Halo 4: Forward Unto Dawn (2012)

Halo4

„Axios! I am worthy! But I’m afraid cadets, today you have proven to be anything but.“

Ich bin zwar, was allgemein als Geek oder Nerd bezeichnet wird, lese Comics und Fantasy und so Zeug, und liebe Filme. Aber ein schlagendes Kriterium erfülle ich nicht: Ich game nicht. Die einzige Konsole, die ich habe, ist die Wii die ich damals gewonnen habe und das einzige Game, das ich mehr als 3 Stunden gezockt habe, ist Mario Kart Wii. Als mich deshalb eine Anfrage erreichte, ob ich nicht die Videospieladaptation Halo 4: Forward Unto Dawn (die im Übrigen eine Serie ist, die aber in Filmform veröffentlicht wurde und deshalb hier auch so besprochen wird) reviewen wollte, nahm ich nur aus einem Grund an: Anna Popplewell. Doch ich bekam viel mehr.

Thomas Lasky ist Kadett an der Corbulo Akademie für Militärwissenschaften, wo er in die Fussstapfen seiner Familie tritt. Doch die Zweifel am Sinn und Zweck dieses Krieges lassen ihm keine Ruhe, und belasten auch das Verhältnis zu seinen Kameraden im Hastati-Squad. Als der Planet von den brutalen Covenant attackiert wird, müssen die Kadetten endlich beweisen, was in ihnen steckt, und zeigen, dass sie dem Motto der Akademie, „Ich bin würdig!“ gerecht werden.

Selbst einem Neuling wie mir fällt es nicht schwer, mit Halo 4: Forward Unto Dawn Schritt zu halten. Vorwissen wird wenig bis keins verlangt, und wer den Master Chief nicht kennt, dem ist sowieso nicht zu helfen. Primär geht es um die Ausbildung an dieser Militärakademie und bis zu den eigentlichen Schlachten hat das Ganze mit Halo recht wenig zu tun. Das könnte auch jedes andere Franchise, das sich um einen interstellaren Krieg dreht, sein. Und leider ist auch die Story so austauschbar wie das Setting. So ziemlich jedes Klischee wird abgeklappert, das so eine Kriegsakademie hergibt – der brüllende Silberrückengeneral, der Befehlsverweigerer und natürlich die obligate Schlägerei in der Cafeteria. Es dauert noch ein bisschen, bis es den Drehbuchautoren Aaron und Todd Helbling gelingt, die ausgetretenen Pfade zu verlassen, all das Seitengeplänkel beiseite zu lassen und sich auf den Protagonisten zu fokussieren.

Denn mit ihm steht und fällt Halo 4: Forward Unto Dawn – die Nebenfiguren sind alle sehr langweilig und bleiben höchstens in Erinnerung, weil sie so schlecht gespielt sind. Schauspielerisch fällt nämlich so ziemlich jeder ausser Tom Green und Anna Popplewell durch. Letztere kriegt ordentlich Screentime und ist die sympathischste der Nebenfiguren, leider wird ihre Beziehung zu Lasky nur ungenügend behandelt. Da wäre mehr drin gewesen. Überhaupt fühlt sich die ganze Serie so an, als gäbe es noch sehr viel ungenutztes Potential, und es bleibt sehr zu hoffen, dass die von Steven Spielberg produzierte Halo-Serie einen ähnlichen Ton anschlägt. Denn abgesehen von den Klischees und etwas gar durchschnittlichen Darstellern überzeugt Halo 4: Forward Unto Dawn auf ganzer Linie – die Optik und die Effekte lassen keine Wünsche offen, was bei einem Budget wie diesen längst keine Selbstverständlichkeit ist.

I can see the green light.
I can see the green light.

Auch wenn man mit den Games nichts am Hut hat, macht Halo 4: Forward Unto Dawn Spass. Dass es sich dabei um eine kleine Produktion handelt, fällt einem nur selten auf, die Macher bieten mit dieser spielfilmlangen Miniserie beste Unterhaltung auf erstaunlich hohem Niveau.

8 Sterne

  • Alice

    Gaming-Content bei Owley? Aber… Aber… Dass ich das noch erleben darf! 😀

    AntwortenAntworten

Kommentar schreiben