Tarzan (1999)

Tarzan

DisneyThirty3

„Looks like a man but walks like an ape.“

Das Gorillaweibchen Kala findet in einer verlassenen Hütte im afrikanischen Dschungel ein Menschenkind. Fortan zieht sie den Jungen, Tarzan, als ihren eigenen Sohn auf – sehr zum Missfallen des Silberrücken Kerchak. Als Jahre später eine Gruppe Menschen im Dschungel auftaucht, ist der mittlerweile erwachsene Tarzan hin- und hergerissen zwischen den beiden Welten… Tarzan war soweit ich mich erinnern mag, einer der ersten Disney-Filme, mit dem ich in Berührung kam. Ob ich ihn im Kino oder dann erst auf VHS gesehen habe, weiss ich nicht mehr. So oder so konnte mich die Verfilmung von Edgar Rice Burroughs‘ Kult-Roman fesseln – weshalb ich diesen Film auf der Liste der dreissig Disney-Filme, die es zu sichten galt, nicht vergessen wollte.

Tarzan überzeugt unter anderem durch seine ausgefeilte Optik: Die malerischen Landschaften sind bezaubernd und die Figuren gefallen durch ihren unverbrauchten und frischen Look. Für die Animation des Protagonisten war Glen Keane zuständig, der damit nach vier Jahren wieder an einem Disney-Film mitwirkt. Doch Keane war nicht etwa in den Ferien, er war ganz einfach so lange mit der Arbeit an Tarzan beschäftigt – und diesen Aufwand sieht man dem Film deutlich an. Was hier an Arbeit drinsteckt, ist unglaublich. Tarzan dürfte für Keane die wohl schwierigste Figur seit dem Biest aus Beauty and the Beast darstellen, schliesslich bewegt sich der Affenmensch ganz unkonventionell und „unmenschlich“. Doch Keane wäre nicht Keane, wenn er diese Herausforderung nicht mit Bravour meistern würde. Und nicht nur das: Mit der dynamischen Sequenz zu Phil Collins‘ Son of Man bringt er uns gleich noch einen der eindrücklichsten Momente seiner Disney-Karriere.

Damit kommen wir zu einem anderen Highlight des Films, nämlich Phil Collins‘ Musik. Der in der Schweiz ansässige Brite schrieb für diesen Film zahlreiche Songs, die einen mit ihren wuchtigen Drumbeats und Rhythmen sofort mitreissen. Collins singt diese Songs auch gleich selber und fungiert damit gewissermassen als Erzähler. Damit ist Tarzan der erste Disney-Film seit The Rescuers Down Under, der kein Musical ist. Und es fällt mir auch schwer, mir diesen Film als klassisches Disney-Musical vorzustellen – dieses unbeschwerte Geträllere würde irgendwie nicht zum Stil des Films passen. Tarzan spricht ernste Themen an und mutet seinen Zuschauern einiges zu. Dass solche Konflikte nur funktionieren, wenn man ihnen genügend Raum gibt, und sie gut in die Story integriert, wissen die Macher – auch wenn man etwa den Verlust eines Kindes durchaus direkter hätte ansprechen dürfen, als mit Collins‘ „no words describe a mother’s tears“.

Tarzan2

Von seinem Charme hat Tarzan auch fünfzehn Jahre später nichts eingebüsst. Der Film von Chris Buck und Kevin Lima besticht nicht nur dadurch, dass er die Flora und Fauna des Dschungels glaubhaft und atemberaubend auf die Leinwand bringt – auch die Figuren, die Story und die Musik sind wunderbar.

9 Sterne

  • Illegitim

    Mein allererster Kinofilm. Hach.

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  • Julian

    Ich saß damals im Kino, Ticket gab es umsonst, und fragte mich: Was zum Teufel? Mag sein, dass ich das jetzt anders sehe. Damals war ich nicht so der Disney Fan. Die Musik gefiel mir aber. Habe jetzt endlich Dornröschen auf Blu-ray und der Film ist wirklich sehr schön, leider etwas zu lang, aber optisch sehr gut.

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