, mit stilechtem Alukoffer, 3 Bluray Discs uuuuund – am wichtigsten! – Originalnachbau von Cobbs Kreisel 😀

    AntwortenAntworten
  • Lukas

    Na das will ich sehen 😀
    Und du bist zur Re-review des Films (in unserem Heimkino *proll* :D) gerne eingeladen, werden wir jetzt in den kommenden Wochen vor oder zwischen den Feiertagen genussvoll zelebrieren 😉
    Wwenn die Verbindung Zürich/GTown nur etwas kürzer und einfacher wäre…^^

    AntwortenAntworten
  • Lukas

    Und soeben habe ich die Box geöffnet und für genial befunden =)
    Heute Abend ist dann wohl Heimpremiere, wies ausschaut 😀

    AntwortenAntworten
  • Seba

    Supergeiler Track. Hast Du das a capella Video gesehen gehabt, feat. Iception-Soundtrack? Hammermässig geil!

    AntwortenAntworten
  • Lichtschwert

    Ich muss dir im Prinzip in allen Belangen recht geben, auch wenn die von dir angesprochenen Aspekte meine jetzige Meinung zum Inception-Score nicht ändern können.

    AntwortenAntworten
  • Soundtrack of the Week – Iron Man (2008) « Ploppers Wörld

    […] habe ich schon letztes Jahr und vorletztes Jahr gemacht, und ich wiederhole es gerne auch im aktuellen Jahr – jeweils […]

Kommentar schreiben