The Two Faces of January (2014)

TwoFacesOfJanuary

„He killed someone! Why would you lie for him?“

Athen, 1962: Rydal, ein junger amerikanischer Fremdenführer, lernt eines Tages das Ehepaar MacFarland kennen. Während Chester MacFarland noch nicht hundertprozentig angetan ist von diesem jungen Mann, geniesst seine Frau Colette die Gesellschaft von Rydal. Und auch Rydal ist fasziniert von diesem Ehepaar – zumindest bis ihn Chester bittet, ihm beim Verstecken einer Leiche zu helfen. The Two Faces of January basiert auf einem Buch von Patricia Highsmith und markiert das Regiedebüt des bisherigen Drehbuchautoren Hossein Amidi, der unter anderem für Drive verantwortlich war. In der Hauptrolle dieses spannenden Thrillers glänzt Oscar Isaac, an seiner Seite spielen Viggo Mortensen und Kirsten Dunst.

Zum zweiten Mal nach Inside Llewyn Davis schlüpft Oscar Isaac in die Rolle des liebenswürdigen Antihelden: Als Reiseführer in Athen zockt Rydal ahnungslose Touristinnen ab, indem er ihnen mit seinem Charme ordentlich den Kopf verdreht. Chester ist diese Masche nicht entgangen, weshalb seine Sorge um seine Frau auch nicht von ungefähr kommt. Diese persönliche Note ist es, die The Two Faces of January so spannend macht. Denn die ganze Problematik des Films entsteht im Grunde überhaupt erst durch den offenen Konflikt zwischen Rydal und Chester, die ihre Situation dadurch nur noch verschlimmern. Mit Isaac und Viggo Mortensen hat Hossein Amini auch zwei Darsteller gewählt, die schauspielerisch zu überzeugen wissen und zwischen denen es auch ordentlich knistert.

Vor dem wunderbaren Setting des Postkartengriechenlands mit seinen atemberaubend schönen Ruinen und ebenso schönen Menschen gewinntt diese Patricia Highsmith-Verfilmung zusätzlich an Brisanz. The Two Faces of January erzählt nämlich nicht nur eine packende Geschichte, sondern ist auch technisch top-notch. Kameramann Marcel Zyskind fängt die Landschaft immer wieder in Form umwerfender Bilder ein, die dem Film einen ganz eigenen Charme verleihen. Auch die Musik versprüht ein gewisses mediterranes Ferienfeeling, sodass diese Mischung aus Bild und Ton im krassen Kontrast zum Erzählten steht. Ein Stilmittel, das vor Kurzem auch schon in 12 Years a Slave zum Zug kam, wenn auch unter anderen Umständen.

Seit ihm sein Horoskop prophezeit hat, dass ihm ein Klavier auf den Kopf fallen würde, blickte Chester immer wieder in unregelmässigen Abständen skeptisch nach oben.
Seit ihm sein Horoskop prophezeit hatte, dass ihm ein Klavier auf den Kopf fallen würde, blickte Chester immer wieder in unregelmässigen Abständen skeptisch nach oben.

Mit The Two Faces of January reiht sich Hossein Amini in die Liste der vielversprechenden Regiedebütanten der letzten Monate (Joseph Gordon-Levitt, Wally Pfister) ein. Sein Film ist ein atmosphärisch dichter Thriller, der mit starken Darstellern und wunderschönen Bildern aufwartet.

7 Sterne

  • donpozuelo

    Bei dem Film hat mich immer gestört, dass der Trailer so extrem lang ist und ich danach das GEfühl hatte, den Film und alle seine spannenden Momente schon zu kennen.

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  • Sascha

    Ich hab gestern erst den Trailer gesehen und du warst schon im Kino? Not fair!

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