Iron Sky (2012)

„Und dann beginnen wir mit dem Meteorblitzkrieg, und fegen alle diese Untermenschen von der Erdkarte.“

Der finnische Steampunk-Blockbuster Iron Sky zählt zu den wenigen Filmen, auf die ich mich schon seit Ewigkeiten freue. Zwar nicht so lange wie andere, aber immerhin doch eine geraume Weile. Das Interessante am Film ist, dass er fan-funded ist, und es damit auf ein stolzes Budget von etwas mehr als sieben Millionen brachte. Was im Vergleich zu anderen Produktionen natürlich nichts ist, aber dafür, woher der Film kommt, doch beachtlich ist. Überhaupt – wir reden von Space-Nazis. Und diese haben es nun also auch bis in die Schweiz geschafft.

Kurz vor der Niederlage des 2. Weltkriegs wird eine Basis der Nazis auf den Mond versetzt, mit dem Ziel zu einem späteren Zeitpunkt des Krieges zurückschlagen zu können. Bis dahin ziehen aber über siebzig Jahre ins Land, und eine neue Generation Nazis plant, die Welt nun mit einer Flotte aus prähistorischen Raumschiffen dem Erdboden gleich zu machen, und die Herrschaft ein für alle Mal an sich zu reissen. Doch innere Machtkämpfe – auf Seiten der Nazis, wie auch bei den Erdbewohnern – erschweren eine klare Kriegsführung, und lassen den Ausgang dieser epischen Schlacht offen…

Wer jetzt denkt, dass Iron Sky nur sinnloses Rumgeballer und Anheben des rechten Armes ist, hat so nicht ganz Recht. Natürlich ist der Film zu grossen Stücken eine Naziparodie und kostet das bis zum Schluss auch aus, doch Regisseur Timo Vuorensola hat unter die Prämisse der invadierenden Nazis eine packende Story gestreut, die von den illustren Charakteren getragen wird. Dafür hat er einen Cast zusammengetrommelt, der sich für ein solches Projekt sehen lassen kann – Udo Kier, Götz Otto, Tilo Prückner und Julia Dietze sind die deutschen Eckpfeiler von Iron Sky und legen zusammen mit Christopher Kirby, Stephanie Paul sowie Peta Sergeant eine umwerfende Performance ab.

In erster Linie ist Iron Sky aber eine Komödie mit viel Action- und Sci-Fi-Gehalt – und so wird auf allem rumgeritten, was sich gerade bietet – den arroganten und selbstverliebten Amis, den Deutschen, die die Welt der Pornografie neu entdecken, und natürlich auch der restlichen Weltbevölkerung, weil Menschen sind eh alles Deppen. Dabei wird der Film ab und zu auch einmal sozialkritisch, löst aber allfällige Spannungen immer wieder augenzwinkernd auf. Und natürlich darf auch eine Anspielung an die legendäre Der Untergang-Szene nicht fehlen. Optisch ist der Film erwartungsgemäss eine Wucht, zumindest wenn man sich in Erinnerung ruft, dass wir es hier mit einem 7-Millionen-Budget zu tun haben. Dafür sind die Effekte über längere Zeit auf einwandfreiem Hollywood-Niveau und auch die Action setzt Sci-Fi-Fanboy Vuorensola gekonnt und überschaubar um.

"MIR? Ist das nicht diese alaskische... äh... russische Raumstation?"

Wer sich auf Iron Sky freut, oder freute, wird voll auf seine Kosten kommen – der Film ist eine bitterböse Sci-Fi-Komödie, die kein Blatt vor den Mund nimmt und während anderthalb Stunden aus allen Rohren feuert – auch actiontechnisch.

  • Lukas

    Jetzt mach mich halt noch geiler auf den Film. Du HAST ja die DVD 😛
    Und bin ich der einzige, der beim Regisseursnamen immer an „Hurensohn“ denken muss? Mal ganz ohne Wertung, versteht sich 😀

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  • Kevin

    Irgendeine Idee wann das Ding offiziell bei uns auf Blu-ray rauskommt?

    Und betreffend Budget; davon war doch nur ein Teil (ich glaube nicht mal eine Million) durch Crowdfunding finanziert, nicht?!

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  • christian

    Du hast mich überzeugt: Ich muss ihn gucken.

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  • Marc

    Die Steigung spannt! Der nächste, den ich mir ansehen werde.

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  • Lukas

    Du hast Recht.

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