2018 in Review

Nicht mehr lange, dann geht ein weiteres Jahr zur Neige. Das bedeutet für mich auch, dass gewisse Blogtraditionen gepflegt werden wollen, selbst wenn hier kaum mehr etwas an meine Bloggervergangenheit erinnert. Irgendwie wirkt hier alles so… ausgestorben.

Mein Jahresabschluss-Fragebogen-Jubiläum will ich mir dann aber doch nicht entgehen lassen. Seit meinen Bloggeranfängen im 2009 fülle ich jedes Jahr Ende Dezember denselben Fragebogen aus und werfe einen persönlichen, ja fast schon intimen Blick zurück auf das vergangene Jahr.

Was bisher geschah: 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017

2018 wartete mit vielen, meist positiven Überraschungen auf. Würde ich meinem 2017-Ich davon erzählen, es würde mir wohl nicht glauben. Nach dem ernüchternden letzten Jahr, das mich in vielen Bereichen auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen hat und mir viel Geduld und Durchhaltevermögen abverlangte, schöpfte ich 2018 wieder mehr Hoffnung, dass ich mich vielleicht ja doch auf dem richtigen Weg befinde.

2018 zum ersten Mal getan?
Einen Erotikfilmpreis gewonnen. Man tut, was man kann.

2018 nach langer Zeit wieder getan?
Edinburgh besucht und mich dabei gleich wieder von Neuem in diese Stadt verliebt.

2018 leider gar nicht getan?
Wie vorgenommen, Sport getrieben.

Der hirnrissigste Plan?
Während des Filmfestivals nach Cannes zu reisen, zuerst den (günstigen) Flug zu buchen und mich erst dann um die Unterkunft für sieben Tage (!) kümmern, die natürlich unbezahlbar teuer ist.

Die teuerste Anschaffung?
Mein neues Wacom Cintiq, das unbenutzt in der Ecke steht, weil ich im Chaos versinke.

Wort des Jahres?
«Schübling»

Unwort des Jahres?
«Schübling»

Stadt des Jahres?
Luzern hat mich mit einigen Anlaufschwierigkeiten nun endlich willkommen geheissen.

Neue Orte entdeckt?
Berlin (diesmal richtig), Cannes, Genf, Linz, Leipzig

Haare länger oder kürzer?
Im Augenblick kürzer, das ganze Jahr über aber eigentlich länger.

Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
Zitat von letztem Jahr: «Ich sage jedes Jahr, dass ich das überprüfen will und tue es dann doch nicht. Folglich: Keine Ahnung.»

Mehr Kohle oder weniger?
Vermutlich leicht mehr. Genug um zu leben, auf alle Fälle.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Womöglich auch mehr, weil in diesem Jahr diverse neue Fixkosten dazukamen und ich ausserdem viel gereist bin.

Mehr bewegt oder weniger?
Siehe oben, oder: Weniger.

Höchste Handyrechnung?
184 Franken, aber nur, weil zwei Monate in einer Rechnung abgerechnet werden, und mein Spotify-Abonnement auch gleich darüber läuft.

Krankenhausbesuche?
Nur als Besucher.

Verliebt?
Und wie.

Getränk des Jahres?
Kaffee oder Glühwein, je nach Uhr- und Jahreszeit.

Essen des Jahres?
Auf alle Fälle nicht Brunsli.

Most called persons?
Ich telefoniere generell sehr ungern, weshalb ich wohl am Meisten mit meiner Familie oder meiner Freundin telefoniert haben dürfte.

Die schönste Zeit verbracht mit?
Der wunderbaren Frau an meiner Seite, ob zuhause, im kalten Berlin, im noch kälteren Edinburgh oder im glanzvollen Cannes – es ist immer sehr schön.

Die meiste Zeit verbracht mit?
Der wunderbaren Frau an meiner Seite, ob zuhause, im kalten Berlin, im noch kälteren Edinburgh oder im glanzvollen Cannes – es ist immer sehr schön.

Song des Jahres?
Spotify meint, ich hätte keinen Song öfter gehört als «Med du miel» der grossartigen Šuma Čovjek, was durchaus hinkommen dürfte. Sieger der Herzen ist aber natürlich eindeutig «Dance mit de Gänse».

CD des Jahres?
«Nouvelle Frisüre» von Noti Wümié ist ein kleines grosses Juwel, und nicht nur wegen des schicken Covers von Weicher Umbruch.

Buch des Jahres?
«Herr Brechbühl sucht eine Katze» von Tim Krohn, beziehungsweise der Nachfolgeband dieser ambitionierten Serie haben es mir sehr angetan – Krohn beschreibt in den Büchern eine Genossenschaftswohnung, wobei er jedes Kapitel einem anderen Bewohner widmet und dabei nebenbei auch noch sämtliche menschlichen Regungen abhandelt. Weshalb die Reihe auch «Menschliche Regungen» heisst.

Film des Jahres?
Meine offizielle Bestenliste gibt es auf Letterboxd, und auch wenn ich jetzt nicht jeden Platz darauf festnageln möchte, war mein Lieblingsfilm 2018 eindeutig «Roma» von Alfonso Cuarón. Eine spezielle Erwähnung muss es zudem für «Flower Found!» von Jorn Leeuwerink geben, den grossartigsten Kurzfilm aller Zeiten, der auch meine Wahl für die Maximum Cinema-Bestenliste war.

Konzert des Jahres?
Eindeutig das Konzert von Käpt’n Peng und die Tentakel von Delphi, Tocotronic und den Beginnern an den Winterthurer Musikfestwochen. #wintilove

TV-Serie des Jahres?
Da ich praktisch keine TV-Serien geschaut habe (nein, «Der Bachelor» zählt nicht), dürfte es entweder «Brooklyn Nine Nine» treffen oder Sacha Baron Cohens starkes «Who is America».

Erkenntnis des Jahres?
Dass ich mit dem, was ich mache womöglich doch auf dem richtigen Weg bin.

Drei Dinge auf die ich gut hätte verzichten können?
Nur etwas: Den Verlust einer geliebten Person.
Es wäre vermessen, dem irgendwelche anderen alltäglichen Sorgen gegenüberzustellen. Wie klein gewisse Probleme doch sind.

Nachbar des Jahres?
Nach zwei Jahren sind mir unsere Nachbarn ziemlich ans Herz gewachsen – genauso wie mein neuer Mitbewohner.

Beste Idee/Entscheidung des Jahres
Nach Rückschlägen aufzustehen, und weiterzumachen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ein rechter Haushalt einen Locher und einen Bostitch braucht.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Mir fällt beim besten Willen nichts ein – ich führe da nicht wirklich Buch.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Als mit zwei linken Füssen gesegnete Person freue ich mich natürlich sehr über einen Tanzkurs. Auch im Hinblick auf Hochzeiten, die dieses Jahr stattfinden werden.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
«I wish I had had the guts to make a film like that as my graduation project.»

Die grösste Enttäuschung?
Mir will beim besten Willen nichts einfallen, das wichtig genug war, dass es mich heute noch beschäftigt. Ist besser so.

Schönstes Ereignis?
Eindeutig, dass ich meinen eigenen Film an meinem Geburtstag in Cannes zusammen mit meiner Freundin und neuen Freunden sehen durfte.

2018 war mit einem Wort?
Spektakulär

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