Frank (2014)

Frank

„I find this inspiring!“

„Can you play C, F and G?“, fragt ihn Don, Manager der schrägen Band Soronprfbs, die gerade einen neuen Keyboarder suchen, nachdem sich der letzte das Leben nehmen wollte. Klar kann das Jon. Der unscheinbare Möchtegernmusiker kann noch viel mehr und wittert mit diesem Angebot seine Chance auf den musikalischen Durchbruch. Mit Frank erzählt der irische Regisseur Lenny Abrahamson die Geschichte einer Band, die unter der Leitung ihres Bandleaders versucht, die eigenen Grenzen zu sprengen. In der Hauptrolle zu sehen ist der frischgebackene Star Wars-Darsteller Domhnall Gleeson, während Michael Fassbender die Titelrolle des Frank spielt, eines Bandleaders, der immer eine Pappmaché-Maske trägt.

Frank ist so spannend, weil sich der Film gekonnt zwischen den Genres bewegt. Lenny Abrahamsons vierter Film ist satirisch und nimmt weder sich, noch seine Figuren wirklich ernst. Wir belächeln diese Band mit dem bemüht innovativen Namen, die blind ihrem Bandleader folgt. Einem Bandleader, der eine Maske auf dem Kopf trägt und aus einem Irrenhaus entflohen ist. Und genau so, wie wir sie belächeln, faszinieren uns diese Gestalten, die nicht wirklich zusammenpassen wollen, aber irgendwie doch zusammen gehören. Mit wunderbar gefilmten Landschaftsaufnahmen und fast schon dokumentarisch folgt Abrahamson seinen Figuren, deren Darsteller die jeweiligen Songs während dem Dreh selber geschrieben haben.

Die Figuren von Frank sind vielschichtig, absurd – und vorallem gut besetzt. Michael Fassbender als sektenführergleicher Frank gefällt auch trotz riesiger Maske auf dem Kopf. Und Dohmnall Gleeson gibt uns einen ersten Vorgeschmack auf seine schauspielerische Bandbreite, von der wir in Star Wars: Episode VII hoffentlich noch mehr zu sehen bekommen. Seine Wandlung vom naiven Durchschnittstypen, der sein Glück kaum fassen kann, zum eiskalten, berechnenden Manager, der seine Mitmusiker für seine eigenen Zwecke manipuliert, ist faszinierend und schockierend zugleich. Nur schade, dass Abrahamson mit den Figuren von Maggie Gyllenhaal und Scoot McNairy nicht viel mehr anzustellen weiss.

"Und du bist sicher, dass J.J. Abrams nicht noch einen Mann mit Maske braucht für seinen Film?"
„Und du bist sicher, dass J.J. Abrams nicht noch einen Mann mit Maske braucht für seinen Film?“

Frank ist ein herrlich absurder Film, wie ihn nur ein irischer Regisseur machen kann. Lenny Abrahamson nimmt seine Charaktere ernst, ist sich aber auch gleichzeitig nicht zu schade, sich über sie lustig zu machen. Für jeden musikaffinen Filmliebhaber ist Frank ein absolutes Muss.

8 Sterne

  • Karo Kafka

    Einer dieser Filme, die bei dem ganzen Medienrummel um die großen Blockbuster, völlig an mir vorbei gehen würde – gäbe es da nicht dich. Also ja, klingt genau nach meinem Geschmack. Werde ich mir definitiv anschauen. 🙂

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  • Frank (2014) | Illegitim.

    […] Andere Meinungen: Owley […]

  • franziska-t

    Ich bin so froh, dass es dieser Film doch noch in die deutschen Kinos geschafft hat. Die Schlussszene hat mich auch noch Tage später sehr bewegt. Michael Fassbender ist einfach großartig. Auch mit Comic-Kopf.

    Hier meine Review: https://filmkompass.wordpress.com/2015/09/21/frank-omu-2014/

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