Pinocchio (1940)

Pinocchio

DisneyThirty1

Wenn man auf die 75-jährige Filmgeschichte von Disney zurückblickt, dann dominieren selbstverständlich die Märchenfiguren. Kaum etwas wird so sehr mit Disney-Filmen assoziiert, wie die Prinzessinnen und Märchencharaktere und es ist sicher, dass ohne die zahlreichen Filme viele klassische Märchen nicht derart bekannt wären, wie sie es heute sind. Doch dabei war das zu Beginn noch ganz anders, denn bereits der zweite Disney-Film, Pinocchio, war eigentlich gar kein Märchen, sondern eine Kinderbuchverfilmung.

Der Spielzeugmacher Geppetto wünscht sich eines Tages, dass seine Puppe Pinocchio ein richtiger Junge wäre, ein Wunsch, den ihm eine Fee in der folgenden Nacht erfüllt. Doch das Ganze hat einen Haken – Pinocchio bleibt vorerst eine lebendige Marionette. Erst wenn er bewiesen hat, dass er aufrichtig, selbstlos und mutig ist, wird er zu einem echten Jungen. Mit der Grille Jiminy Cricket an seiner Seite bemüht sich Pinocchio, den Weisungen der Fee zu folgen, doch das ist ein schwieriges Unterfangen, angesichts all der Versuchungen und Verlockungen der grossen, weiten Welt…

Ein Faktor, für den die Figur des Pinocchio bekannt ist, der im Film aber nur nebensächlich ist, ist die Nase, die beim Lügen zusehends wächst. Natürlich ist die Botschaft an die Kinder klar: Lügen bleibt nicht ohne Folgen, wehe, wehe. Und selbstverständlich lässt es sich Disney auch sonst nicht nehmen, ab und zu den Mahnfinger zu schwingen – sei das, indem er Elemente der Vorlage direkt übernimmt, wie die Insel des Vergnügens, oder aber, indem er ganz subtil gegen die Hand, die ihn füttert, namentlich Hollywood und die Schauspielerriege, schiesst. So oder so hätte Pinocchio weniger Moralin sicher gut getan, störend ist es aber nie wirklich.

Da irritiert die etwas lückenhafte Story schon eher, auch wenn der Film hier deutliche Fortschritte im Vergleich zu Snow White and the Seven Dwarfs gemacht hat. Technisch ist in diesen zwei Jahren, die zwischen den beiden Filmen liegen, ebenfalls viel passiert. Die Bilder wirken sauberer*, die Bewegungen natürlicher und auch die Songs gefallen besser – nicht umsonst gab es für das Stück If You Wish Upon A Star damals den Oscar. Und auch die Figuren sind erneut sehr liebevoll – Jiminy Cricket etwa, die Grille, die Pinocchio tatkräftig zur Seite steht, schliesst man sofort ins Herz. Das ist dann eben wieder typisch Disney, einfache Figurenzeichnung – das können die.

Shit just got real - Santa Edition
Shit just got real – Santa Edition

Wie schon beim Vorgänger haperts bei Pinocchio beim Storytelling schon noch ein wenig – hie und da hüpft die Geschichte ganz arg herum, was aber vermutlich auch an der ähnlich aufgebauten Vorlage liegt. Abgesehen davon ist der Film aber ein einwandfreies Stück Animationsgeschichte, das seinen Platz in den Disney-Annalen sicher verdient hat.

8 Sterne

*Damit ist jetzt nicht das gemeint, was vor nicht allzu langer Zeit aufwändig ausgebessert wurde, sondern die Qualität der Animation ganz generell.

  • muri

    Wunderbarer Film. Aber, wie auch Schneewittchen, mitunter überraschend gruselig. Vor allem für die Kleinen. Wobei du ja mit deinen geschätzten 2 Meter Körpergrösse nicht davon betroffen bist 😉

    AntwortenAntworten
  • Dominik

    Pinichio ist besser. http://www.youtube.com/watch?v=7ejCY7EGqZo

    AntwortenAntworten
  • Dos Corazones

    „Pinocchio“ habe ich tatsächlich nur einmal gesehen und war gar nicht einmal so der Fan von dem Film. Weiß auch nicht, warum dem so ist. Vielleicht sollte ich einfach noch mal nach dem Film Ausschau halten und einen zweiten prüfenden Blick darauf werfen. Er scheint sich ja doch mehr zu lohnen, als mir meine schwammige Erinnerung weis machen will.

    AntwortenAntworten

Kommentar schreiben