G.I. Joe: Retaliation (2013)

GIJoeRetaliation

„In the immortal words of Jay-Z: ‚Whatever deity may guide my life, dear Lord don’t let me die tonight. But if I shall before I wake, I’d accept my fate!'“

Bevor ich mich in der Folge zur Spielzeugverfilmungsfortsetzung G.I. Joe: Retaliation äussern werde und entweder in Lobeshymnen ausbrechen oder vernichtend über den Film herziehen werde, möchte ich, dass wir uns, um uns ein besseres Bild dessen, was hier gleich besprochen wird, zu verschaffen, alle kurz zurückbesinnen, dass die beiden letzten Projekte von Regisseur Jon M. Chu die Justin Bieber-Konzertfilme Believe 3D sowie Never Say Never waren. Kein Scherz. Wirklich.

Wer den ersten Teil gesehen hat, weiss, dass sich der Betrüger Zartan Mithilfe der Nanomites als Präsident der Vereinigten Staaten ausgibt. Mit dieser Macht sorgt er dafür, dass die G.I. Joes getötet werden. Doch The Rock, der Schönling und Wonder Woman (nein, das sind natürlich nicht ihre Namen, aber die sind, wie alle Spitznamen in diesem Film so blöd, dass ich darauf verzichte) überleben und schwören Rache an der Terrorgruppe Cobra, die mit dieser Macht die Weltherrschaft an sich gerissen hat.

Auch wenn es jetzt nicht danach klang: Eigentlich hat G.I. Joe: Retaliation ganz coole Ideen. Wirklich. Die Sache mit dem Fake-Präsidenten zum Beispiel – echt cool. Mal nicht irgendein Fiesling, der die Welt bedroht, sondern der US-Präsident himself. Oder dass sie einfach mal London zerstören. Sie tun es effektiv. Fast schon wieder gut, dass der Film nicht letztes Jahr kam, so vor den Olympischen Spielen. Aber leider, leider macht der Film viel zu wenig aus seinen Ideen. Das mit dem Präsidenten wird völlig verschenkt, und Jonathan Pryce kann mal wieder zeigen, wie lächerlich er ist, wenn er einen auf Bad-Ass macht. Und leider fehlt auch ein bei so einem Film zu erwartender Epilog, der zeigt, was aus London wurde – so wird die ganze Dramatik der Zerstörung derb geschwächt. Aber da merkt man dann eben auch, dass das ein diBonaventura-Film ist und die Macher nicht über das „Bam Boom Pew“ hinausdenken mochten oder konnten. Die Narrative ist ein einziges Chaos, es gibt viel zu viele lose Enden und parallele Geschichten, die Chu nicht zu verknüpfen weiss und im Mittelteil des Films machen sich einige Längen bemerkbar.

Wie schon der erste Teil hätte dieser Film so viel mehr sein können – stattdessen bekommen wir einen plumpen James Bond-, Transformers- und (INSERT ACTION MOVIE FRANCHISE)-Abklatsch. Anders als beim Vorgänger sind immerhin die Figuren spannender – The Rock und auch ein bisschen Bruce Willis als G.I. Joe McClane retten den Film über weite Strecken. Und ich war bereits versucht, zu sagen, dass mir The Rocks Leinwandchemie mit Channing Tatums Figur gefiel, aber dann [STIRBT DER CHANNING EINFACH SO IN DEN ERSTEN 20 MINUTEN UND KOMMT NICHT MEHR ZURÜCK!!!] What the fuck? Hollywood, that does not even make sense!? Nun gut. Dafür sind die Effekte ganz ordentlich, aber das war ja auch die einfachste Baustelle. Das 3D ist ebenfalls ganz schick geworden, gerade in dieser Fightingszene in den Bergen kommt es extrem gut zur Geltung, auch wenn da parallel die Hintergrundgeschichte eines der interessantesten Charaktere total ruiniert wird. Und mal ehrlich, ich hätte schon gerne gewusst, wie der Präsident und die G.I. Joes ihren Ruf ganz plötzlich wiederherstellen konnten, nachdem sie ja beide irgendwie ziemlich bös durch den Dreck gezogen wurden.

"Have we met before?"
„Have we met before?“

Leider macht die Story immer noch gleich wenig Sinn wie in Teil 1, sodass die paar netten Effekte, die ganz ordentliche Action und das hübsche 3D nicht ausreichen, um G.I. Joe: Retaliation als gut zu bezeichnen. Der Film verdankt meine versöhnliche Kritik lediglich den beiden federführenden Glatzköpfen und der Tatsache, dass irgendwo mal noch gute Ideen vorhanden waren. Der Rest ist zu blöd um noch wirklich zu rocken.

Immerhin findet die Schlussschlacht auf Ford Sumter (sic) statt. Gefällt mir natürlich.

5 Sterne

  • Dominik

    Klingt wie erwartet. 😉 Habe mir vor kurzem erst den 1. Teil angesehen. War im Endeffekt Grütze. Mal sehen, ob mir der Kinobesuch zu Teil 2 das Geld wert ist. Wohl eher aber nicht. (Trotz Eierköpfen. ;))

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  • Fox

    Finde den Teil wesentlich angenehmer als den ersten Film – was the Rock und Willis nicht alles ausmachen. 😛
    Dass du den SPOILER nicht schon nach dem Trailer vermuten konntest, wundert mich ein wenig. Ich hatte schnell das Gefühl, dass es so kommen würde – schon vor einem Jahr, als der Film ursprünglich ohne 3D angekündigt wurde (und Aerosmith dazu schon mal eine Single rausbrachten).
    Aber was wurde aus Dennis Quaid und Co. aus Teil 1?
    Egal, ich hatte Spaß im Kino 🙂 (mehr als bei Jack und Oz!)

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  • Fox

    Ach, und ich kann es mir nicht verkneifen: es gibt (bisher) nur einen Justin-Bieber-Film 😉

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  • donpozuelo

    Ich fand zwar den ersten Teil ganz in Ordnung, aber wohl auch nur, weil ich dafür kein Geld ausgegeben habe. Bei solchen Filmen lobe ich mir das Fernsehen 😉 Und genau so werde ich es auch mit Teil 2 handhaben… schön abwarten!!!

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  • Cem

    Wir haben ja noch heute kurz über den Film gesprochen, jetzt habe ich es endlich auch noch geschafft, deine Review zu lesen. Du bist ja offenbar mit meterhohen Anspruch in diesen Film reingegangen, denn ich habe mir absolut nichts von dem Film erhofft und so wurde ich gute zwei Stunden lang bestens unterhalten und habe mich ab den vielen Dämlichkeiten wunderbar amüsiert. The Rock ist einfach eine geile Sau und mit ihm macht jeder Film Spass. Dein Spoiler ist übrigens gar kein echter, denn das eben jenes passieren würde war schon letztes Jahr bekannt, weshalb man ja sogar noch ein paar Reshoots nachschob. Erlaube mir jetzt auch mal einen Link zu mir rüber. 😉 http://www.blogbusters.ch/sidekicks/warum-g-i-joe-retaliation-wirklich-auf-2013-verschoben-wurde/

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  • Cem

    @Owley: Okay, da sind wir nicht einer Meinung. Macht nichts. Du bist trotzdem OK. 😉 Meines Wissens hiess es nie, er werde in der neuen Fassung überleben, nur das zusätzliche Szenen zwischen Tatum und Johnson gedreht würden. Möglicherweise hast du da etwas hinein interpretiert.

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  • Cem

    @Owley: Hot damn! Du hast recht. Aber mein eigenes Statement hatte ich selber wieder vergessen und ging ganz klar mit der Meinung in den Film, dass eben… 😀

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