The Hobbit: The Battle of the Five Armies (2014)

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„The war for the mountain has begun!“

Die Zwerge haben den Berg Erebor zwar erreicht, doch noch ist ihre Reise nicht beendet. Der Drache Smaug ist zwar ausgeflogen, aber dafür wollen nun vier verschiedene Heere die Vorherrschaft am Gold in diesem Berg an sich reissen. Bilbo und die Zwerge stehen urplötzlich einer Elbenarmee und einem Heer wütender Menschen gegenüber, unterstützt werden sie von einer Zwergenarmee, die ihnen zu Hilfe eilt. Das überraschende Auftauchen einer Orkstreitmacht vereint die verschiedenen Heere, und plötzlich geht es in dieser Schlacht um weit mehr als nur einen grossen Haufen Gold. Mit The Hobbit: The Battle of the Five Armies beendet Peter Jackson seine zweite und wohl letzte Mittelerde-Filmtrilogie. Mit einer Laufzeit von 144 Minuten ist dieser Film nicht nur fast eine Stunde kürzer als The Lord of the Rings: The Return of the King, es ist auch generell der kürzeste Film dieser Hexalogie.

Meine – sofern man die Bücher nicht gelesen hat – spoilerhaltige Review, gibt es nach dem Klick.

The Hobbit: The Battle of the Five Armies beginnt mit einer Szene, die eigentlich in den letzten Teil gehören sollte, und die nur im Film ist, damit die Macher einerseits einen sauberen Cliffhanger haben, und andererseits auch beim dritten Film einen Drachen auf ihr Promozeugs kleben können. Nach einer guten Viertelstunde macht Bard dem feuerspeienden Smaug dann aber endgültig den Garaus und der Streit um dessen Erbe – nämlich das ganze Gold im Berg – kann endlich losgehen. Dabei rückt Jackson unverständlicherweise den von Luke Evans gespielten Drachentöter in den Vordergrund, was dazu führt, dass wir die eigentliche Geschichte um den Hobbit Bilbo nur noch stärker aus den Augen verlieren. Und so kann Martin Freeman in diesem dritten Teil nicht mehr wirklich glänzen. Ab und zu darf er dem von Richard Armitage sehr überzeugend gespielten und dem Wahnsinn verfallenen Thorin ins Gewissen reden, ansonsten bleibt der Halbling aber im Hintergrund.

Schliesslich müssen auch noch fünf Heere in diesem Film Platz finden, und alleine deren Einführung nimmt schon einen beträchtlichen Teil der Laufzeit in Anspruch. In bester Anchorman-Manier kommt ein Heer nach dem anderen zum Berg und erklärt den Zwergen um Thorin (oder sonstwem) den Krieg, bevor sich dann alle auf die Bösen stürzen, die Erebor aus irgendeinem Grund als strategischen Punkt nutzen wollen. Bei fünf involvierten Armeen dauert die Schlacht auch entsprechend lange, genaugenommen sind es fünfundvierzig Minuten, in denen wild durcheinander gekämpft und gemetzelt wird. Das ist denn auch der Punkt, an dem spätestens klar wird, dass zwischen The Hobbit: The Battle of the Five Armies und The Lord of the Rings: The Return of the King Welten liegen. Die titelgebende Schlacht mag unterhalten, weil die bösen Orks endlich mal so richtig auf den Deckel bekommen, wirklich in Erinnerung bleibt dieses Abschlussgemetzel trotz starker Choreografien und überzeugenden Effekten aber nicht.

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Trotzdem ist The Hobbit: The Battle of the Five Armies zu empfehlen, weil er die Reihe würdig abschliesst (und weil Peter Jackson aus dem Epilogdesaster vom letzten Mal gelernt hat) und gut unterhält. Wer auch im dritten Anlauf noch immer erwartet, dass diese Trilogie auf dem Niveau von Lord of the Rings schliessen wird, ist wirklich selber schuld.

7 Sterne

  • Xander

    Na das deckt sich doch mit meiner Erwartungshaltung. Deinen letzten Satz müsste man eigentlich unterstreichen – wobei diese Einsicht auch bei mir ein wenig gedauert hat.
    Naja, Sonntag weiß ich mehr.

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  • Illegitim

    Erwarten tue ich das Niveau natürlich nicht (mehr). Verlangen aber. :p

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  • donpozuelo

    Ich weiß nicht, ob das ein würdiger Abschluss ist, es ist wenigstens endlich mal überhaupt ein Abschluss. Mir hat die ganze Trilogie ja nicht wirklich zugesagt und ich finde ja eher, dass Jackson mit diesem dritten Teil einfach nur beweist, dass eine Trilogie für „Der Hobbit“ vollkommen unnötig gewesen ist. Ein Film, maximal zwei – das hätte vollkommen ausgereicht und wäre vielleicht auch interessanter gewesen…. naja… jetzt ist es wenigstens vorbei 😀

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  • Alice

    Ich bin mit recht tiefen Erwartungen in den Film rein und war daher eher positiv überrascht – aber ja, die 7 Sterne finde ich angebracht.
    Den Fokus auf Bard finde ich gar nicht so schlecht, wenn da nicht die nervende Tatsache in seiner Storyline wäre, dass alle immer wieder dem offensichtlich bösen Typen mit der Monobrow irgendwas wichtiges anvertrauen. Wtf?
    Die Kili/Tauriel Lovestory war nach wie vor unnötig, hat mich aber nicht ganz so sehr genervt wie im letzten Teil.
    Hobbit 3 bietet unterhaltsames Fantasy-Geschnetzel und ein paar mehr oder weniger rührende Momente, aber an die Grossartigkeit von LotR würde der Hobbit-Film nicht mal rankommen, wenn mal alle drei Teile auf drei Stunden kürzen würde und nur die Teile vom Buch drinliesse.
    Immerhin: der Credit-Song gefällt mir super und das dazugehörige Video macht einen schon ganz schön nostalgisch.

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  • vera

    Definiere epilogdesaster von letztem Mal? XD

    Ganz ehrlich? Mehr als 5 Sterne würde ich dem Film nicht geben. Zuwenig Bilbo, zu viel Fokus auf falschen Personen, zu viele gescheiterte Gags (ganz ehrlich, was sollte Mister Monobraue?), character development mehr als schwach (thorin erinnert sich an aussagen der Anderen und findet wieder zu sich?), zuviele offene Fragen (nanu, wo sind die Werwürmer hin?), zuwenig Tiefe, schwache Dialoge.
    Ich habe mich damit abgefunden, dass es nicht wie Herr der Ringe ist, und meine Erwartungen tiefer geschraubt als für eine Neuauflage von Twilight. Zufrieden gestellt hat es mich aber nicht wirklich.

    Oder so komische Stellen wi3
    „Thid love is not real“
    Eine Schlacht danach:
    „Why does it hurt so much?“
    „Because it was real.“
    Seriously? Ein character development dass ich nicht abkaufe.
    Ah. Es gibt zu viele Stellen die ich nicht gelungen fand, und nur ein paar ganz wenige, die ich genial fand.

    Ich fands wirklich enttäuschend ^^‘ sorry

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  • Comicgirl

    Wow, die sieben Punkte sind schon sehr grosszügig. Ich fand den Film so dermassen schlecht dass eine Aufzählung all dessen, was mir nicht gefiel zu viel wäre. Nicht nur das Bildmaterial hat mir nicht gefallen, auch die Geschichte an sich fand ich recht wenig überzeugend.
    Hier ein paar Beispiele:
    ACHTUNG SPOILER
    -Die Charakterentwicklung des Elben auf seinem blöden Hirsch ist nicht nachvollziehbar.
    -Wo kommen die Steinböcke her, auf denen die Zwerge auf einmal den Berg hinauf reiten?
    -Warum vertraut jeder dem Typen mit der einen Augenbraue? Sind die doof?
    -Warum leuchtet Stich nicht während der ganzen Schlacht blau? Bei so vielen Orks müsste es glühen!
    -Wie kommt es, dass Bilbo Trolle mit Steinen bewirft und diese gleich tot umkippen? Wann wurde er zu Superbilbo?
    -Warum benutzen die Orks diese riesigen Tunnelwürmer nicht, um von hinten in den Berg einzudringen? Oder setzen sie gleich im Kampf ein? Sie sehen sehr robust aus.
    -Ich habe das Buch nicht gelesen, und hätte ich gewusst, dass schon wieder die Adler alle retten hätte ich mir den Gang ins Kino gespart.

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  • Comicgirl

    @owley: Ich habe, als die Zwergenarmee auftauchte, keine Widder gesehen.
    Und ja, ich war nicht gerade Feuer und Flamme für den Film, wurde aber trotzdem enttäuscht. Und nur weil wir alle wussten, dass er nicht grossartig wird können wir ihn ja trotzdem schlecht finden.
    Beispiel: Ich hab gerade in Twilight reingezappt, und obwohl mir sehr wohl bewusst ist, womit ich es zu tun habe, lief mir bei dem Anblick eben ein kalter Schauer über den Rücken. 🙂

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  • Roberto

    Ich würde mit dem definitiven Urteil über den Film warten, bis die Extended Edition da ist. Die wird alle losen Enden und Stränge zusammenführen, die hier und auch sonst überall alle so kritisieren. Und wenn man sich den Teaer und Trailer zum Film anschaut, wird einem schnell klar, dass enorm viel in der Kinofassung fehlt. Das Auftauchen der Widder ist z.B. so etwas. Ausserdem darf man nicht vergessen, dass das 3 Filme, aber nur 1 Buch (plus Anhänge) ist, die Story darf also nicht für jeden Film einzeln, sondern muss über alle 3 (Extended Versions) bewertet werden. Thranduil z.B. ist im Buch ein namenloser, farbloser Charakter, der in den Filmen genial verkörpert und dargestellt wurde. Für das Kinderbuch war er natürlich völlig irrelevant, in den Filmen findet sich für ihn super Verwendung. Als grosser Fan der Bücher habe ich dennoch das Peter Jackson-Bashing nie verstanden.

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