Still Alice (2014)

StillAlice

„And please do not think that I am suffering. I am not suffering. I am struggling. Struggling to be part of things, to stay connected to whom I was once.“

Es ist, als ob das Schicksal Alice Howland verspottet: Ausgerechnet bei ihr, der Linguistikprofessorin, die an der Columbia University unterrichtet, wird eine frühe Form von Alzheimer diagnostiziert. Mit 50 Jahren ist Alice dabei ein aussergewöhnlich junges Opfer dieser zum heutigen Zeitpunkt unheilbaren Krankheit. Doch Alice ist überzeugt, dass sie mit der Unterstützung ihrer Familie ihrem Schicksal entschlossen gegenübertreten kann. Still Alice basiert auf einer Geschichte der Neurowissenschaftlerin Lisa Genova und wurde von Wash Westmoreland und Richard Glatzer verfilmt. In der Hauptrolle dieses berührenden Dramas brilliert Julianne Moore, die für diesen Film zu Recht mit einem Golden Globe sowie ihrer fünften Oscar-Nomination bedacht wurde.

Still Alice ist ein Film, der ganz klar vom Spiel seiner Hauptdarstellerin lebt. Richard Glatzer und Wash Westmoreland reduzieren die Nebengeräusche auf ein Minimum und konzentrieren sich in ihrem knapp hundertminütigen Drama voll und ganz darauf, was diese Krankheit mit Alice anrichtet, und wie sie sie erlebt. Es ist unglaublich spannend und gleichzeitig schockierend, Alice dabei zuzusehen, wie sie ihrem unabwendbaren Schicksal bedingungslos ausgeliefert ist. Moore spielt Alice als stolze und entsprechend verzweifelte Frau, die bemüht ist, ihrem Schicksal mit Fassung gegenüberzutreten – doch sie muss schnell merken, dass das angesichts der rapiden Verschlechterung ihrer Situation einfach nicht möglich ist.

In einem der stärksten Momente dieses Films fasst Alice noch einmal all ihren Mut zusammen und tritt mit einer berührenden Rede vor eine Schar anderer Alzheimerpatienten – da lässt nicht nur Alice durchblicken, wie viel von ihrem „früheren Ich“ noch immer in ihr steckt, auch Moore zeigt in dieser Szene eindrücklich ihr ganzes Können. Neben Moore ist auch Kristen Stewart, die Alice‘ Tochter Lydia spielt, hervorzuheben. Lydia sorgt sich sehr um ihre Mutter, sehnt sich aber nach Akzeptanz und steht so im dauernden Clinch mit Alice. Trotz oder gerade wegen dieser Spannungen ist die Beziehung zwischen den Beiden die Spannendste und Anregendste des Filmes. Stewart überzeugt in ihrer Rolle und bestätigt mich aufs Neue in der Annahme, dass in der Twilight-Schauspielerin deutlich mehr steckt, als ihr zugetraut wird.

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Still Alice ist ein faszinierender Film, der einen nachdenklich stimmt und einem die Schonungslosigkeit der Krankheit Alzheimer wieder einmal vor Augen führt. In Julianne Moore haben Richard Glatzer und Wash Westmoreland eine Darstellerin gefunden, die diese Aufgabe gekonnt meistert und mit ihrem wunderbaren Schauspiel den Film tragen kann.

8 Sterne

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