Scheibenkritiken #8

In diesem Jahr erscheinen und erschienen ja viele Alben von Lieblingsbands und -Künstlern von mir (Die Ärzte im April, Madness später im Oktober), aber dass gleich in knapp einem Monat vier meiner Lieblingsbands neue Alben rausbringen, das war schon ziemlich derb. Deshalb gibt es so kurz nach der letzten Ausgabe auch gleich die achten Scheibenkritiken.

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Mika – Celebrate

Ich mag Mika. Er ist anders, macht simplen und dennoch angenehmen Sound und vorallem scheint er sehr bodenständig zu sein. Insofern freue ich mich natürlich auf sein drittes Album, The Origin of Love, das wie schon das Letzte, im September erscheint, genauer am 16. September. Nach Elle Me Dit, das offenbar keine Single-Auskopplung war, bringt er nun die erste selbige mit dem Titel Celebrate. Anscheinend hat Pharell Williams da mitgebastelt, und auch wenn die angekündigten Daft Punk-Elemente SEHR deutlich sind, irgendwie ist mir das noch zu lasch. Man kann es zwar hören und es hat Ohrwurmpotential, kratzt für meinen Geschmack aber etwas zu sehr an der Oberfläche.

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Mika – Elle Me Dit

Bereits vor einigen Monaten wurde mit dem französischen Song „Elle Me Dit“ das erste Stück ab Mikas kommendem Album „The Origin of Love“ veröffentlicht. Und der Song gefällt mit seiner kaugummibunten Aufmachung schon, doch noch besser ist das Retro-Video dazu, das leider aber nicht in HD veröffentlicht wurde, was ein bisschen ein Armutszeugnis des zuständigen Vertriebs ist. Man muss sich halt HD dazudenken.

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Ohrentrompete #1 – Nomnomnom

Um es vorwegzunehmen, das hier ist kein Raumschiff. Oder eine Pinguinexpedition. Neinnein. Hier geht es nämlich um etwas ganz anderes. In der Ohrentrompete stelle ich regelmässig (mal schauen WIE regelmässig) fünf tolle Songs zu einem bestimmten Thema vor. Dabei könnt ihr vorgängig jeweils bestimmen, welches Thema ich bearbeite, indem ihr abstimmt, und auch Themen vorschlägt, wenn ihr mögt. 🙂 Das erste Thema stammt von Maloney, der ja auch kürzlich einen Kollegen in musikalischen Fragen konsultierte, und zwar jemanden, der überhaupt nichts mit mir zu tun hat, oder gar, und das wär noch schlimmer, ich selbst ist. Neinnein. Gar nicht. Wie auch immer. Maloney wollte, dass ich Songs zum Thema „Essen“ zusammensuche, und ich finde das eine ganz coole Idee.

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My Favorite Tracks ATM

Dr. Borstel hat die drei Lieblingstracks atm benamst und das finde ich schick. Machen wir das doch auch, hat sich Graval gedacht, et voilà – meine drei Lieblingstrack des Moments:

1. Fanta 4 – Gebt uns ruhig die Schuld
Anfangs mochte ich den Track vom neuen Album „Für dich immer noch FantaSie“ nichtr wirklich, doch mittlerweile hat sich der Track in meinen Gehörgang gebrannt – wobei der Radiosender, den wir auf der Arbeit ständig hören, nicht unschuldig daran ist, läuft der Track doch mindestens dreimal am Tag 😀

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2. Klaus Nomi – Simple Man
Mendweg hat mir den deutschen Sänger mit der sopran-mässigen Stimme gezeigt. Nomi ist zwar bereits in den 80ern gestorben, doch seine Kombinationen aus New Wave, Dance und Klassik sind auch heute noch topaktuell.

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3. Mika – Kick Ass
Der Titeltrack aus meinem momentanen Lieblingsfilm (momentan hab ich gesagt ;)) stammt aus der Feder eines meiner momentanen Lieblingskünstlers, Mika. Und er setzt dort an, wo Mika mit dem Erstling „Life in Cartoon Motion“ aufgehört hatte, und steht im Gegensatz zu seinem zweiten Album „The Boy Who Knew Too Much“, das nicht ganz so sommerlich-locker daher kommt wie der Vorgänger.

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Ich höre Stimmen

Spanksen hat einen lustigen Post gemacht, in dem er die besten 5 Männerstimmen listet. Schändlicherweise kannte ich Dave Gahan nicht, dafür Depeche Mode. Das hat man davon, zu spät geboren zu sein 😛 Meine Liste schaut etwas anders aus, darum hier meine Top 5 der besten Männerstimmen

Ferner liefen: Jason „Jay Kay“ Kay, Marc Sway, James Morrison, Michael Jackson, Wise Guys und Jack Allsop

Platz 5 – Matt Bellamy

Muse stellt den ultimativen Sound zum Chillen oder Dampf-Ablassen – in einem. Matts Stimme ist ähnlich. Mal singt er sanft und schon im gleichen Stück schreit er sich in allen erdenklichen Tonlagen die Stimme aus dem Leib. Grenzgenial!

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Platz 4 – Charlie Winston

One-Man-Band-Charlie Winston bringt den ultimativen Frühlingssound. Gut, er hat oft auch noch Mitwirker, doch den Grossteil der Musik, Gitarre, Gesang, Pfeifen & Beatboxen, macht Charlie. Und Gott, diese zittrige, klagende Stimme… Nicht zu vergessen, sein genialer Hut!

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Platz 3 – Jan Delay 🙂

Der musste einfach rauf. Seine Stimme klingt folgendermassen: Durchzechte Nacht, Wäscheklammer auf die Nase, und lossingen 🙂 Aber Jan Delay wäre nicht Jan Delay bzw. Eizy Eiz bzw. Eissfeldt. Eine lustige und trotzdem tolle Stimme, finde ich 🙂

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Platz 2 – Freddie Mercury

Wer den nicht auf der Liste hat ist ein Frevler 😛 Eine der besten Stimmen des letzten Pop-Jahrhunderts. Mit „Bohemian Rhapsody“ beweist er wiedereinmal sein Stimmtalent, als er von tiefgründigen, sanften Phasen urplötzlich in das Queen-typische Gerocke umschaltet.

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Platz 1 – Mika

Mit „Grace Kelly“ bewies Mika, dass er problemlos über zig Oktaven singen kann, von tief bis verdammt hoch. Seine Stimme hat dieses nasale und klagende Etwas, das mir prima gefällt. Den Vergleich mit dem Platz-2-Innehaber Freddie Mercury kommentiert er in den Zeilen: „So I tried a little Freddie – I gone Identity Mad!“ – Denn Mika klingt stellenweise wie Freddie, zugegeben, aber er ist Mika, und niemand anderes 🙂

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Kick Ass (2010)

Über Outnow.ch habe ich Tickets für die Vorpremiere zu Kick Ass gewonnen, die heute stattfand. Denn bei uns – anders als wie in Deutschland – startet der Film nämlich diese und nicht erst nächste Woche. Ich habe die Spoiler zensiert, die weiss ausgesparten Stellen bitte nicht markieren, wenn man sich den Filmspass nicht verderben lassen will. Ich warne nur mal: Kick Ass ist echt Kick Ass. Ich meine es ernst, er IST KICK ASS. Nichts für zartbesaitete Individuen.

Soundtrack

Ich weiss, der Film hat weissgott mehr zu bieten als den Soundtrack, aber der dicke, fette Pluspunkt für Kick Ass liegt in der Musik. Der Soundtrack wird schonmal gekauft, weil ich gerade gesehen habe, dass der Titeltrack von Mika stammt. Das fette Intro-Thema stammt jedoch von Prodigy und gab dem Film ein geniales Feeling. Prodigy sind auch für das endgeniale Fighting Theme verantwortlich (Omen), das mir den Rest gab. Ebenfalls in der Tracklist findet sich ein gewisser Herr Morricone, schon gehört? 😉 Matt Vaughn beweist ein gutes Händchen was Titelauswahl für den Soundtrack angeht. Der Score verleiht dem Film das nötige Kick Ass-Feeling, unterstreicht aber auch die Action in den Szenen. Die offizielle Tracklist:

01 The Prodigy – Stand Up
02 Mika vs RedOne – Kick Ass
03 Primal Scream – Can’t Go Back
04 The Little Ones – There’s A Pot Brewin’
05 The Prodigy – Omen
06 The Pretty Reckless – Make Me Wanna Die
07 The Dickies – Banana Splits
08 Ellie Goulding – Starry Eyed
09 Sparks – This Town Ain’t Big Enough For Both Of Us
10 New York Dolls – We’re All In Love
11 Zongamin – Bongo Song
12 Ennio Morricone – Per Qualche Dollaro In Piu (For A Few Dollars More)
13 The Hit Girls – Bad Reputation
14 Elvis Presley – An American Trilogy

Kick Ass Effekt

Hmja. Der Film ist echt stellenweise brutal. Verdammt brutal, würde ich sagen. Auch ich hatte teilweise meine liebe Mühe, Leute verliessen scharenweise (!) das Kino. Der Film trägt die Brutalität jedoch so vor sich her und trägt in meinen Augen etwas dick auf, man ist stolz, auf die „freche“ Machart und scheut nicht davor, viel zu zeigen, ja zu viel sogar – weit übers Ziel hinaus. Da gibt es eine Folter-Szene gegen Ende des Films, bei der sich meine Augen in unnatürlichen Zeitabständen schlossen; Blinzeln schaut anders aus. Letztlich hilft vieles dennoch der Geschichte, und so manches lässt sich auf die Vorlage abschieben, der man offenbar sehr treu blieb. Trotzdem ein Minuspunkt für den Film, an manchen Stellen war es echt unschön und raschere bzw. anders plazierte Schnitte (die Folter zu Beginn fand ich nämlich geschickt und – man verstehe mich nicht falsch – humorvoll umgesetzt) hätten ihm vielleicht gutgetan.

Darsteller

Nicolas Cage tanzt momentan auf vielen Hochzeiten, zumindest scheint der Gute in letzter Zeit sehr omnipräsent auf der Leinwand. In Kick-Ass gibt er als Ex-Cop und Superheld Big Daddy (mit coolem Fakebart ^^) eine solide Leistung, wenn auch nichts atemberaubendes. Die Figur des Vaters, der sein Kind zur Killermaschine erzieht, ist nichtsdestotrotz einer der komischsten Momente des Films [der jedoch lieblos und wieder sehr brutal zunichte gemacht wird, ja man könnte sagen, in Flammen aufgeht]. Der Brite Aaron Johnston spielt Dave Lizewski nicht schlecht, aber auch nicht atemberaubend, immerhin spielt er einen Teenager, und hey, das könnte sogar ich… Achja. Stimmt. Die anderen Darsteller kommen nicht über das gute Mittelmass heraus, am besten gefällt mir noch Chloë Grace Moretz als abgebrühtes und verdammt schlagfertiges Hit Girl. Har Har. 😉

Humor & Tiefgründigkeit

Der Film zeigt Zähne. Bissig und schwarzhumorig bis zum Letzten. Es gelingt Kick Ass jedoch, stets die Grenze des guten Geschmacks zu streifen, niemals aber sie zu übertreten. [Man kann lachen, wenn der Bösewicht mit ner Bazooka zum Fenster rausge-boom-t wird]. Ob der Comic ebenfalls so schwarzhumorig ist, kann ich nicht sagen, da ich ihn nicht besitze, ihn mir aber durchaus zulegen möchte. Ob auf englisch oder deutsch, weiss ich noch nicht :). Unter dieser Art von Humor leidet dafür etwas die Tiefgründigkeit der Story. Das Thema der Verantwortung, die man gegenüber Leuten hat, wird angekratzt, richtig tief gegraben wird nicht. [Erst gegen Ende kommt etwas wie Tiefsinn auf, als Kick Ass realisiert, was er bisher aufs Spiel gesetzt hat, bzw. setzt]. Doch wie ein bekannter Onkel zu sagen pflegte: „With great power comes great responsibility“. Und nicht etwa „With no power comes no responsibility“, denn „that isn’t true!“ Eine gewisse Gesellschaftskritik zeigt sich auch. Sobald es hart auf hart kommt, verschliessen die Leute die Augen [bzw. sind dermassen newsgeil, dass sie sogar eine Live-Hinrichtung mitansehen, ohne etwas unternehmen zu wollen]. Leider trifft das in abgeschwächter Form durchaus auf unsere Gesellschaft zu. 🙁

Der Film ist unterhaltsam, aber wie eingangs erwähnt, wirklich nur lustig, wenn man auch was verträgt. Ein bisschen Schock ist aber trotzdem ganz OK 😉 Eine gelungene Comicverfilmung, die nicht ganz so ernstgenommen werden sollte, wie sie vorgibt, zu sein.

Tracklist: Shockya.com
Bilderquelle: Outnow.ch

Mika

Mika wurde schon bei seinem ersten Album mit dem verstorbenen Entertainer Farrokh Bulsara verglichen, und dies nicht ohne Grund. Zum Einen ist Mika ähnlich extravagant und eigen wie Bulsara, zum andern ist auch seine Stimme ähnlich vielseitig. Auf der Special Edition von Mikas neuem Album „The Boy who knew too much“ findet sich unter anderem der Track „Lover Boy“.

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Can’t wait

Die Quartale 3 & 4 von 2009 bringen einiges an guter Musik. Zumindest haben sie mir das versprochen. Ich hoffe sie haben nicht den gleichen Sinn für Versprechen wie gewisse Wüstendiktatoren… Pfff. Sorry, bin gerade vom Thema abgekommen. Jamiroquai beispielsweise gab vor einem Jahr an, auf Sommer 2009 eine neue Platte zu bringen. Ich bin immer noch zuversichtlich, dass die Scheibe kommen wird. Derrick McKenzie, der Drummer, hat auf meine Anfrage jedoch noch nicht reagiert. Beängstigend. Da kommt Mikas neue Platte „The Boy who new too much“ gerade recht. Das Timing ist zwar für Mikas Sommersound etwas verfehlt, man darf sich aber noch überraschen lassen. Bereits draussen ist der neueste Hamburger von Jan Delay, „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ – Ich hoffe, das Ding ist gut, „Mercedes Dance“ war der Burner. Der Track „Oh Jonny!“ darob ist irgendwie… naja irgendwie halt. Die Ray Charles-Verarsche im Clip fetzt dafür wieder 😀 Schaut selbst:

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Konzertmässig stehen gerade spontan zwei Gigs an. Das eine ist ein Jazzfestival, bei dem das James Taylor Quartet und die Brand New Heavies aufspielen. Lechz. Vielleicht kann ich Jazzologe Meinvater dazu bewegen, das zu finanzieren bzw. mitzukommen ;-P Im November geh ich dann Jennifer Rostock hören – wie geil. Can’t wait for it 🙂

Pilterpost IV – Albumcover

Die geilsten Albumcover stammen immer noch von Mika. Genau wie der Vorgänger „Life in Cartoon Motion“ bietet auch „The Boy who knew too much“ viel fürs Auge – von Mikas Schwester designt.