August: Osage County (2013)

AugustOsageCounty

„You can’t do this! This is my house! This is my house!“ – „You don’t get it, do you? You don’t get it! I am running things now!“

Für die Beerdigung ihres Vaters kehren die drei Weston-Töchter Barbara, Karen und Ivy zurück nach Osage County in Oklahoma – August: Osage County behandelt den Generationenkonflikt einer Familie, die in einer schweren Stunde zusammenfinden muss, es aber nicht ganz hinbekommt. Basierend auf einem Bühnenstück von Tracy Letts hat Regisseur John Wells ein unterhaltsames aber auch berührendes Familiendrama gedreht.

Ich habe eine Schwäche für Kammerspiele, was vielleicht damit zu tun hat, dass ich es liebe, wenn Charaktere im Laufe des Films immer deutlicher gezeichnet werden und Konflikte zwischen den einzelnen Figuren entstehen bzw. aufgedeckt werden. Und so liebe ich auch August: Osage County, dessen Thematik des schwelenden Familienkonflikts zwar nichts Neues ist, nicht einmal in dieser erzählerischen Form. Es gibt genügend Kammerspiele über Familien, die sich an die Gurgel gehen, aber dieses hier hat den Vorteil, dass es über spannende und unterschiedliche Figuren verfügt. Dazu kommt, dass diese von grossartigen Schauspielern verkörpert werden, allen voran die Grande Dame des Dramas, Meryl Streep, die mich in diesem Film regelrecht weggehauen hat und die Rolle der stolzen, vorlauten und gleichzeitig verletzlichen Violet mit Bravour spielt.

Julia Roberts ist ebenfalls sehr überzeugend als ihre Tochter, die mit Ex-Mann Ewan McGregor versuchen muss, ihre pubertierende Tochter, gespielt von Abigail Breslin, vernünftig zu erziehen. Das persönliche Highlight ist für mich aber Benedict Cumberbatch, der eine ganz ungewohnte Rolle einnimmt und mit Chris Cooper und Julianne Nicholson einige der wenigen schönen Momente des Films teilt – und sogar ein Lied trällern darf, was er natürlich auch perfekt hinkriegt. Dass der Soundtrack von Oscar-Preisträger Gustavo Santaolalla von der Academy generell übergangen wurde, ist sehr enttäuschend – zumindest für die akustische Version von Last Mile Home von Kings of Leon hätte es reichen müssen, der Track ist berührend und passt perfekt zu diesem bittersüssen Familiendrama.

"Oh and by the way, I will walk over your cold, dead corpse."
„Oh and by the way, I will walk over your cold, dead corpse.“

August: Osage County hat zwar einen selten dämlichen Titel, ist aber ansonsten schwer in Ordnung. Das Kammerspiel von John Wells ist berührend und bietet uns interessante Charaktere – und Meryl Streep in Bestform.

9 Sterne

  • Fox

    Ja, wenn man Lust auf ein Drama hat, ist dieser Film zu empfehlen.
    Ansonsten sollte man sich nicht vom Trailer vormachen lassen, dass dies leichte Kost sei.

    AntwortenAntworten

Kommentar schreiben