Metronomy im Kaufleuten

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Es gibt zwei Regeln betreffend Schlagzeugerinnen in Bands: Drummerinnen sind immer heiss. Ausnahmslos. Gibt es dennoch eine Ausnahme, dann nur, um die Regel zu bestätigen. Zweitens sind Bands mit weiblichen Drum-Set-Artistinnen immer cool. Ebenfalls ausnahmslos. Darum und aus diversen anderen Gründen, auf die ich in diesem Text zu sprechen komme, ist Metronomy cool. So cool, dass sie am gleichen Abend wie Justin Timberlake spielen können und trotzdem – oder gerade deswegen? – den Saal restlos füllen. Das Kaufleuten war nämlich schon Monate vor dem Konzert der Briten ausverkauft. Mit einer Show, die den Saal zum Kochen brachte, bewiesen sie dann auch eindrücklich, dass das kein Zufall war.

Die fünfköpfige Equipe um Frontmann Joseph Mount gab sich wortkarg. Das schoben sie vorallem den sprachlichen Differenzen zu, die zwar eigentlich inexistent waren, für Metronomy aber absolut hinderlich am Dialog mit dem Publikum. „Next time, we’ll bring more ammunition for our language guns and then we’ll shoot you with them“, versprach Mount zum Schluss. Und so fokussierte man sich halt vorallem auf die Musik, was nicht weiter störte. Fast anderthalb Stunden spielten Metronomy durch, quasi nonstop. In bordeauxfarbene Anzüge gekleidet hüpften sie auf der Bühne herum, mehr oder weniger synchron zu den Synthesizerklängen und einer knallbunten Lightshow. Das Publikum war gefasst auf die fünf Energiebündel im bunten Scheinwerferlicht und feierte sie während der ganzen Zeit, sodass sie zum Schluss gleich drei Zugaben drauflegten, bevor das Saallicht die Zuschauer auf unschöne Weise zurück in die Realität riss.

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