The Big Wedding (2013)

TheBigWedding

„So just pretend to be married for the weekend – what’s the big deal?“

Bei der Sichtung von The Big Wedding am OrangeCinema 2013 schwangen bei mir zahlreiche Erinnerungen an die Hochzeit meiner Schwester, die rund eine Woche zuvor stattfand, mit. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Hochzeit meiner Schwester viel schöner, stimmiger und schlicht perfekter war, als jene im Film. Und so kitschig und unlustig ging es ebenfalls nicht zu und her. Nein, die Hochzeit meiner Schwester war um Welten besser und unterhaltsamer als Justin Zackhams mieses Remake eines schweiz-französischen Films.

Als ihr Adoptivsohn Alejandro heiraten möchte, stehen die geschiedenen Ellie und Don vor einem grossen Problem: Alejandros leibliche Mutter, die die Hochzeit ebenfalls besuchen wird, ist strenggläubig und hält nichts von Scheidung. Ihrem Sohn zuliebe müssen die beiden Streithähne das Kriegsbeil begraben und so tun, als wären sie nie getrennte Wege gegangen – sehr zum Leidwesen von Dons neuer Partnerin Bebe…

Um das aus dem Weg zu schaffen: The Big Wedding ist nicht ganz so übel wie ich erwartet habe. Einige der Witze fand ich sogar lustig. Trotzdem musste ich mir beim Grossteil dessen, was das Publikum zum Lachen fand, fragend an den Kopf fassen. Diese Gags, Dialoge und der ganze Film SIND. EINFACH. NICHT. KOMISCH. Peinlich, bestenfalls. Aber witzig? Niemals. Peinlich ist auch, was Robert de Niro da abliefert. Der Mann war und ist so ein guter Schauspieler, der sein Talent bei so einem Film grässlich verschwendet. Es ist wirklich zum Weinen.

Einige der jüngeren Darsteller sind ganz ordentlich – etwa Ben Barnes, Amanda Seyfried oder Topher Grace. Auch Katherine Heigl, die ein bisschen die Drama-Karte gezogen hat, und für die Tränendrüsenmomente zuständig sein soll, macht einen guten Job und kann dem Film hie und da noch eine gewisse Tiefe verleihen. Doch das reicht nicht, um den plumpen Kitsch und die miese, vorhersehbare Story von The Big Wedding zu entschuldigen und vergessen zu machen, wie durchorchestriert und herzlos diese 90 Minuten sogenannter Unterhaltung sind.

Nicht nur Robert de Niro ist bei diesem Film zum Weinen zumute.
Nicht nur Robert de Niro ist bei diesem Film zum Weinen zumute.

Das beste an The Big Wedding war die Nacktszene von Ana Ayora. Der Rest ist unnötig, unlustig und für jeden, der Robert de Niro mag, eine anderthalbstündige Folter.

2 Sterne

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